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Thema: JS 2045 Der Galgenlord
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erstellt am 19.09.17 14:29
Im letzten Augenblick wird der Schwerverbrecher Owambo von einer rätselhaften Erscheinung, die sich selbst Devil Drake, der Galgenlord, nennt, vor der Exekution gerettet. Als Helfer unterstützt der diesen zunächst bei der Ermordung des in dem Bezirk ansässigen Polizeichefs.
Derzeit wird London durch einige Terroranschläge erschüttert. Bei der Sichtung der Beweise fällt Chefinspektor Tanner ein Bild in die Hände, auf dem im Hintergrund sich offenbar der Galgenlord abzeichnet. Im Zuge der Ermittlungen verschlägt es Sinclair und Suko in einen der Hinterhöfe eines sozialen Brennpunkts in London. Hier treffen beide sowohl auf Owambo als auch auf Devil Drake, den Galgenlord.

Im ersten Moment nach dem Lesen und späteren zornigen Überfliegen der letzten Seiten musste ich mich etwas beruhigen, ob der zahlreichen Logikfehler, Ungereimtheiten der Handlung und ob des oberflächlichen uninspirierten Ausdrucksstils des Autors. Das gesamte Heft, die vollständige so genannte Handlung ist ein Sammelsurium von unmotiviertem Schreiben, dahin geworfenen Ereignissen und unausgegorenen Einfällen, dass man am liebsten das Heft unfrei zurückschicken oder in die Tonne kloppen möchte.
Zunächst bleibt die Frage unbeantwortet, was der Galgenlord mit den Terroranschlägen verbindet und weshalb sofort Scotland Yard und damit Sinclair informiert wird. Nur weil eine unbekannte Person verdächtig erscheint, ist sie nicht gleich ein Dämon. Hier gibt sich Dark nicht den Hauch von Mühe eine anständige Einleitung des Falls zu schreiben, man kommt sich irgendwie auf den Arm genommen vor. Weiter geht's: was will der Galgenlord überhaupt jetzt in London, und warum bleibt er nicht in Nigeria? Auf die Antwort warten wir noch in tausend Jahren. Überhaupt: warum wird gerade Owambo gerettet? Eine tiefgreifende Rolle spielt er in der Folge nicht, bis auf die krude Tatsache, dass er später als Einziger sein Augenlicht verlieren wird, weil das durch das Kreuz aktivierte Licht ihn blenden wird. Wobei acht weitere Personen nicht erblinden...!
Es gibt unzählige kleinere und größere Logikfehler, die sich einzig und allein durch die Unlust auf Recherche und auf Exposes des Autors zurückführen lassen. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass die Haushälterin, die Zeugin mindestens eines Mordes wird, nicht sofort die Polizei informiert und stattdessen lieber nach England flüchtet, so als sei sie vollkommen ungebunden in Nigeria und hätte genügend Geld. Warum wiederum der Polizeichef von seiner Dienstwaffe nicht Gebrauch macht und lieber kopflos flüchtet und sich dann doch wie ohnmächtig im doppelten Sinn hängen lässt, bleibt Jason Darks Geheimnis, ganz unabhängig davon, dass er als Polizeichef eigentlich besonders starke Nerven haben müsste.
Nein, ernsthaft, eigentlich ist das Heft keine Rezension wert, nur der Gedanke, dass der Autor damit Geld verdient, ist irgendwie nur schwer zu ertragen. Aber wohl auch Geschmackssache.

erstellt am 20.09.17 21:12
Gelesen habe ich es noch nicht, aber ich muss meiner Begeisterung über das Titelbild kurz Ausdruck verleihen. Das Cover finde ich fantastisch!

erstellt am 23.09.17 00:00
Tolles Cover, stimmt, wird aber nicht mal annähernd in die Handlung eingebaut. Nur der Kuttenmann spielt mit, die Sense ist nur zu erkennen, wenn man genau hinschaut, hat Jason Dark wohl nicht, im Roman ist es nur irgendein "Stab", der als Tötungswaffe eingesetzt wird. Traurig auch die Tatsache, dass sämtliche Skelette auf dem Cover keine Erwähnung finden, mit ein wenig mehr Fantasie hätte ein cleverer Autor aus dem Titelbild eine schöne Story "herausschreiben" können. Potential des Covers komplett verschenkt!
@Neo 09 - toll, Du die Story auf Logikfehler und schriftstellerische Schwächen sezierst, dazu fehlt mir die Begabung, aber ganz Unrecht hast Du sicherlich nicht, ich fand den Text auch etwas schwach. John und Co folgen einer einzigen Spur, die sich wie immer bei JD als richtige entpuppt. Monster of the week wird innerhalb kürzester Zeit erledigt, nicht auf Anhieb, aber wie fast immer löst John den Fall an einem einzigen Tag.
Zur Serien-Chronologie, auch wenn einige (Ian Rolf Hill zum Beispiel) wieder genervt mit den Augen rollen werden: Keine Monats-, Jahreszeit und Wetterangaben im Roman, zumindest Letzteres ist selten bei JD. Aber da dieser seine Texte ja zur Zeit seines Schreibens spielen lässt (wird er in dem hohen Alter wohl nicht mehr ändern, bin ich auch mit einverstanden) und von einem Spielplatz die Rede ist, auf dem im Sommer Kinder spielen, zum Handlungszeitpunkt aber nicht, denke ich, dass sich die ganze Sache im Frühling abgespielt hat (kommende JD-Romane werden meine Annahme bestätigen, verlasst Euch drauf). Laut meiner Checkliste (muss ja wissen, worüber ich schreibe) spielen die Bände 2014 bis mindestens 2026 alle im "Frühjahr" oder "Frühling", Monatsangaben habe ich nicht ermitteln können. Also kann man "Der Galgenlord" irgendwo dazwischen ansiedeln,z.B. zwischen den Bänden 2017 & 2018, zwischen 2020 und 2021 ist auch möglich und noch zwei/drei Gelegenheiten mehr.
Finde ich hochinteressant, dass so etwas möglich ist, Darks zeitlich "hinterherhinkende" nachträglich chronologisch einfädeln zu können. Dank an die Co-Autoren, dass bei denen nicht immer von Heft zu Heft aufs vorangegangene mit nervigem "Mein letzter Fall"-Geschwafel verwiesen wird. So muss es bleiben! So können Chronologie-Freaks wie ich sich etwas Glaubwürdiges zurechtbasteln. Die Texte an sich auf handlungsbedingte Hirnrissigkeiten abzuklopfen, überlasse ich dann gerne anderen bzw. Darks schärfsten Kritikern! Macht gerne weiter so, aber lasst mit auch mein Steckenpferd! Aber nochmal zu "Der Galgenlord" - da ohne Monatsangabe, könnte man natürlich auch so niederträchtig sein und sagen, das Abenteuer hat John gleich nach seiner Rückkehr aus den USA ("Suche nach Leben" erlebt, aber das glaube ich nicht. Jedenfalls war´s von JD gewiss nicht so gemeint, angepasst an die Co-Autoren-Zeitebene hat das Lektorat ihn auch nicht, denke ich.

erstellt am 30.09.17 06:56
Das ist ja vielleicht ein Schreibstil…

Trocken, Staubtrocken… Ist irgendwie als wer es Arbeit… Automatisch… abarbeiten, manchmal gleichtönig, stellenweise ätzend… muss gemacht werden… puh, erledigt…

Durchhalten hat sich aber gelohnt… Manchmal gibt es eine Überraschung… John und Tanner bei Sir James ist so ein kleines feines Beispiel…

Am Ende, hui… Kreatur…, ups, ich meinte Galgenlord… kommt da noch was?! Nach dem Motto… Der Kreis schließt sich… Würde mir gefallen…

Fazit: Guter Darkscher Stoff… Keine Kopie, Das Original!

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