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Thema: 06 Verlorene Seelen
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erstellt am 01.02.17 15:00
Grandioses Cover von Timo Würz, das - wenn ich die Serie nicht eh schon kaufen würde - dafür gesorgt hätte, dass ich dieses Heft auf jeden Fall am Kiosk gegriffen hätte.

erstellt am 20.03.17 18:50
Was habe ich in letzter Zeit nur mit Rafael Marques? Erst sein aktueller Sinclair, und auch bei seinem Einstieg in DL muss ich meckern. Die Grundidee vom mystischen Phänomen, das (fast) alle Bewohner von Twilight City fürchten, ist echt gelungen. Eine Mischung aus Lovecraft und Independence Day. Dazu ein rätselhafter Charakter, der sich dem Schiff der Toten aus ganz eigenen Gründen stellen will und sich dazu in Todesgefahr bringt. Die Beschreibungen und unmittelbare Bedrohung passen gut ins Setting von Twilight City.

Dabei sollte klar sein, dass den Hauptcharakteren nichts passiert. Für den billigen Rest der Stadt ist die düstere Wolke eine ernste Gefahr. Abby und Wynn befinden sich gerade im Hafenviertel und bekommen die Ankunft hautnah mit. Statt sich jetzt wie alle anderen schnellstmöglich einen Unterschlupf zu suchen, versuchen sie mit einem Auto zu fliehen. Dabei dürften sie eigentlich nicht weit kommen. Das Schiff der Toten hat Twilight City zum Stillstand gebracht. Auf den Straßen hat jeder seinen Wagen kurzerhand stehen gelassen und ist in das nächstbeste Gebäude geflüchtet. Aber kein Stau für die Hauptfiguren, irgendwie kommen sie doch mit dem Wagen voran. Die Wolke dicht auf den Fersen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo es für den Plot günstig ist. Jetzt kommt Abby plötzlich auf die Idee, dass „sie hier raus müssen“ und sich ein sicheres Versteck suchen. Genau da wo die dritte handlungsrelevante Person sich gerade aufhält und sie vor einer bösen Straßengang retten kann.

Während Abby skeptisch bleibt kommt bei Wynn billiger Heldenmut zum Vorschein. Er ist erst seit kurzer Zeit in Twilight City und immer noch ein Fremder. Er hört heute das allererste mal vom Schiff der Toten. Abby warnt ihn, dass selbst mächtige Dämonen nichts dagegen unternehmen konnten. Trotzdem muss Wynn sich dem Bösen stellen, das uralte Rätsel lösen und aufhalten. Irgendwie überheblich und total selbst überschätzend. Hinzu kommt dass der tapfere Narzissmus -Recke auch keine Probleme hat, für dieses Ziel etwas unmoralische Methoden anzuwenden. Einen der Gangster ohne Gewissensbisse als Lockmittel zu nehmen und damit das Leben eines Unbeteiligten zu riskieren. Der Geisterjäger John Sinclair hätte sowas nie gemacht. Johnny Conolly hätte sowas nie gemacht. Hoffentlich bleibt Wynn in seiner eigenen kleinen Serie und kehrt so abgestumpft und überheblich nie zu JS zurück.

Wynns Verhalten mag unangemessen und dumm sein. Es ist aber genau richtig, denn tatsächlich schafft er es mit der Hilfe von Rakk in die dunkle Wolke zu kommen. Dort wird sei Narzissmus bestätigt. Die mächtige Über-Wesenheit sieht in ihm so etwas wie einen Auserwählten und gibt deshalb auch bereitwillig Auskunft. Wofür entführt die Kreatur regelmäßig Stadtbewohner, was ist das schreckliche Geheimnis, der große Plan jenseits des Verstandes Sterblicher? Etwas ziemlich einfallsloses. Der „Richter“ mag es nicht, dass Menschen und Dämonen halbwegs friedlich zusammen leben. Ist der Meinung, dass sie sich bekämpfen sollten. Und deshalb nimmt er diese zu sich, damit ihre Seelen auf ewig in seinem Reich sind. Denn nur als Seelen im Tode vereint können die beiden Gruppen gleichwertig sein. Für mich philosophisches Geschwafel ohne Sinn.

Nun soll Wynn als dessen Bote agieren und ihm bei der Seelenbeschaffung helfen, was dieser eher ungern tun würde. Rakk hat zufällig die einzige Waffe bei sich, die den Richter wenigstens verletzen kann. Was den beiden die Chance zur Flucht ermöglicht. Nur kurz verfolgt man die Sterblichen, die es gewagt haben, sich aufzulehnen. Dann lässt man sie ziehen. Würde ich auch so machen, wenn ich als uraltes gottgleiches Wesen von zwei Mücken wüsste die noch eine Gefahr für mich werden könnten. Ja nicht um jeden Preis einfangen, sondern einfach unmotiviert laufen lassen und dann abziehen.



Kurz zusammengefasst. Volle Punktzahl für die Idee. Die Auflösung hat enttäuscht. Und Wynns Verhalten dieses mal sogar geärgert. Es reicht trotzdem noch für eine leicht überdurchschnittliche Note. Die ersten zwei Drittel konnten mich unterhalten.


PS. Eine Stelle habe ich trotz mehrmaligem Nachlesen nicht verstanden. Bitte erklärt sie mir. Am Anfang finden Abby und Wynn den Ankerplatz der Molly Monroe. Dieser ist allerdings leer, vom Schiff keine Spur. Also sucht Wynn weiter und kehrt dann zu Abby zurück. Die an der Reling des Schiffes auf ihn wartet. An der Reling des nicht existenten Schiffes. Später schaukelt dieses nicht existierende Schiff im hohen Wellengang. Wo ist die Molly Monroe plötzlich aufgetaucht, wenn sie drei Sätze zuvor gar nicht da war?

erstellt am 20.03.17 19:44
@Gleichgewicht

Respekt; den Fehler können wir glatt Rafael ankreiden

also ich denke das Abby an der Reling irgend eines Schiffes lehnt, ob mit oder ohne Namen... (der Schiffsname Molly Monroe ist an dieser Stelle schlichtweg fehl am Platz)

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