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Thema: 2025 Wenn das Böse Rache nimmt
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erstellt am 04.05.17 18:22
Inzwischen bin ich auch bei Florian gespannt und skeptisch, wie eine Geschichte im Detail ist. Eigentlich wurde ich hier vollkommen positiv überrascht. „Das war ein Kracher“, würde John sagen. Ein Großangriff auf das altbekannte Silberkugel-Kloster und das naheliegende Dörfchen. Dabei stellt Beelzebub sich schlauer und gnadenloser an, als viele seiner Dauergegner-Kameraden. Wie in guter alter Zeit. Sogar die anfangs für mich unnötige Riesenfliege erhält ihren Sinn. Es passiert zwar ziemlich viel und ist im Ausmaß Hilleberg-episch, aber den Großteil des Heftes ist es nicht übertrieben. Beelzebub inklusive Fliegenschwärme, die Horror-Reiter und übernommene Menschen. Das hätte so auch ein Klassiker von Stephen King sein können. Ja, das ist durchaus als großes Lob gedacht.

Die Lage ist also ziemlich ausweglos für John, auch weil Beelezub mitdenkt. Die Kreuzformel kann da nicht so einfach gerufen werden. Auch der gnadenlose Logikfreund wird prima unterhalten. Ab dem Finale habe ich dann doch noch Sachen gefunden, die mir nicht so gefallen haben. Dass man Beelzebub mit Engelsanrufung und Bumerang so „einfach“ in die Flucht schlagen kann hat mich schon überrascht. Vor allem da er hier die Unterstützung von Asmodis und Baphomet bekommt. Danach tauchen noch kurz die Horror-Reiter auf, und wie ich das gelesen habe, hätten sie John locker töten können. Aber – wie fast immer – verfolgt der Bösewicht einen geheimen Masterplan und nutzt diese Gelegenheit nicht. Beim Täufer haben wir als letztes gesehen, wie gut sowas funktioniert.

Mir hat das Großaufgebot der Royal Army dann die Stimmung ruiniert. Gut geschrieben und nicht unlogisch. Ich mag meine Helden aber als kleine Spezialagenten-Eingreiftruppe ohne anrückende Panzer und Hubschrauber. Für die Handlung war das eh unnötig, die Horror-Reiter rücken freiwillig ab, weil sie mit diesem Blut-Zeug den „Evil Masterplan“ an John erfolgreich umgesetzt haben. Die hätten die sterblichen Streitkräfte doch locker platt gemacht.

Zum Schluss die größte Kritik im Epilog. Die einzige Stelle im gesamten Roman, wo ich wirklich den Finger in die Logik-Wunde legen kann. Mit der Weißen Macht haben wir ein weiteres Bollwerk gegen das Böse, das keine Abwehrmaßnahmen trifft. Weißmagische Dämonenbannzauber an den Wänden, für die Wachleute Anhänger gegen Fremdbeeinflussung, magische Alarmtrigger, da muss doch was drin sein. Da Matthias so mächtig und ehemaliger Agent der Weißen Macht mit Insiderwissen ist, hätte er solche Sachen locker umgehen können. Es hätte nichts an der Handlung des Epilogs geändert. Es werden Sicherheitssysteme gegen Menschen erwähnt, speziell etwas gegen Dämonen reinzuschreiben, wäre da kaum ein Mehraufwand gewesen.


Perfekt ist der Roman also nicht. Trotzdem bin ich versucht, die Bestnote zu zücken. Rein vom Lesespaß ist das verdient. Zwar gibt es noch einen allerletzten Kritikpunkt, der richtet sich aber an das gesamte Autorenteam.


Die Geschichte ist bis auf Kleinigkeiten tadellos gelungen, besser hätte das Dark auch nicht machen können. Wenn er aber solche Klopper geschrieben hat, dann als Jubiläumsband. Als Trilogie, oder gar fünfteiligen Megaplot. Hier wird sowas mittendrin in einem Einzelband gebracht. Das Kloster ziemlich zerstört, die meisten Mönche tot und das Dorf auch ausgerottet. War das so abgesprochen? Oder, wenn ich deutlich werden darf, ist es jetzt wirklich an der Zeit, Florian etwas in seine Schranken zu Weisen? Ich schaue mal auf die roten Fäden und allgemein die Action in den Heften. Bei Dark passiert gar nichts mehr, bei den Co-Autoren zu viel in zu kurzer Zeit. Kann man bitte einen Schritt zurück fahren? Ok, ich habe gerade nachgeschaut. Die Täufer-Trilogie war im Februar und abgesehen von Bayramok-Lö ist bis dahin nichts großes mehr passiert. Vielleicht muss ich mich nach all den Jahren einfach daran gewöhnen, dass wieder Bewegung in der Serie ist.

erstellt am 05.05.17 15:07
Wenn Stillstand in der Handlung gleichbedeutend mit Rückschritt ist ( und so war es seit der Vernichtung Belials vor langen Jahren), dann ist der vorliegende Roman ein Quantensprung nach Vorne. In Jason Darks Romanen passierte rein gar nichts Bewegendes mehr, ein Mitfiebern war nicht mehr möglich, mit wem auch, da man sichergehen konnte, dass keiner Hauptperson auch nur ansatzweise etwas passieren würde? Es gab nur noch das "Monster der Woche", der Schreibstil wurde von Jahr zu Jahr schlechter, Konzepte nicht mehr zu erkennen. Moderne Serien, ob als Romane oder im Fernsehen, zeigen Entwicklungen, Tiefgang in Emotion und Handlung, sind gemäß der Themen möglichst realistisch aufgebaut. Bei einem Geisterjäger wäre es höchst unrealistisch, wenn ihm und seiner Crew nie etwas Schlimmes passieren würde. Die Spannung resultiert so auch aus dem daraus sich entwickelnden neuen Beziehungen zueinander und dem Umgang der Protagonisten mit den Schicksalsschlägen. Passiert hier aber rein gar nichts, wird es langweilig, unlogisch und erinnert überspitzt ausgedrückt an eine Folge aus der Serie "Die Waltons". Für den vorliegenden Roman möchte man dem Autor für seinen Mut die Hand reichen. Es stimmt schon und wäre besser gewesen, wenn man solche gravierenden und besonderen Enteicklungen besser in zumindest Zweiteiler verpackt hätte, ansonsten aber macht das Lesen endlich wieder Laune. Eben weil man jetzt nicht mehr weiß, dass immer alles nur gut ausgehen wird. Ich bin quasi mit John Sinclair aufgewachsen, meiner Meinung nach sind die neuen Autoren wie eine Frischzellenkur für den Geisterjäger. Gratulation an IRH, und möge es dir nicht so ergehen, wie der Hauptfigur aus Stephen Kings "Sie".

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 15:08 Uhr bearbeitet)

erstellt am 06.05.17 00:31
5 von 5......das wird langsam Gruselig Jungs. Was für ein heftig guter Roman.

Wenn das Böse Rache nimmt - wirkt das Kreuz plötzlich wie aus nem Kaugummi-Automat gezogen. Ich bin immer noch geblättet und beeindruck. Gerade vom Showdown.

Der Einsatz der Army und das Verhör von John und Suko hat die realistischen Eindruck gut unterstützt. Untermalt meine Meinung, die ich im Rezi vorher geäussert habe.

Das Matti so locker bei der weissen Macht reinmaschiert, ohne dämonische Abwehr kritisiere ich da auch.

Ansonsten; großes Kino.

erstellt am 06.05.17 20:38
Eieiei. Wenn Flo mal mit seinem Laptop kräftig hinhaut, dann wächst da so schnell kein Gras mehr.
Inhalt:
Angriff auf das Kloster St.Patrick und das dazugehörige Dorf Peelham. Da die Gegner schwere Geschütze auffahren, Fliegen und Maden weisen auf Beelzebub hin und AEBA ist auch mit von der Partie, wirft auch die Geisterjäger-Seite einiges in die Waagschale und wird von Ignatius mit einer Abordnung aus Rom unterstützt. Auch hier werden wieder der Geheimdienst und sogar das Militär involviert!
Meinung negativ:
Der Anfang plätschert (meiner Meinung nach) so ein wenig JS-Grusel-mäßig dahin. Ein paar Fliegen hier, ein paar Maden da, AEBA reitet einen Pfarrer um. Aber wir kennen ja Flo und seinen Stil inzwischen ein wenig und es hätte mich gewundert, wenn es so weiter gegangen wäre. Bis zur Seite ca. 46, wenn es anfängt im Kloster rund zu gehen, bekommt der Roman von mir nur 4 von 5 Fliegen.
Was mir (wieder) nicht gefallen hat, waren das Militär und der Geheimdienst. Das sehe ich ähnlich wie GG. Sicher, Sir James hat die Möglichkeiten dazu, aber ich finde es immer blöd, wenn zu viele Personen außerhalb des Teams in den Kampf miteinbezogen werden. John versucht doch immer die Bevölkerung glauben zu lassen, es gäbe keine Dämonen. Auch um keine Massenpanik heraufzubeschwören. Jetzt involvieren wir das Militär und ein ganzes Dorf verschwindet. Das ist mir zu viel. Wie soll man denn das erklären? Soldaten hätten ja vielleicht noch zum Stillschweigen verpflichtet sein können. Aber die Dorfbewohner werden doch sicher irgendwo vermisst. Ich habe mich bei „den Fängen des Satans“ schon ähnlich geäußert, wenn auch nicht so ausführlich.
Meinung positiv:
Mann, Mann, Mann, hier geht es ja mal wieder voll ab! Was für ein wunderbares Gemetzel! Hier rollen die Köpfe, wie bei den Deutschen Meisterschaften im Kegeln die Kugeln. Welch fantastisch-emotionale Reaktionen unserer Helden! Ich hätte ja vor Rührung fast geheult, als Suko liebevoll auf S. 59 Johns bewusstlosen Kopf auf seinen Oberschenkel bettet! Wunderbar! Ignatius für immer gebrandmarkt! Oah! Kloster zerstört, Mönche tot, also ich finde das obergeil! Im Epilog Matthias, der als drohender Bote Ignatius und die gesamte Weiße Macht in ihre Schranken weist. Sehr, sehr schön! Klingt vielleicht seltsam, dass ich solch positive Adjektive für den größten Horror verwende, aber JS- und Gruselfans wissen, wie ich es meine. Also ab S. 46 bekommt dieses Heft von mir auch 5 und 5 Gummipunkte.
Fazit:
Insgesamt ergeben sich hier 4,5 von 5 Gummipunkte. Und das finde ich auch im Verhältnis zu den letzten Heften, die von mir die volle Punktzahl bekommen haben gerechtfertigt.

erstellt am 06.05.17 20:43
Vikki schrieb:
Das Matti so locker bei der weissen Macht reinmaschiert, ohne dämonische Abwehr kritisiere ich da auch.

Warum denn nicht? Wir reden hier von Matthias und nicht von irgendeinem x-beliebigen VAmpir oder anderer niederer Kreatur. Der soll ja so mächtig sein, da kann der auch locker jeden dämonischen Abwehrmechanismus überwinden. Irgendwie muss in der Serie ja klar werden, dass Matthias schon was besonderes ist. Und ich habe ja immer kritisiert, dass Matthias jedem Konflikt immer aus dem Weg gegangen ist. Dieser überhebliche Auftritt hat wunderbar gepasst, finde ich. Endlich wurde er mal so mächtig beschrieben, wie er ja schon immer sein soll. Mir hat das gefallen.

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