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Thema: 2026 Der Höllenclown
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erstellt am 12.05.17 18:16
Manchmal ist es echt verzwickt. Trotz Top-Wertung habe ich mich bei Florians letztem Roman beschwert, dass in einem regulären Heft zu wichtige Dinge passieren. Hier ist sehr auffällig das Gegenteil der Fall. Es passiert streckenweise zu wenig. Ich war wirklich verwundert. Als hätte er die Geschichte in Kooperation mit Dark geschrieben.

Die erste Hälfte habe ich mich gefragt, in welche Richtung das alles gehen soll. Anfangs gibt es eine Verletzte, die von einem Horror-Clown erschreckt wird und sich den Kopf anschlägt. Nichts gruselromanwürdiges. Danach eine ganze Weile nichts mehr. Dafür ausschweifende Beschreibungen. Dorftratsch, Gedanken von Nebencharakteren, Gedanken von John, ganz wichtig Johns Frühstück, Beschreibungen von Örtlichkeiten, und so weiter. Wäre das nicht in einer guten Schreibe verfasst, es hätte als Dark-Roman durchgehen können.

Die liebe Janine ist zentrale Figur der Geschichte und nervt ziemlich. Ich habe mir wirklich überlegt, ob ich einen Gruselroman oder den tragischen Abstieg einer traumatisierten psychisch instabilen Frau in den Wahnsinn lese. Es ist eine Sache, dass die Arme Halluzinationen von Horror-Clowns hat, die gar nicht da sind. Eine andere, dass sie komplett übertrieben darauf reagiert und hysterisch bis zum Gehtnichtmehr ist. Wie sie am Rad dreht, Janine hatte doch schon vorher ihre Problemchen. Am Ende wird der Stippenzieher gebannt und die Wahnvorstellungen hören auf. Ich würde sie trotzdem dringend zur Therapie schicken. Natürlich hat sie mir Leid getan, aber stellenweise ist sie mir mit ihrem Verhalten auf den Senkel gegangen. Und das ist nichts, was ein Autor von einer Figur des Schemas „Opferrolle“ will.

Dass John zu ihr fährt, nur weil sie Geräusche hört und Gestalten erspäht, die dann doch nicht da sind, kann ich noch akzeptieren. Janine ist in ihrer Hysterie davon überzeugt, dass dämonische Kräfte dahinter stecken. Ich meine, selbst wenn wirklich böse Grusel-Clowns (sie haben nur erschreckt und niemanden wirklich angegriffen) am Werke sind, ist das meilenweit von einem Dämon entfernt, der zum Beispiel ganze Dörfer in Monster verwandelt und eine Klosteranlage niederreißt. Vor Ort stellt sich dann heraus, dass Janine widersprüchliche Aussagen macht und sich selbst nicht so sicher ist, obwohl sie im Brustton der Überzeugung davon schwafelt, dass Monster hinter ihr her sind. Sie soll in ein Krankenhaus und vielleicht in eine Psychioklinik gebracht werden. Das klingt doch ganz nachvollziehbar. Und hier fängt es an. John beginnt sich stellenweise wie ein Arsch zu benehmen. In ruppigem Befehlston ordert er Kraft seiner Polizeimarke Polizeischutz für Janine an, die sie im Krankenhaus bewacht. Viele Dinge die der Geisterjäger macht lasse ich ihm durchgehen. Die Art aber nicht. Er ist sonst immer ein lockerer und freundlicher Mensch. Hier pocht er mehrmals auf seine heilige Oberinspektorautorität und redet auch mit Unbeteiligten Personen sehr schroff.

Zurück zur Handlung. In der zweiten Hälfte klärt sich alles auf. Der Einsatz der magischen Kreide und magischen Zeichen kann ich nur Loben. Wie auch dass dieses mal nicht direkt gegen ein Monster gekämpft wird, sondern die Amulette aufgespürt und unschädlich gemacht werden müssen. Das kurze Wiedersehen mit Barantar fügt sich schön in das Gesamtbild ein. Ach wäre doch nur der ganze Roman so gewesen, dann hätten mich nur die handelnden Figuren gestört.




Ich denke eine schlechte Wertung kann ich ganz gut mit meinem Gewissen vereinbaren.

erstellt am 12.05.17 22:25
????
Hä? Haben wir dasselbe Heft gelesen? Für eine ausführliche Bewertung ist es mir jetzt zu spät, aber meine Meinung geht ja meilenweit mit Deiner auseinander. Tja, allerdings ist das ja auch weder das erste noch das letzte mal, gell GG....

erstellt am 14.05.17 16:33
Inhalt:
Janine bittet John um Hilfe, weil sie panische Angst vor einem Horror-Clown hat. Der zögert erst, weil noch nichts Konkretes passiert ist, ist dann aber doch Freund und Gentleman, hat sowieso gerade nichts Besseres zu tun und macht sich auf den Weg nach Lauder, .. äh… Claughton. Gerade rechtzeitig, (wie immer), Janine wurde inzwischen vom Horror-Clown angegriffen. John wird schnell klar, dass die Lösung des Falls irgendwie mit dem Schloss zusammenhängen muss, an das er ja selbst keine guten Erinnerungen hat. Nur irgendwie scheint die Bedrohung hier höchst ominös und gruselig
Meinung positiv:
Mit hat der Roman sehr, sehr gut gefallen. Ich habe lange zischen 4.5 und 5 Clown-Masken hin und her überlegt, haue jetzt aber mal die volle Punktzahl raus, kostet ja kein Geld.
Die Krux des Romans ist die Vermischung von Fiktion und Realität. Realität in Sinne der Heft-Ebene. Und was im Heft real ist, erklärt uns John netterweise nochmal auf S12/13 „…Im Gegensatz zu mir, war James Bond schließlich nur eine Erfindung.“ Na klar, wir sind jetzt alle voll im Bilde, John-Ebene ist die Realität. Die Angriffe des Romans kommen nun aber aus einer anderen Ebene. Sichtbar sind sie nur für die angegriffenen Personen, für diese ist es in diesem Moment Realität! Für Janine, Esther und John im Krankenhaus und im Schloss (S.33) sind die Angriffe real! John flüchtet schon fast panisch aus dem Schloss, obwohl er nun keine heuriger Hase ist. Esther tot, obwohl keiner im Haus war. Diese Vermischung der Angriffe aus einer anderen Dimension heraus in die Realität, ohne dass für Außenstehede konkret ein Feind vor Ort ist, ist nicht neu. Habe ich hier in der Serie auch schon öfter gelesen. Aber noch nie so gut! Bisher war es mir immer entweder zu langweilig oder zu verrückt/skurril. Hier fand ich es absolut nachvollziehbar, genau das richtige Level. Ich konnte den Wechsel der Ebenen nachvollziehen. Aber wer das nicht konnte, kann mit dem Roman wohl auch nichts anfangen.

Der Roman ist, wie wir es von Flo gewöhnt sind, mit Querverweisen gesegnet und gut in den Serien-Hintergrund eingebettet.

Noch eine nette Kleinigkeit: Wir treffen im Heft nacheinander die beiden Freunde Clark und Lester. Irgendwie schließt sich da wieder der Kreis. Sehr nett.
Und: Wir haben wieder einen "Horace" in der Serie. Da muss die Liebe aber groß gewesen sein!

Meinung negativ
Es gab keine Szene, die mir nicht gefallen hat. John ist außergewöhnlich tierlieb, aber warum denn auch nicht. Ich kann (leider oder Gott-sei-Dank????) nur Kleinigkeiten kritisieren.
Auf S.4 überlegt Esther zwei Absätze hintereinander, ob sie ihren Mann anrufen soll, damit er sie abholt. Hatten wir ja gerade eben schon, bitte 1x streichen.
Flo hat anscheinend einen seiner eigenen Horror-Clowns gefrühstückt, die Läster-Schwestern im Supermarkt heißen „Helen“ und „Mirren“??? Und nächste Woche trifft John auf „Michael“ und „Jackson“, „Bud“ und „Spencer“ oder „Terence“ und …öh…„Hill“???? Aber das lassen wir jetzt lieber, sonst wird es zu kompliziert.….

erstellt am 16.05.17 12:04
leni schrieb:
????
Hä? Haben wir dasselbe Heft gelesen? Für eine ausführliche Bewertung ist es mir jetzt zu spät, aber meine Meinung geht ja meilenweit mit Deiner auseinander. Tja, allerdings ist das ja auch weder das erste noch das letzte mal, gell GG....

Hihi, ja bei Gleichgewicht ist Kritik eben garantiert. Bin immer gespannt was er wohl beim nächsten mal kritisiert. Seine Kritiken sind von Roman zu Roman manchmal so schön Paradox.

Ich fand den Roman wie leni schreibt, auch sehr gut. Volle Clownsmaskenpunkte.

erstellt am 16.05.17 18:18
Da ich in den großen Sinclairforen nicht der einzige bin der den Roman schlecht fand habe ich auch keine Gewissensbisse, ob ich vielleicht unter Drogen war, als ich den Roman gelesen habe.

erstellt am 17.05.17 16:18
Na dann ist ja alles gut...

erstellt am 11.08.17 04:11
Kann mir jemand beantworten, in welchem Sammelband (ca.) die Nummer drin sein wird (oder war)?

Mein Kiosk (der mir die Hefte aufhob) gab den Staffel weiter unter mysteriösen Umständen, ohne auch nur einen einzigen Kunden zu informieren, der neue Betreiber hatte auch keine Info. Seitdem hole ich die Hefte wieder vom Bahnhof, das meiste konnte ich noch erhaschen, bis auf diesen Titel.

Eigentlich hasse ich Clowns-Horror, aber es ist die einzige "Neue Autoren" - Nummer, die mir fehlt - ausgerechnet von Florian!

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 04:12 Uhr bearbeitet)

erstellt am 11.08.17 08:38
Da wirst du wohl noch ein wenig warten müssen. So weit mir bekannt ist, werden gerade erst die Nummern Anfang der 1900er abgefrühstückt. Und die Sammelbände kommen - glaube ich - alle vier Wochen raus.

erstellt am 11.08.17 17:08
Na, das sind nur ca. 3 1/2 Jahre; ist nicht soo tragisch, da es sich um einen für sich stehenden Roman handelt. Eine evtl. Fortsetzung kannst Du sicher so lange rausschieben.

Ernsthaft, wenn das während einer Trilogie oder dem "Angriff aus der Tiefe" .passiert wäre, würde ich mich schon ärgern (oder nachbestellen - was ich wegen einem Titel meide).

Deine Auskunft hilft mir da schon weiter, danke Dir für die prompte Rückmeldung, Florian! Hoffe, Ihr Autoren erhaltet für verkaufte SB Tantiemen, Deinen Anteil kannst Du dann schon mal für Ende 2020 / Anfang 2021 einplanen.

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