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Thema: 2022 - Totenkult des Krakengötzen
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Antworten zu diesem Thema: 18

 
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erstellt am 07.04.17 21:27
http://www.bastei.de/imgs/472166431_05a2c02941.jpg

Geschrieben von Michael Breuer

Text wurde vom Nutzer versteckt, sichtbar machen?
Abrupt blieb Jenny Culver stehen. Bereits seit einigen Minuten fühlte sich die Blondine verfolgt.
Jenny verfluchte sich, die Abkürzung durch eine dunkle Seitenstraße genommen zu haben, bloß um ein paar Minuten schneller zu Hause zu sein.
Angestrengt lauschte sie. Die Schritte des Verfolgers waren jetzt verstummt. Hastig blickte sie sich um, als sich plötzlich eine gespenstische Gestalt aus der Dunkelheit der Gasse löste. Sie verströmte einen fischigen, Übelkeit erregenden Gestank. Ihr Körper wirkte eigenartig deformiert.
Und als die Gestalt ihren Mantel öffnete, begann Jenny zu schreien …


jetzt nicht wegen dem vorschautext, aber ich war noch nie so gespannt auf einen roman von michael

ein 2teiler. da hab ich jetzt echt hohe erwartungen die titelbilder von den 2 romanen find ich auch schon mal gut.

krakenmonster sind anscheinend in, bei dark land auch.

erstellt am 09.04.17 18:25
Der vorliegende Roman hinterlässt zwiespältige Gefühle. Zwar ist es schön zu sehen, wie sich das Thema um den Krakengott Bayramak-Lö aus Band 1886 "Der Gott aus der Tiefe" weiterentwickelt und der Beginn des Heftes ist auch durchweg stimmig geschrieben, auf der anderen Seite aber verstrickt sich der Autor im Verlauf des Romans in zu langwierige Beschreibungen und Wiederholungen, so dass kaum Spannung aufkommt. Darüber hinaus nervt es irgendwann, andauernd von "enthirnten" Frauen lesen zu müssen, die sich " wie Zombies bewegen". Zudem ist die Story auch inhaltlich nicht immer logisch, oder zumindest nicht immer nachvollziehbar. Glaubt man zu Beginn, dass ein Chirurg als Jünger des Krakengottes eine übergeordnete Rolle spielt, da er zahlreiche Handlungs-und Wortpassagen erhält, erweist sich das als falsch, da dieser dann plötzlich ohne plausible Erklärungen einfach entsorgt wird. Auch bleiben die Beweggründe des Chirurgen, sich auf die Seite der Krakenjünger zu stellen, vollkommen im Dunkeln. Es wirkt alles irgendwie inkonsequent: Jane Collins wird entführt, soll aber nicht "enthirnt" werden, da die genaue Anzahl an benötigten weiblichen Opfern bereits erzielt wurde, später aber werden plötzlich einfach vier Frauen für andere Zwecke abgezogen...
Letztendlich gibt es auch Unstimmigkeiten mit der Erzählperspektive. Unnötigerweise werden Johns Handlungen einmal nicht aus der Ich-Perspektive geschildert, was zu einen wenn auch kleinen Bruch im Lesefluss führt.
Dass es im aktuellen Heft zudem schon wieder um Gehirn-OPs geht, ist zudem grenzwertig.
Fazit: Der Roman liest sich nicht flüssig, ist leidlich spannend, die Handlungen nicht immer logisch und manche Motive und Hintergründe fehlen (noch) vollständig.

erstellt am 09.04.17 21:03
Enthirnt?

erstellt am 10.04.17 18:19
Ist das nicht genderspezifisch? Muss man das extra erwähnen?
Ok, ok, Scherz. Die fünf Euro sind schon eingeworfen...

erstellt am 11.04.17 08:20
corto feldese schrieb:
Ist das nicht genderspezifisch? Muss man das extra erwähnen?
Ok, ok, Scherz. Die fünf Euro sind schon eingeworfen...


So was kostet aber mindestens 10 Euro!

erstellt am 12.04.17 12:40
Terminatrix schrieb:
corto feldese schrieb:
Ist das nicht genderspezifisch? Muss man das extra erwähnen?
Ok, ok, Scherz. Die fünf Euro sind schon eingeworfen...


So was kostet aber mindestens 10 Euro!


Oder Euroninnen? Okay, okay ... ich werf auch was rein.
Aber nur, wenn wir aus dem Forum davon mal zusammen essen gehen.

erstellt am 12.04.17 15:21
Ich habe ihn noch nicht gelesen, aber: welches Motiv? Der Krake will halt eine Hirnsammlung haben. Die einen sammeln Briefmarken, und er eben Hirne - jetzt lasst den Armen doch mal

erstellt am 12.04.17 16:34
"Den Armen" hört sich bei einem Kraken irgendwie witzig an.

erstellt am 17.04.17 22:34
Nun, ganz so schlecht fand ich ihn jetzt nicht. Schließlich ist es ja auch ein Zweiteiler, da muss der Spannungsbogen ja noch Luft nach oben haben. Ich bin sicher, im zweiten Teil klärt sich total viel auf, was wir jetzt irgendwie seltsam fanden, - oder auch beim Lesen einfach mal so als Gegeben hingenommen haben. Ich bin ja nicht die Frau, die immer die großen Logikfehler sucht. Aber der Reihe nach:
Inhalt:
Jane wird in ihrem Job als Privatdetektiven auf das Verschwinden eines Gehirnchirurgen angesetzt und findet eine Verbindung zum Krakenkult von Bayramok-Lö. Zeitgleich verschafft sich ein findiger Professor Zugang zum Lö-Buch, das immer noch im Yard-Archiv vor sich hin staubt. Sir James und das Team erhoffen sich neue Erkenntnisse vom Sprachwissenschaftler, doch der verduftet, nachdem er die wichtigen Passagen auswendig gelernt hat. Jane ruft John und Suko auf den Plan nach Southampton, hält sich natürlich nicht an Abmachungen und begibt sich in Gefahr. Dort spielen bei den Kraken-Anhängern gehirnoperierte Frauen eine noch unbekannte Rolle.
Negativ:
Auch ich stolperte immer wieder über das Wort „enthirnt“. Aber- es steht im Duden mit der Erklärung „schwaches Verb: jemandem oder einem Tier das Hirn entfernen“. Hat MB sich also nicht ausgedacht, auch wenn es sich vielleicht so liest. Trotzdem klingt es in diesem Zusammenhang irgendwie unfreiwillig komisch und grotesk. Außerdem ist das Gehirn nach der OP noch da, nur halt manipuliert. „Enthirnt“ würde ich also eher im Bereich der Mumifizierung vermuten. Ich denke, da hätte man ein besseres Verb finden können, das den Zustand nach der OP treffender beschreibt. Aber nun gut, wollen wir uns hier mal nicht an einem Wort aufziehen.
Ebenfalls auffällig war für mich, dass es jetzt zwei Wochen hintereinander um Hirn-OPs ging. Nachdem wir das ja die letzten Jahre nicht mehr thematisiert hatten. Dafür können weder Autor A noch Autor B was, die ja unabhängig voneinander schreiben. Das hätte man irgendwie auf einer diese ominösen Konferenzen besprechen können, was wohl nicht passiert ist. Die Herren hatten ja schon mal zusammen einen Roman geschrieben, vielleicht können sich in Zukunft ihre Figuren einen OP-Saal teilen. Würde ja auch Kosten sparen.
Einmal muss ich noch sprachlich meckern. Auf S. 26 geht es um offene und verschlossene Türen. Hier finde ich dreimal hintereinander die Formulierung „erwies sich als verschlossen/unverschlossen“. Einmal links Mitte die „Haupttore“, im selben Absatz etwas weiter unten der „Seiteneingang“ und auf der rechten Seite unteres Drittel die „schwere Metalltür“. Gut, vielleicht jammere ich jetzt echt auf hohem Niveau, aber wer als Autor eine 1+mit-Sternchen haben will, hat sowas im Blick.
Positiv:
Meine Lieblings-Hass-Figur Jane ist genauso, wie sie immer ist. Frau super-toughe Privatdetektivin latscht den Bösen natürlich genau in die Arme und muss sich von John retten lassen. Wie immer. Also insofern hat MB sie genauso beschrieben, wie ich sie seit Jahren erlebe.
Ich habe ansonsten eigentlich nichts zu meckern. War doch alles gut. Szenen wie das magische Telefonat inklusive Katzen-Meuchelung finde ich gut (S.22/23) (bevor die Tierschützer aufschreien: Natürlich nur fikitv im Roman!), Flucht per Bus fand ich auch gut (S. 44), erinnerte mich irgendwie daran, wie ich als Kind „Scotland Yard“ gespielt habe und eine Bus-Karte eingesetzte habe. Sätze wie „wenn der Mond im richtigen Verhältnis zu den Gestirnen steht…“ liebe ich, leider finde ich sie jetzt im Heft nicht wieder. Bin mir aber sicher, dass ich sowas bestimmt 2mal gelesen habe.
Fazit:
Bei mir gibt es diese Woche also sprachlich einen halben Punkt Abzug für „enthirnt“ und die Türen. Einen weiteren halben Punkt gibt es dafür, dass ich die Geschichte insgesamt nur „gut“ und nicht „genial“ fand. Gibt insgesamt eine 2, oder 4 von 5 Tentakeln. Verglichen mit Flo´s Roman letzte Woche also dasselbe Endergebnis. Vielleicht steigert sich das ja noch nächste Woche. Aber auch 2er-Romane kann ich in dieser Qualität noch jahrelang gerne lesen.

erstellt am 17.04.17 22:45
Neo09 schrieb:
Es wirkt alles irgendwie inkonsequent: Jane Collins wird entführt, soll aber nicht "enthirnt" werden, da die genaue Anzahl an benötigten weiblichen Opfern bereits erzielt wurde, später aber werden plötzlich einfach vier Frauen für andere Zwecke abgezogen...
So habe ich das nicht gesehen. Jane hat sich ja mit ihrer Schnüffelei geradezu aufgedrängt. Die wurde ja nun nicht wie Jenny von der Straße weg entführt. Was sollten die denn tun? Sie laufen lassen?
Wenn ich auf S. 47 nachlese ist auch nicht von einer "genauen" Anzahl an Frauen die Rede, da heißt es nur "genug". Das ist ja eine relative Aussage, so wie man auch genug T-Shirts im Schrank hat und keine neuen braucht. Er nimmt 4 "Stück" mit und hat die anderen "auf Halde" und kann sie für andere Zwecke einsetzen.

die Handlungen nicht immer logisch und manche Motive und Hintergründe fehlen (noch) vollständig.

Genau deshalb ist es wahrscheinlich ein 2-Teiler! Warte doch mal ab. Bin mir sicher, das klärt sich alles.

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