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Thema: 1123 Das silberne Herz
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erstellt am 16.06.17 18:43
Endlich wieder ein erwachsenes Märchen von Anika. Letztes mal durfte sie nur den Finalband der Rom-Trilogie schreiben, damit war ich nicht ganz zufrieden. Nach fast exakt einem Jahr wird auf Branwen und Gryf eingegangen und ich bin erneut verzaubert. Mit diesen beiden Figuren habe ich mitgefiebert, die beiden gehen mir ans Herz. Und als immer deutlicher wurde, dass sie kein einfaches Happy Ending bekommen werden musste ich schon schwer schlucken. Wow, der Klüver-Effekt ist auch nach 12 Monaten sofort wieder da.


Die Geschichte an sich ist ebenso schön. Der Anfang ist vielleicht nicht perfekt. Ziemlich langer Rückblick auf die vergangenen Geschehnisse und dann ziemlich langes Gequassel darüber, wie Gryf jetzt den gesicherten Zugang zur Anderswelt knacken will. Die Details können Zamorra und Nicole doch eigentlich egal sein, der Silbermonddruide hat ein ganzes Jahr geforscht und kann es eben.


In der Anderswelt ist nicht die Action das entscheidende. Viel davon gibt es nicht, eigentlich nur ein Kampf gegen ein Einhorn auf 65 Seiten. Sogar das titelgebende Herz wird ohne Kampf gewonnen, wenn der Preis auch vielleicht höher als ein paar Verletzungen ausfallen mag. Es sind die Beschreibungen, die mich so bezaubern. Diese Darstellung der mysteriösen Dimension, aus der so viele Legenden entspringen. Da ich schon andere Unterhaltungsmedien zu dem Thema genossen habe mag ich sogar die Gegenseite. Die Anderswelt ist ein raues Gebiet. Wenn im letzten Abenteuer bei der Wilden Jagd Menschen zur Unterhaltung getötet oder entführt werden, dann ist das doch nichts schlimmes. Erkläre einem Unsterblichen mal, dass ein Speer durch das Herz nicht lustig ist. Und wenn die Sterblichen so zerbrechlich sind, wieso sollte man diese niederen Kreaturen dann in Ruhe lassen? Und was kümmert es „die da drüben“, wenn die Sklaverei hier abgeschafft wurde und für uns Menschen unmoralisch ist. Demzufolge sehe ich in Arawns Bemühungen nichts schlimmes. Sie sind sogar begründet und machen für die Gesetze der Anderswelt total Sinn. Auch wenn ein anderer Teil von mir will, dass er seine dreckigen kleinen Elfenwesenfinger aus der Romanze zwischen Branwen und Gryf lässt.


Boa. Furchtbar. Dieser Plot zehrt an den Nerven. Und das ist gut so. Ich muss nicht mit einer Liste von Pro- und Kontrapunkten ankommen, um eine Bewertung zu vergeben. Die Bestnote ist für mich ganz klar, weil das einfach mein Gefühl ist.





PS. Nochmal zum Silbernen Herzen. Nicole tauscht eine Halskette, die Zamorra ihr geschenkt hat, dafür ein. Der Wächter nimmt diese als Gegenwert an, weil sie mit großen Emotionen verbunden ist. Die Halskette bleibt dort, „und alles was sie bedeutet“. Wird Nicole in Zukunft vielleicht ihre Gefühle für Zamorra verlieren, weil diese an die Kette gebunden sind? Das müsste sich dann aber über alle Romane ziehen und nicht nur über Anikas.

erstellt am 17.06.17 20:26
Anika Klüver spricht in "Das silberne Herz" grundlegende menschliche Konflikte an. Die Wahl Branwens zwischen entweder persönliches Glück oder aber Verantwortung für andere z.B. Anrührend auch die Entscheidung von Bran: Lieber Tod in der Heimat als ewiges Leben in der Fremde.

Ob Zamorra und Nicole den Tausch Kette gegen Silberherz noch bereuen werden?

Und wie muss sich Gryf fühlen? Für den langlebigen Silbermonddruiden dürfte die Verbindung mit einer Normalsterblichen auf längere Sicht Probleme mit sich bringen. Wer schaut schon gerne zu wie die Partnerin alt und hinfällig wird, während man selbst jung und kraftvoll bleibt.

erstellt am 17.06.17 22:32
Also ich werde das Gefühl nicht los, das Branwen überhaupt nicht die Anderswelt verlassen hat. Die Andeutungen von Arwnn gegenüber seinem Kammerdiener scheinen eher daraufhin zu deuten das er selbst als Branwen zur Erdenwelt kam, nur um anschließend Gryf zu ãrgern! Schòne Märchenumsetzung.
Aber warten wir die Fortsetzung ab, wird nicht ganz solange dauern wie von der vorherigen Episode ...
Zamorra spürte selbst das er was verlor, als Nicole das silberne Kettchen beim Wächter zurückließ, auch das ein Indiz das er nochmal zurückkkommen wird.

erstellt am 18.06.17 17:54
Mehr als ein GUT ist nicht möglich, da irgendwie zu wenig passierte und auch keine Spannung aufkam. Dennoch war der Roman recht flüssig zu lesen und war alles in einem besser als der Zweiteiler davor. Dennoch kein Roman, der einem lange in Erinnerung bleiben wird.

erstellt am 25.06.17 02:24
Also dies war mein erster Band von Anika Klüver und ich muss leider sagen, dass er mir absolut nicht gefallen hat. Das bedeutet im Gegenzug allerdings nicht, dass er qualitativ schlecht geschrieben ist.

Bisher habe ich die betreffenden Hefte immer bewertet, dass werde ich hier nicht tun da ich einfach zu subjektiv eingestellt bin. Anstelle Note nach Schulnotensystem werde ich es hier bei ein paar Worten belassen. Ansonsten würde ich hier nur eine sehr unfaire Besprechung abliefern.

Insgesamt war dies der bisher einzige Roman aus der PZ Serie, den ich sehr sehr oft unterbrochen habe. Ich wurde einfach nicht gefesselt und die andauernden Introspektiven und emotional geladenen Gespräche haben mich sehr gelangweilt. Wie bereits war dies mein erstes Heft aus der Feder von Anika Klüver, folglich kannte ich auch nicht die Vorgeschichte. Obwohl es eine Art "Rückblende" gab, ist mir besonders die Figur des Gryf (mit dem unaussprechlichen Nachnamen) nur sehr schemenhaft vor Augen entstanden. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb die Story bei mir nicht gezündet ist.

Natürlich gab es auch etwas Gutes, aber das trifft den Nagel (wie gesagt) nicht auf den Kopf. Der Heftroman ist faktisch nicht schlecht und auch nicht schlecht geschrieben. Das für mich "Interessante" war tatsächlich das schwarze Einhorn. Wobei es im Zusammenhang damit dann doch auch einen Punkt gibt, wo ich sagen muss: Äh, Moment. Wie war das genau mit dem Ast, den Nicole "heruntergeschossen" hat? Wie genau hat das Einhorn den herabstürzenden Ast mit seinem Horn zu Kleinholz verarbeitet? Der Vorgang ist mir viel zu wenig plastisch und verkommt deshalb vor meinem inneren Auge zu einer Comic/Slapstick Szene, die mich irgendwie an "My little Pony" denken lässt. Das versaut mir dann die eigentlich wirklich tolle Szene auf dem Pfad in der Zwischenwelt.

Zamorra steht für echte Vielfalt und das ist gut so. Nun hat mir diese Facette der Vielfalt nicht so gut gefallen. Das ist aber weder dramatisch, noch irgendwie schlimm und ich werde definitiv auch eine Fortsetzung dieses Zyklus lesen.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte: Etwas mehr "Show", weniger "tell" und etwas mehr Extrospektive. Ansonsten geht mir das etwas zu sehr in Richtung Gaslicht / Pilcher / Zimmer-Bradley.

Wenn dann auch noch der Hintergrund des Einhorns mitaufgegriffen wird, würde mich das so richtig versöhnen Dennoch. Danke auch für diesen Tripp ins Zammyversum!

erstellt am 01.07.17 12:58
Handlung : Mitten in der Nach erscheint Gryf im Chateau. Kurz bevor Branwens Jahr als Königin der Anderswelt endet , erschien ihm , Branwen im Traum. Allerdings auf beängstigende Weise verändert. Grund genug für Zamorra und Nicole mit Gryf zur walisischen Anderswelt Annwn aufzubrechen. Am Hof angelangt können sie beobachten wie Branwen , im Streit mit einem Troll , tatsächlich recht skrupellos reagiert , indem sie den Troll tötet. Vom ebenfalls in Annwn gestrandeten Bran, erfahren die Freunde , das Branwen, je länger ihr Aufenthalt dauert , immer mehr von ihrer Menschlichkeit verlieren wird. Diese fließt ins silberne Herz , einem Artefakt , welches an einem bestimmten Ort aufbewahrt wird. Während sich Zamorra und Nicole aufmachen , um das Herz zu holen , sucht Gryf den Kontakt zu Branwen. Kann er sie davon überzeugen , mit ihm die Anderswelt zu verlassen ? Erschwert wird das Vorhaben , durch den ehemaligen Herrscher Arawn , der derzeit Branwens Berater ist , und ganz bestimmte eigene Pläne mit Branwen hat.

Meinung : Ein Roman von Anika Klüver , mit dem sie fristgerecht ihre Fantasygeschichte über die walisische Anderswelt fortsetzt. Der Roman benötigt zwar einen gewissen Anlauf , ist aber gut geschrieben und fesselt den Leser erneut , mit diesem eher ungewöhnlichen Thema. Auch wurden die besonderen Gefühle , besonders am Schluß , hervorragend beschrieben. Man leidet und bangt beim Lesen mit , um dann ganz am Schluß , innerlich enttäuscht aufzuschreien. Es ist Anika gelungen , dem Leser noch einmal einen nicht erwarteten Schock zu versetzen. Das Ende bringt aber auch Gefahren mit sich.Eine weitere Fortsetzung muß unweigerlich folgen. Darin sehe ich dann die Gefahr , das das Thema seinen Reiz verlieren könnte , wenn es zulang gezogen wird und sich daraus ein stetes Hin und Her ergeben sollte.Deshalb mein Appell an Anika : Bitte nicht den Bogen überspannen. Für diesen Roman gibt es von mir aber die Note 2 = Gut ( 4 von 5 Kreuze )

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 13:00 Uhr bearbeitet)

erstellt am 01.07.17 17:41
Mir hat der Roman recht gut gefallen. Ich wollte schon "Hurra" schreien. Aber dann kam der Schluss.und ich dachte nur noch. "Ach nein! Bitte nicht."
Dieser Schluss, dass Branwen wieder verschwunden ist hat für mich den ganzen Roman verdorben. Schade.

erstellt am 02.07.17 12:56
Also im Märchen würde man jetzt sschreiben, ... und wenn er nicht gestorben ist , dann sucht er sie noch heute ...

erstellt am 02.07.17 13:35
ZiaThepin schrieb:
Mir hat der Roman recht gut gefallen. Ich wollte schon "Hurra" schreien. Aber dann kam der Schluss.und ich dachte nur noch. "Ach nein! Bitte nicht."
Dieser Schluss, dass Branwen wieder verschwunden ist hat für mich den ganzen Roman verdorben. Schade.


Da sind wir einer Meinung Zia. Ich war über diesen Schluß , wie geschrieben , auch nicht glücklich. Für mich war diese erneute Entführung überflüssig. Wenn überhaupt , noch eine Fortsetzung über die Anderswelt , wäre Nicoles Kette , der für mich einzige Aufhänger gewesen.

erstellt am 19.07.17 00:19
Ich muss Sinclair da zustimmen.
Bis jetzt ist noch alles Bestens, aber man darf das Thema nicht überreizen.
Noch zwei bis drei Hefte wenn es nur um Gryf/Branwen/Arawn geht.
Noch drei bis vier Hefte wenn Nicoles Kette dazu genommen wird.

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