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Thema: Robert Ullman - Kommentare und Listen zum Werk Stammels und Eglis
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erstellt am 09.04.17 15:08
Bevor der G. F. Unger-Thread (der ja schon von einem TB-Listen- zu einem Werklisten- zu einem Unger-Freunde-plaudern-Thread geworden ist) mit zuvielen Infos zu anderen Autoren zu einem allgemeinen Western-Thread verwässert wird (den haben wir unter "Spannungsromane" ) und da es gerade nach dem Beginn einer Ullman-Diskussion klang, eröffne ich mal diesen Thread über ROBERT ULLMANs WERK, das meines Wissens von den Autoren Stammel und später Egli geschaffen wurde.

Wäre klasse, wenn hier alle Infos und Meinungen gesammelt werden könnten, vielleicht mag ja auch Grubert hier seine Liste reinstellen, welche Ullmans von Stammel, welche von Egli stammen.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 15:09 Uhr bearbeitet)

erstellt am 09.04.17 15:16
@Grubert
Was ich im Unger-Thread geschrieben hab, bezog sich a) im Speziellen auf den Roman "Texanerehre" und b) im Allgemeinen - deutlich deklariert - auf den Stammel-Ullman, also auf die mit Robert-Ullman gezeichneten Romane, die ich aus Erscheinungszeitgründen (bisher) Stammel zurechne.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 15:37 Uhr bearbeitet)

erstellt am 09.04.17 17:31
Hier nochmal meine Kritik zu Robert Ullmans "Texanerehre", der wohl die Heftromanversion von "Salbeibusch-Justiz" und identisch mit "Erben der Gewalt" ist. (Und einer der letzten (?) von H.J. Stammel unter Ullman geschriebenen Romane gewesen sein soll.)

Und der wieder genau das hatte, was ich mit Stammel-Ullman verbinde: Weder sprachliche Schönheit oder zumindest Besonderheit, sondern geschrieben wie ein karger Tatsachenbericht, womit Authentizität vorgegaukelt wird, was durch das ständige Einstreuen historischer Namen noch verstärkt werden soll. Es ist aber eine reine Pseudoauthentizität (die historische Handlung, an die er sich anlehnt, wurde einfach mal eine Dekade nach vorn verlegt, damit es wohl westerngemäßer ist.) Atmosphäre dabei? Fehlanzeige! Innere Dynamik der Szenen? Fehlanzeige! Ansatzweise Charakterisierung der Protagonisten? Fehlanzeige!
Keine der Figuren wird mit Leben erfüllt, nur ein gehäuftes namedropping. So bleibt der Leser immer in Distanz, es gibt kein romanhaftes Eintauchen. (Sprachlich gibt es nur eine nettere Beschreibung eines Sonnenauf- oder -untergangs.)

Es werden in der ganzen Schablonenartigkeit (fast) alle Definitionen von Trivialliteratur aufs Anschaulichste erfüllt, mit einer inhaltlichen Ausnahme, dass nämlich das Rechtssystem und die hier korrupte Staatsmacht kritisiert wird, was aber ja schließlich behoben wird.

Wie gesagt, da es eine (wohl) gekürzte Version ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, inwieweit meine Vorwürfe in diesem Fall evtl. Bearbeitungen/Streichungen geschuldet sind. Sie entsprechen aber meinen Erinnerungen an die (nicht gekürzten, sondern verlängerten) C.S. Hagen Bücher dieses Autors. Und ich hatte vor kurzem wieder "Die Stunde der Cowboys" von Stammel/Ullman in Händen, ein Buch, das seine Faszination daraus zieht, dass es einen Authentizitätsanspruch hat. Fällt dieser jedoch weg, dann fällt alles weg, bleibt nichts. Und leider hat Stammel dieses Renommee ja eigenhändig in den Präriestaub getreten.

erstellt am 09.04.17 23:41
User Zyklotrop schrieb am
19.03.2013 um 21:16 im comicforum.de über Robert Ullman:
"Den halte ich für gnadenlos überschätzt, ich finde die meisten seiner Romane bestenfalls durchschnittlich."

Und ergänzte um 21:32 Uhr:
"Um nochmal auf Robert Ullman zurückzukommen: unter diesem Pseudonym schrieben mindestens zwei Autoren, also sind stilistische Unterschiede nicht überraschend. Ein anderer Kritikerliebling neben Ullman in Bezug auf angebliche "Authentic Western" war und ist auch U.H.Wilken. Auch den halte ich für ziemlich überschätzt."

(Und weiter zu Wilken: "Rein stilistisch war er hervorragend, auch an Spannung mangelte es nie, aber Wilken neigte zu völlig vertrottelten Handlungswendungen und Unlogiken. Eine seiner beliebtesten Serien war ja die "Dan Oakland Story", in etwa mit Buddy Longway vergleichbar. Der Held ist ein älterer, korpulenter Trapper, dessen indianische Frau bereits verstorben ist. Auch hier sind die Stories an sich sehr gut, werden aber immer wieder durch haarsträubende Unlogik verhunzt. Oakland -der erfahrene Trapper- benimmt sich einmal wie ein verblödetes Greenhorn, dann wieder wie Lassiter, indem er reihenweise Revolverhelden im Saloon umlegt." )

Ja, die Geschmäcker sind halt verschieden, immerhin gefiel bis mindestens in die 70er-Jahre Ullman nicht nur einzelnen Kritikern, sondern auch einer großen Leserschar. Es wird gern kolportiert, dass er in den 60ern der erfolgreichste deutsche Westernschreiber nach Unger war. Für mich war er auf jeden Fall neben Unger und Serienschreiber ("Wyatt Earp" ) William Mark der populärste deutsche Westernautorenname. (Vielleicht weil der Name optisch auffiel, vielleicht weil er durch ständige Umtitelung eine hohe Roman-Präsenz hatte. ) Doch richtig spannend fand ich ihn nie, höchstens interessant. Und irgendwann zerplatzte ja seine "Hach, wie authentisch"-Blase...

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 23:42 Uhr bearbeitet)

erstellt am 10.04.17 10:49
Alfred Wallon schrieb im Bastei-Forum unter "Western" (bei "Spannungsromane" ) am 28.05.16 um 22:56 Uhr in Sachen Ullman:

"Stammel - darüber habe ich mich auch früher gewundert. Weil der Schreibstil sehr oft völlig unterschiedlich war. Werner J.Egli hat einen sehr prägnanten Stil, den man sofort erkennt - besonders deutlich merkt man es bei seinen Chesterfield-Romanen, die ich besonders geschätzt habe. Aber auch alles, was er zuletzt unter dem Namen Jefferson Parker geschrieben hat."

Zeerookah antwortete am 29.05.16 um 00:47 Uhr:

"Ich habe als Kind diese Unterschiede überhaupt nicht verstanden. Ich weiß aber nicht wen ich unter Ullman zuerst gelesen habe. Stammel oder Egli
Folge war das Robert Ullman als Jugendlicher bei mir auf der Strecke blieb.
Nachdem ich als Erwachsener mal ein paar Infos gelesen hatte kam ich mir schon für dumm verkauft vor."

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 10:50 Uhr bearbeitet)

erstellt am 10.04.17 11:29
Der Western- und Westen-der-USA- Experte DIETMAR KUEGLER alias John Grey ("Ronco" ) schrieb im zauberspiegel-online.de:

"Mit Werner Egli bin ich sehr gut ausgekommen, vielleicht auch, weil er ebenfalls intensive Amerika-Erfahrungen hatte und wir daher gut miteinander reden konnten. (Er hat zeitweise, was viele gar nicht wissen, für H. J. Stammel gearbeitet; einige der besten Robert-Ullman-Romane sind von Egli verfasst worden.) Seine Chesterfield-Romane gehörten mit zum Besten, was es damals im deutschen Western gab. Er hatte die amerikanische Mentalität verstanden und umgesetzt.
H. J. Stammel hat mich verständlicherweise zeitweise als direkten Rivalen gesehen, aber letztlich haben wir sehr gute Gespräche miteinander geführt, wobei ich in den letzten Jahren ein eher gemischtes Verhältnis zu ihm hatte. Wie oben erwähnt, habe ich von Werner Dietsch gelernt, jeden Leser zu respektieren. Diese Ansicht hatte Stammel nicht, was letztlich leider seinen Absturz als Fachbuchautor verursachte. Auch ich war sehr enttäuscht, als ich feststellen musste, dass viele seiner historischen Angaben überhaupt nicht stimmten, reine Fantasie waren; mehr will ich dazu nicht sagen. Dabei hatte ich ihn zeitweise als Vater des Authentic-Western als großes Vorbild gesehen. Das war frustrierend. Als ich Gelegenheit hatte, ihm meine Einstellung dazu direkt zu sagen, hat er solche Bedenken als nebensächlich abgetan. Ich habe das als tragisch empfunden; denn noch heute bin ich der Meinung: Man muss seine Leser ernst nehmen, man lebt schließlich von ihnen. Zuletzt rief er mich ein halbes Jahr vor seinem Tod an, weil er händeringend einen Verleger suchte. Das Gespräch war für mich sehr bedrückend, da ich ihm nicht helfen konnte. Zugleich war er ein höchst unterhaltsamer Mann, der wunderbar fabulieren konnte. Münchhausen hätte von ihm lernen können. Wirklichkeit und Fantasie verschwammen bei ihm, und er konnte Menschen mit seiner starken Präsenz faszinieren. Als Persönlichkeit mit großer Leistung respektiere ich ihn noch heute, aber als Mensch war er letztlich kein Vorbild mehr für mich."

Das gesamte, interessante Interview über Kollegen und den Western von gestern, heute und morgen findet man unter
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/frage-antwort/i...

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 11:33 Uhr bearbeitet)

erstellt am 10.04.17 15:21
In der "Zeit" rezensierte Horst Künnemann vor 45 Jahren ein Herder-Buch von C.S. Hagen alias H. J. Stammel alias 1/2 Robert Ullman und ging noch von der Authentizität der Fundstellen aus:
http://www.zeit.de/1972/47/erzaehlte-abenteuer

erstellt am 10.04.17 23:12
Ich selbst meinte am 29.09.16 um 07:19 im Bastei-Forum zum Vergleich Rex Hayes / Robert Ullman:

"Ich würde nicht sagen, dass man Ullman zu nahe treten kann, wenn man ihn mit Hayes vergleicht. Denn tatsächlich halte ich Hayes, von dem ich mehr gelesen hab, Ullman gegenüber für überlegen. (Natürlich immer mit der Einschränkung, dass ich von beiden nur einen Bruchteil ihres Schaffens kenne.) Von Ullman hab ich dabei inzwischen weniger gelesen als von Rex Hayes, schlichtweg aus dem Grund, dass ich Robert Ullman nie so übermäßig spannend fand und sein Stil mich auch nicht gepackt hat. Trotz seines (Pseudo?)-Realismus.

Nun kann man beide nicht ganz so vergleichen, da Hayes/Rexhaus alle seine Romane meines Wissens selbst geschrieben hat, während als "Robert Ullman" nicht nur H.J. Stammel selbst geschrieben hat, sondern (u.a.) auch Egli.
Entgegen der oben von mir an Ullman geäusserten Kritik, mochte ich als Jugendlicher Stammels Sachbücher sehr gern und fand sie sowohl packend wie auch hochinteressant (bis ich erfahren hab, dass er es mit den Fakten nicht wirklich genau nahm). Und Eglis unter eigenem Namen verfassten Bücher fand ich nicht nur stilistisch herausragend, sondern auch inhaltlich. Und durchaus spannend.

Aber die Heftromane von Ullman, der in meiner Jugend fast so populär war wie Unger, waren genausowenig mein Ding wie die bei Rowohlt erschienenen "Authentic Western"-Taschenbücher, die Stammel unter dem Namen Christopher Hagen schrieb."

zeerookah
antwortete am 29.09.16 um 07:52 Uhr:
" @corto
Haha soviel Übereinstimmung in einer Aussage/Meinung hat man ja selten.
110% Zustimmung von meiner Seite."

erstellt am 11.04.17 22:30
Lol,
der köstlichste Thread aller Zeiten. Ganz großes Kino.

Aber ein Autor muß schon Klasse und Relevanz haben wenn sich Einer heute noch so viel Mühe macht ihn mit aller Gewalt so richtig schlecht finden zu wollen.
Auch ist Ullmans Werk in seiner Gesamtheit viel zu überragend als daß es durch jegliche Art von Kritik, der Berechtigten wie auch der Unberechtigten, zu beschädigen wäre.

Ja Corto, jetzt hast du ja hier deinen Ullmann Haß Thread, den lass ich dir, und da kannst du dich so richtig austoben. Bin jetzt schon gespannt was noch so Geniales kommt.
Und jedesmal wenn dich Grubi wieder mal verärgert hat, dann schnappst du dir einfach den nächsten Ullman und haust hier zum Beruhigen einen weiteren Mega-Verriß rein. Da war der Euro fürs Ullman Paket doch bestens investiert.

erstellt am 11.04.17 23:49
Der Thread ist dazu da, Kommentare zu Ullman, Stammel und Eglis Werk einzustellen und so zu sammeln. Ob positive oder negative. Ob eigene oder fremde. Fundstücke, Links.
Schreib doch eine positive Kritik zu einem oder mehreren Roman/en von Ullman.
Oder stell als Info Deine legendäre Autorenliste (was ist von Stammel, was von Egli) samt Alzernativtitel rein. Ich schätze, das ist für nicht wenige interessant. Denn dass Ullman einer der berühmtesten deutschen Westernautorennamen ist, ist doch unbestritten.

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