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Thema: 2005 Im Reich der gequälten Seelen
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erstellt am 16.12.16 20:19
Ich muss zugeben, ich bin einfach kein Freund vom Wiederaufgreifen vergessener Details. Dinge, die der Altmeister bei der Einführung neuer Themen einmal kurz erwähnt hat, dann aber nie wieder aufgegriffen. Für mich sind das verworfene Ideen. Weil Jason sich kein Konzept macht, sondern direkt drauflos tippt, fließen diese in die Geschichte ein und werden nicht beim zweiten Überlegen herausgestrichen. Meist wird dadurch alles komplizierter.

Dementsprechend war ich schon nicht glücklich, als die Dämonenpeitsche plötzlich Gegner in eine andere Dimension verschwinden lassen hat. Draufhauen, Klatsch, Gegner stirbt effizient. Fertig. Nun musste man sich fragen: Warum erst jetzt? Wo genau sind sie gelandet? Was passiert dort mit ihnen? Kommen wir auch dorthin? Das gleiche in Grün jetzt mit Glenda. Sie kann sich an fremde Orte teleportieren. Punkt! Schön simpel, auch wenn Dark die Regeln immer spontan umgeschrieben hat. Jetzt wird eine Erwähnung von 2004 aufgegriffen. Dass Glenda mit den Toten sprechen kann funktionierte damals nicht, fertig. Jetzt wird die Sache komplizierter gemacht. Ich kann durchaus verstehen, warum eine gewisse Lesegruppe mit den Co-Autoren nicht zufrieden ist. Aber gut, diese Handlungswendung ist nicht auf der Luft gegriffen und nicht unlogisch. Ob man das mag oder nicht muss man für sich selbst entscheiden.

Was eher aus der Luft gegriffen ist wäre der liebe Cronin. Man hatte nach Newtons Tod nachgeforscht. 10 Jahre lang war der Fall abgeschlossen, gab es keine weiteren Hinweise. Und plötzlich soll der Wissenschaftler ein Team gehabt haben. Das ist ja billigstes Plotdevice und kaufe ich der Handlung so kein Stück ab. Genau wie das nächste Zeitparadoxon nach der Geschichte letzte Woche. Glendas kleine Zeitschleife ergibt mal so überhaupt gar keinen Sinn. Es ist egal, ob John sich den Kopf darüber zerbrechen will oder nicht. Der Fakt ist gegeben. Und er ist kein kleines Puzzlestück. Mit der Erwähnung von Sanders geht die Handlung überhaupt erst weiter, er ist elementar wichtig. Wieder so ein unnötiges Werkzeug, die Geschichte offensichtlich voranzubringen.

Zur Handlung allgemein kann ich nur sagen, ich hätte lieber ein klassisches Gruselthema gehabt. Glenda verschwindet, landet in einer Dimension der gequälten Seelen. Und muss dort solange überleben, bis das Sinclairteam sie rettet, weil sie sich nicht wieder raus teleportieren kann. Ideen hätte ich als Geisterjäger genug gehabt. Mal bei dem Atlantertrio nachfragen oder Godwin bitten, den Würfel einzusetzen. Hätte vielleicht nichts gebracht, aber wären Versuche gewesen und hätte den Lesern gezeigt, dass das Autorenduo sich Gedanken macht. Stattdessen wird hier und da eine Wohnung abgesucht und im Anschluss schulterzuckend aufgegeben. Wozu befindet man sich in einer Welt des Okkulten, wenn man es nicht einbezieht? Jetzt gibt es einen bösen Wissenschaftler mit Menschenversuchen und eine „Irrenanstalt“ mit einem dunklen Geheimnis. Inklusive Folterraum im Keller. Wo bleibt der Geist der Oberpflegerin aus den 60ern, die mit einer rostigen Knochensäge Nachts Patienten quält? Naja...


Bei dem was der Roman macht ist er aber durchaus gut und spannend geschrieben. Daher ist es für mich ein solider Einstand von Madeleine Puljic, wobei Eric Wolfe natürlich auch irgendwo und irgendwie mitgeschrieben hat. Eine Geschichte mit Höhepunkten und Tiefpunkten, mit guten und schlechten Details. Es fällt mir hier einfach, eine mittlere Bewertung zu vergeben. Glenda hat ihre einzigartige Fähigkeit jetzt verloren, was ich schon Schade finde. Aber gut für Leser denen mit Sheila die einzige "normale" Figur abhanden gekommen ist.

erstellt am 21.12.16 22:36
Glenda kann nicht mehr beamen - das war es auch schon mit dem Positiven am Roman - die Story war okay, aber die Schreibe war nicht mein Ding, irgendwie fehlte diesmal jegliches Sinclair Feeling.
2 von 5 Kreuzen

erstellt am 23.12.16 21:10
Ich vergebe auch eine mittlere Bewertung. WEnn auch aus andereren Gründen wie Gleichgewicht, hauptsächlich zumindest.
Die Story insgesamt fand ich nicht ganz so schlecht, wie GG. Gut, Cronin war vielleicht etwas an den Haaren herbeigezogen, aber so was stört mich nicht. Irgendeinen Ermittlungsansatz braucht man ja, und da wird halt was konstruiert.
Ich bin prinzipiel kein großer Freund von Storys in einer Anstalt. Naja, so häufig kommt es ja nicht vor. Ich fand den Roman am Anfang und am Ende gut, in der Mitte etwas zu langatmig und JS-untypisch. Und da gibt es vor allem zwei Worte, an denen ich mich störe: "Kokosduft" und "Apfelkuchen"!
Kokosduft in eine Gruselstory zu verpacken, und dann auch noch als ein Herrenduschgel (!!!!), finde ich total doof. Fast schon satirisch. Das spült für mich die ganze Szene total weich und flach und wirkt ungewollt komisch. Bitte! Kokosduft?!?!?!? Was schreiben oder lesen wir denn hier? Hardcore-Action-Grusel oder Ringelpitz-mit-Anfassen-Lari-Fari?
Und Glenda schlurft durch die Totendimension und mit welchem Gedanken hält sie sich aufrecht? Apfelkuchen?????? (S. 24) Habe ich irgendwas verpasst und Glenda hat in den letzten 30 JAhren eine besondere Leidenschaft zu Apfelkuchen entwickelt? Apfelkuchen?!?!?!? Hallo?? Kann Sie nicht an John denken, und dass sie vielleicht heimlich in ihn verliebt ist. Sogar Kaffee hätte ich verstanden, aber Apfelkuchen?
Außerdem finde ich den Mittelteil zuviel planloses hin und hergelaufe. John geht meines Ermessens den Leiter zu harsch an, während Suko seitenweise daneben steht und gar nichts sagt.
Am Ende läuft es wieder besser. Die Glasscherben-Atacke fand ich ziemlich hart. Schon wieder endet ein Abenteuer für einen unserer Helden im Krankenbett. Damit schließt sich ja der Kreis zum Anfang.

Ach ja, Glenda trägt auf dem Cover dieselben Klamotten wie bei Band 2000. Sollte mal wieder shoppen gehen und den doofen Auschnitt weglassen

erstellt am 05.01.17 19:53
leni schrieb:
Ich fand den Roman am Anfang und am Ende gut, in der Mitte etwas zu langatmig und JS-untypisch. Und da gibt es vor allem zwei Worte, an denen ich mich störe: "Kokosduft" und "Apfelkuchen"!
Kokosduft in eine Gruselstory zu verpacken, und dann auch noch als ein Herrenduschgel (!!!!), finde ich total doof. Fast schon satirisch. Das spült für mich die ganze Szene total weich und flach und wirkt ungewollt komisch. Bitte! Kokosduft?!?!?!? Was schreiben oder lesen wir denn hier? Hardcore-Action-Grusel oder Ringelpitz-mit-Anfassen-Lari-Fari?
Und Glenda schlurft durch die Totendimension und mit welchem Gedanken hält sie sich aufrecht? Apfelkuchen??????


aha. wenn ich so ne rezi les, dann hab ich auch so das gefühl. das ist satirisch. ungewollt komisch.

gehts noch? sich wegen apfelkuchen und kokosduft so aufzuregen?

ich geb 4 von 5 kreuzen. gut, dass das mit dem beamen mal so langsam ein ende hat. die geschichte, wie das alles war, war ein bisschen wirr aber so ganz okay.

zum schluss wars so wie schon so oft: wenns halt mit dem kreuz nicht geht, gehts halt mit der dämonenpeitsche. wenigstens hat Suko mal noch überlegt, was passiert, wenn er draufhaut, dass John und Glenda irgendwo in so ner dimension verloren gehen könnten, ist aber nichts passiert.

das bild, der stil von Timo Wuerz gefällt mir nicht so besonders. ich weiß es soll kunst sein, sieht aber hingeschmiert aus.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 19:56 Uhr bearbeitet)

erstellt am 06.01.17 01:52
Ariane schrieb:
leni schrieb:
Ich fand den Roman am Anfang und am Ende gut, in der Mitte etwas zu langatmig und JS-untypisch. Und da gibt es vor allem zwei Worte, an denen ich mich störe: "Kokosduft" und "Apfelkuchen"!
Kokosduft in eine Gruselstory zu verpacken, und dann auch noch als ein Herrenduschgel (!!!!), finde ich total doof. Fast schon satirisch. Das spült für mich die ganze Szene total weich und flach und wirkt ungewollt komisch. Bitte! Kokosduft?!?!?!? Was schreiben oder lesen wir denn hier? Hardcore-Action-Grusel oder Ringelpitz-mit-Anfassen-Lari-Fari?
Und Glenda schlurft durch die Totendimension und mit welchem Gedanken hält sie sich aufrecht? Apfelkuchen??????


gehts noch? sich wegen apfelkuchen und kokosduft so aufzuregen?

das bild, der stil von Timo Wuerz gefällt mir nicht so besonders. ich weiß es soll kunst sein, sieht aber hingeschmiert aus.


Lass sie doch. Wenn das ihr einziger Kritikpunkt ist, ist das doch toll. Jeder hat halt eine andere Sichtweise.
Und was Timo Wuerz' Bilder angeht: Vielleicht gehts dir mal so wie mir. Ich mochte seine Kunst anfangs auch nicht, aber inzwischen gefallen mir viele seiner Bilder sehr. Wobei das in meinen Augen auch ziemlich schwankt bei seinen Werken. Und ich sagen muss: Seine besseren Werke habe ich auch bisher auf noch keinem Sinclair gesehen. Wenn ich seine Bilder im FB anschaue, da hat er teils noch viel viel bessere. Vielleicht sind das dann jedes Mal Bilder, die er nach Vorlage malt?! Muss ich mal drauf achten. Ich glaube nämlich, so ist es.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 01:53 Uhr bearbeitet)

erstellt am 06.01.17 07:14
Dunkelprinz schrieb:
Und was Timo Wuerz' Bilder angeht: Vielleicht gehts dir mal so wie mir. Ich mochte seine Kunst anfangs auch nicht, aber inzwischen gefallen mir viele seiner Bilder sehr.




Ging und geht mir genauso. Ich mag Wuerz Stil inzwischen (nicht nur als ein Sinclair-Markenzeichen)!
Womit ich mich aber tatsächlich noch immer nicht anfreunden kann, ist das (seit 2000) neue Titelbilddesign insgesamt. Da noch immer mein Wunsch:
Bitte die grüne Logo-Umrandung weg - und den schwarzen Rahmen um das Gesamttitelbild wieder her!

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