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erstellt am 15.02.17 20:06
Marc Freund

Sie hatten eine Grenze übertreten. Die beiden Männer in dem kleinen Boot wussten es. Es dümpelte durch den dichten Nebel, der hier draußen allgegenwärtig war.
Sonny Gardener, der jüngere der beiden Männer, starrte auf das verschnürte Bündel, das sie im Heck mit sich führten. Er wünschte sich, sie hätten etwas anderes benutzt als den verdammten Duschvorhang. Das Gesicht der dunkelhaarigen Frau zeichnete sich überdeutlich darunter ab. Ihr Mund, ihre Nase. Sonny konnte seinen Blick nicht von ihr wenden. Erinnerungen übermannten ihn. Ihr überraschter Gesichtsausdruck, als er plötzlich vor ihr stand, ihr den Telefonhörer aus der Hand riss und die lange Schnur dazu verwendete, um ...
Sonny hielt inne. Etwas hatte sich verändert, und plötzlich wusste er auch, was es war. Die Frau starrte ihn mit offenen Augen an!

erstellt am 26.03.17 19:30
Was für eine Schreibe… Einfach eine Klasse für sich. Davon abgesehen, wie sich Heft um Heft von Dark Land inzwischen ergänzt und irgendwie alle Autoren an einem Strang ziehen ist so was von Genial. Marc Freund hat einen Stil zu schreiben der mein Herz erwärmt. Auf eine gewisse Art ruhig und in gleichmäßigen Tempo von Anfang bis Ende zu Lesen. Die vorhandenen Aufreger sind absolut verträglich formuliert und umschrieben. So, das ich sie in meinem Kopf nach Gutdünken selbst zusammen setzen kann. Göttlich, 5/5 (Nun, das Leben steckt voller Überraschungen)
Bin absolut begeistert wie es die Serie schafft das ich nach der Lektüre des Heftes jedes Mal einfach nur fasziniert und glücklich bin. 1A Kopfkino… Klar ist es schrecklich wenn man aller 14 Tage nur 1 Seite von geschätzten abertausenden lesen darf, aber das macht wohl hier den Reiz aus. So kann ich hier nur wiederholen das ich wenigstens 2 Seiten aller 7 Tage hätte. Selbst die Redaktionsantwort auf der Leserseite ist Inspiration pur.
Bitte, Bitte… nicht aufhören, weiter so!

erstellt am 28.03.17 08:38
Knollo schrieb:

Klar ist es schrecklich wenn man aller 14 Tage nur 1 Seite von geschätzten abertausenden lesen darf, aber das macht wohl hier den Reiz aus. So kann ich hier nur wiederholen das ich wenigstens 2 Seiten aller 7 Tage hätte.


Du liest alle 14 Tage immer nur 1 Seite???? Nun, dann hast du ja noch ne ganze Menge Lesestoff........

erstellt am 28.03.17 11:02
Erneut ein toller Roman, auch wenn der Titel schon etwas seltsam war.

"Sie kommen" ... hm ...

Ich vergebe ein SEHR GUT

erstellt am 04.04.17 18:53
Dark Land ist eine sonderbare Serie, Twilight City eine exotische Stadt. Vielleicht sollte man im Autorenkollektiv nicht nur über die Handlungen reden, sondern auch einige feste Regeln bestimmen. Es gibt immer wieder Details, die einfach nicht ins Bild passen. Warum braucht es in Twilight City einen christlichen Reverend, der vom Herrgott redet? Soll das heißen, die Bewohner der düsteren Welt glauben an den bekannten Gott mit seinen Geboten und dem ganzen Engelkram? Das halte ich schlichtweg für Unsinn. Wenn Marc Freund unbedingt einen Prediger einbauen möchte, dann hätte er sich Gedanken für eine eigene Glaubensrichtung machen sollen. Das ist aber nur ein Beispiel, ich würde es begrüßen wenn man allgemein für die Serie so wenig wie möglich vertraute Elemente aus unserer Welt einbaut. Schließlich ist die Stadt durch eine Nebelwand von allen anderen Dimensionen abgeschnitten.

Wenn ich direkt auf die Schreibe des Autors schaue ist mir etwas anderes aufgefallen. Er muss genauer durchdenken, was er geschrieben hat, damit er sich nicht wiederholt. Mehrmals hat mich das im Heft gestört. Da sagt Abby in der Bar, von welcher Zeitung sie kommt und wird von ihrem Gesprächspartner zwei Sätze später genau danach gefragt. Oder Sir Roger, der vermutet dass Garouze „seine Finger im Spiel hat“. Nur wenige Sätze später vermutet Esrath mit exakt der gleichen Phrase, dass Garouze vielleicht „seine Finger im Spiel haben könnte“. Im ersten Roman von Marc ist mir das nicht aufgefallen, vielleicht weil es nicht wie hier mehrmals passiert ist.

Ansonsten aber eine interessante erste Hälfte mit den Dingen, die in Bewegung gesetzt werden. Dafür hätte ich wieder eine sehr gute Lesespaß-Wertung vergeben.



Später krankt die Handlung dann wieder daran, dass „versprochene“ Dinge nicht ausgebaut werden. Das Schiff ist auf dem Cover abgebildet und läuft im Prolog in den Hafen ein. Man erwartet also, dass es der zentrale Storypunkt ist. Aber bis zum Finale passiert außer viel Aufregung nichts mehr. Es dümpelt da am Pier vor sich hin und Leute versammeln sich in gespannter Erwartung davor. Erst zum Schluss wird es aktiv, als sich an der Bordwand ein schwarzes Loch auftut. Ich hatte das Gefühl, dass selbst das nicht wegen dem Schiff geschrieben wurde, sondern wegen Marcs persönlicher „Handlung der Woche“.

Die gibt es auch wieder und nervt mich immer mehr. Bei Logan war der kimilastige Fall wenigstens noch unterhaltsam. Hier gleitet sie mir zu sehr in ausgelutschte Klischees ab. Henry Garouze weckt anfangs noch Interesse, wird aber nur zum platten Bösewicht ausgebaut. Ein fieser Verbrecher, der viel flucht und seiner Frau eine scheuert, wenn er den obligatorischen Wutanfall auf sie hat. Der Abby gefangen nimmt, um Sir Roger damit zu erpressen, etwas für ihn zu erledigen. Und dann muss er auch noch sein Haus mit klassischem Dynamit wegsprengen, um alle Spuren zu verwischen. Es gibt sogar die bildhafte Szene, als Wynn und Bella dazustoßen, die Sprengsätze gerade zünden und die Druckwellenszene im Geiste in Zeitlupe abläuft. Da hätte ich auch eine Folge „Walker Texas Ranger“ oder sowas aus den 90ern sehen können. Heutzutage sprechen solche Copypaste-Plots einfach nicht für Qualität.

Außerdem ergibt es für mich so überhaupt keinen Sinn, warum man Norek befreit. Beschissener Plan. Er wird von allen für tot gehalten und weggesperrt. Vor allem Wynn darf ihn auf keinen Fall sehen und vielleicht erfahren, dass der Schnabeldämon noch lebt. Ihn jetzt also frei zu lassen, damit er Garouze für Sir Roger killt ist ein unverhältnismäßiges Risiko, selbst wenn er eine Killermaschine ist.

Ich muss zugeben, große Stellen der zweiten Hälfte habe ich einfach nur lustlos weggelesen, damit ich endlich fertig bin oder Absätze erreiche, wo wieder etwas interessantes passiert. Das Schiff wird wie anfangs erwähnt nochmal wichtig und verschluckt Garouze. Jetzt wird es wohl die nächsten Wochen weiter lustlos vor sich hin schaukeln, bis die Story wieder aufgegriffen wird.
Logans Geschichte war durchweg zufriedenstellend und hat vor allem wegen dem „eigenen Fall der Woche“ nur eine mittlere Note bekommen. Die Konsequenz daraus ist im Vergleich eine schlechte Wertung für dieses Heft. Gute erste Hälfte, für mich sehr enttäuschende zweite Hälfte. Schreib- und Logikfehler über den Roman verstreut. Das kann er doch viel besser.



PS. Ein allgemeines Wort zur Serie. Wenn Twilight City nur ein Fundament für eigene Erzählungen der Stammautoren bleibt, bin ich sehr bald raus. Ich habe akzeptiert, dass es kein Spin Off zu JS ist, sondern eine neue Welt. Aber ich hätte schon gern den Ausbau dieser neuen Welt, abgesehen von den wenigen Hauptcharakteren. Nächstes mal geht es dann wieder mit einer eigenen Geschichte weiter, vermute ich. Der Fortsetzung von Rafaels Richter-Entität. Ich habe mit PZ schon eine Serie, wo (fast) jeder Autor seine eigene Baustelle geschaffen hat.

erstellt am 06.04.17 21:11
ich geb dem roman 4 von 5 kreuzen. das neue schiff hats geschafft, von irgendwoher nach TC zu kommen. das krakenmonster, dass letztens ein schiff versenkt hat, konnt das nicht verhindern und ist anscheinend hinüber. ist aber eben noch das grosse rätsel, wie man aus der stadt rauskommt und was dann ist.

erstellt am 11.04.17 08:34
Ich habe mich sehr gut unterhalten bei der Lektüre von "Sie kommen".
Von mir gibts 5 von 5, nicht nur hier, auch im iBooks Store. (Obwohl ich das Gefühl habe, dass nicht viele Leute über iPad/iPhone Dark Land lesen) Schade.
Marc Freunds Art zu schreiben hebt sich ab. Echt gut zu lesen. Das Finale ging vielleicht ein bisschen überstürtzt von statten (Abwassertunnel, Explosion, Betäubungspfeile im Hafen), dafür bin ich schon gespannt wie es mit dem im Hafen liegenden Schiff weiter geht.

Mit der 14tägigen Erscheinungsweise bin ich glücklich. Ab und zu lese ich ein gutes, altes, dickes Buch und weil ich viel arbeite komme ich nicht regelmäßig zum lesen. Da kann es schon passieren, dass ich nach Stuckrad Barres "Panikherz" zwei Folgen Dark Land nachlesen muss. Bei einer wöchentlichen Erscheinungsweise käme ich hoffnungslos in Rückstand... jaja, ich weiß, mein Problem

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