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Thema: PZ 1133 - Die Hexe von Venedig
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erstellt am 29.10.17 18:19
http://www.bastei.de/imgs/500173162_73602107c5.jpg

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Eigentlich soll es nur die Reise zu einem Vortrag über übernatürliche und okkulte Phänomene werden. Doch dann zeigt das malerische Venedig seine hässliche Fratze. Ein verstümmelter Toter wird aus dem Canale Grande gefischt. Zamorras Amulett bestätigt, dass die Leiche keinem normalen Verbrechen zum Opfer fiel.
Zamorra geht der Sache nach – und muss erkennen, dass er die Lage falsch eingeschätzt hat. Der unheimliche Mörder hat ihn längst ins Visier genommen und scheint noch eine Rechnung aus vergangenen Tagen mit ihm offen zu haben ...


ich geb dem roman 5 von 5 kreuzen. der horror erreicht neue dimensionen.

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Leonardo de Montagne hat mit dem amulett grauenhafte experimente angestellt und kreaturen erschaffen, die immer noch leben könnten.

ja okay ist ein spannendes thema, ich hoff, da kommt noch mehr. würd auch gern wissen, was aus Acicia geworden. hab nicht gelesen, dass Leonardo die umgebracht hat. er hat sogar gesagt, er wollte sie unsterblich machen. die hexe, war ja nicht Acicia. also ist Acicia vielleicht noch am leben. das wär schon interessant.


s.12 hat mich echt gewundert. hab schon gedacht, das wird ein PZ in ich-perspektive. "Früher wäre ich von dieser Atmosphäre gerührt gewesen." da fehlt wahrscheinlich ein "dachte Nicole."

erstellt am 03.11.17 13:00
Wieder ein höchst spannender "Zamorra" von Adrian Doyle alias Manfred Weinland, der auf mehreren Zeitebenden in seiner gewohnt herausragenden Schreibe gar schröckliche Ereignisse in Venedig schildert. (Seit denen ich die Plastinationen des für mich schwer erträglichen, inzwischen verstorbenen Geschäftemachers "Gunther von Hagen" wieder deutlich vor Augen hab...)

ACHTUNG SPOILER
Im Jahr 1100 verheert ein düsterer Mann, der ein ähnliches (?) Amulett trägt wie Zamorra, eine Bader-Familie in der Lagunenstadt (diese 12 Seiten Einstieg aus der Sicht der blutjungen, aber schwangeren Acicia bieten in Atmosphäre und Spannung bereits einen Höhepunkt des Romans), und im Jahr 1249 wird nicht nur die Ratsversammlung des Dogen von monströsen Kreaturen angegriffen, zudem erleben wir mit, wie ein junger Fischer nicht nur seine Haut an Hand und Unterarm verliert, sondern auch - zunächst zumindest ohne weiteren Schaden - samt Boot und Luft"glocke" unter die Wasseroberfläche der Lagune gezogen wird.

In der Gegenwart beobachten Zamorra und Nicole von ihrem Hotel aus, wie eine völlig gehäutete Leiche aus einem Kanal gezogen wird - und werden persönlich in bedrohlichster Weise in ein Geschehen verwickelt, das sie selbst in den Mittelpunkt stellt. Offensichtlich will sich jemand an Zamorra rächen... (ENDE SPOILER)

Zwar ist auch dieser Doyle - abgesehen von kleineren Flüchtigkeitsfehlern (wie mal ein falsch zugeodneter Dialogteil zwischen Pascal und Zamorra, Seite 38, oder ein ebenso in falsche Beziehung gesetztes "sie" bzgl. Nicole, Seite 62, was beides auf eine missglückte Bearbeitung/Streichung schließen lässt) - hervorragend lesbar, dennoch war ich diesmal nach dem Superauftakt und obwohl Zamorra gekonnt, auch mit seinen Gedanken und Empfindungen, im Mittelpunkt steht, etwas enttäuscht, was aber in einem Punkt eher an meiner Erwartungshaltung als am Roman selbst lag.

Ich hätte mir tatsächlich (gerade vom Ambiente-Meister Doyle!) mehr spezielle, entsprechend atmosphärisch geschilderte Venedig-Atmosphäre gewünscht! Tatsächlich hat man aber den Eindruck, dass es lange her sein muss, dass Manfred (wenn überhaupt) mal in der Lagunenstadt weilte. Der als Ort für Liebende geschilderte Schauplatz wird doch heute tags, statt von diesen, eher von Scharen asiatischer Touristen bevölkert - während auf der anderen Seite im Roman auch die einzigartige, tatsächlich romantische, aber auch morbide nächtliche Ausstrahlung nicht richtig rüberkommt.

Zudem wird ständig die (deutsche) Legende bedient, es gäbe in Venedig einen Canale Grande... (Ein Ein-Buchstaben-Irrtum, der hierzulande seit jeher von Venedig-Träumern bedient wird.)

Aber das ist natürlich das übliche Jammern auf hohen Niveau.
Beim Aufbau der Geschichte selbst fand ich das viel zu schnell abgehandelte Vor-Finale/Finale etwas schade. Wie Zamorra in die untergegangenen Ruinen etc. kommt, dort nach Nicole sucht, hätte ich mir ausführlicher geschildert gewünscht.
Manfred Weinland selbst hat ja vor kurzem mal gepostet, dass Zweiteiler zu sehr Überhand nehmen würden und er deshalb (in einem anderen Fall) etwas entsprechend Geplantes zum Einteiler eingedampft habe.
Dieser Stoff hier hätte auf jeden Fall genug "Fleisch" für einen packenden Zweiteiler geboten! Ebenso vom Action-Plot her - wie dann auch mehr Platz für stimmiges nächtliches Venedig-Ambiente gewesen wäre.

Aber bei dieser Kritik sollte man natürlich nicht unerwähnt lassen, wie prima die Story selbst auch in dieser (von mir als zu knapp empfundenen) Form samt der geschilderten Emotionen der Protagonisten funktioniert! Manfred beherrscht solche Details hervorragend: Zamorras Angst um Nicole, Nicoles Entsetzen, was mit ihr geschieht, die Einwirkung von Zamorras Hypnose auf die Betroffenen etc.
Bei Doyle werden die Protagonisten zu lebensechten Figuren aus Fleisch und Blut. Sehr gelungen!

Wie auch das Gimmick, die beiden vorkommenden Kommissare nach italienischen Regisseuren zu benennen. Speziell an Dario Argento kann man nicht oft genug erinnern...

Unterm Strich also wieder ein sehr lesbarer Zamorra, diesmal ein echter Grusel- oder Horrorkrimi (vier von fünf Amuletten), nur würde ich mir speziell bei Doyle wünschen, dass er sich nicht in ein zu enges Korsett schnüren lässt: Ich warte lieber auf einen zweiten Teil, als im Zeitraffer durch ein Finale gehetzt zu werden.

erstellt am 03.11.17 14:48
Edit: Der umstrittene, im Roman auch erwähnte Gunther von Hagens scheint doch noch unter den Lebenden zu weilen...
(Ich dachte, er wäre verstorben und hatte testamentarisch seine eigene Plastination verfügt. Wahrscheinlich stimmt nur Teil 2 dieser Info...)

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 14:50 Uhr bearbeitet)

erstellt am 03.11.17 20:34
Es ist wieder ziemlicher Zufall, wie Zamorra und Nicole auf den Fall der Woche aufmerksam werden, der sie eh früher oder später erwischt hätte. Die Telepathiekräfte von Zamorras Partnerin erscheinen mir hier schon sehr stark. Von Hilfsmitteln wird ordentlich gebraucht gemacht. Der Professor hypnotisiert sich mehrere Schlüsselfiguren zurecht, wobei er es bei einer laienhaft verbockt. Das passt gar nicht zu ihm. Dem Polizisten kann er Suggestivkommandos und -erinnerungen eintrichtern, beim Patologen löscht er nur Erinnerungen und fertig. Zudem legt er den Zeitraum der Gedächtnislücke sehr ungünstig fest. Musste das sein? Für den Handlungsverkauf ist die Szene unerheblich, hätte Zamorra sich geschickter angestellt, hätte sich nicht viel geändert.

Als drittes ist das Amulett außerordentlich effektiv. Es kann die DNA eines Monsters einscannen und nach ähnlichen Genmustern suchen. Das finde ich nicht übertrieben, aber der Radius ist schon krass. Komplett Venedig inklusive Küstengebiet. Zamorra muss überhaupt nicht suchen, kann direkt von seinem Hotelzimmer aus sein Ziel ansteuern. In Ordnung, die Zeit drängt und diese Lösung rettet Nicole das Leben. Dennoch frage ich mich, warum das nicht öfter genutzt wird, es hätte einige Fälle sehr einfach lösen können. Zu einfach. Eventuell könnte man Taran mehr einbinden. Dass er manchmal einfach keinen Bock hat.

Aber bei allen drei Dingen – Nicoles Telepathie, Zamorras Hypnose und Amulett – habe ich kein tiefgreifendes Leserwissen, von Autorenkenntnissen ganz zu schweigen. Das muss ich so hinnehmen. Hauptsache der Plot ist gut.


War er auf jeden Fall. Der Hintergrund der Gegenspielerin ist mal etwas anderes. Es gibt kleinere Einblicke in Leonardo deMontagnes Wirken und ein neues Detail zu ihm. Und natürlich Adrians Vergangenheitsszenen, die hier leider sehr kurz und beliebig ausfallen. Mit Jacopo Tiepolo taucht nur kurz ein Historien-VIP auf. Einerseits hätte man das ausbauen können, andererseits hätte ich gemeckert, wenn man die nächste Geheimorganisation zur Monsterbekämpfung eingeführt hätte. Das so schnell Schluss damit war hat mich positiv überrascht.


Bis auf das Finale habe ich an der Handlung nichts auszusetzen. Die Konfrontation mit Acicia gefiel mir subjektiv nicht. Nicole erwischt es ziemlich. Dass sie sich so schnell von dem Erlebnis erholt ist wohl ihrer Langlebigkeit zu verdanken? Da ist man abgehärtet. Vermutlich hat sie schon schlimmeres erlebt, ich kann mich spontan aber an nichts erinnern.

Das Amulett rettet die in eine Sackgasse geschriebene Handlung. Wie oft hat Zamorra den Gedanke, dass es das für ihn war, jetzt aber wirklich? Regelmäßig. Man darf solche Situationen nicht überstrapazieren. Es wird alles einleuchtend aufgelöst. Manfred Weinland hat die Handlung sozusagen bewusst in die Sackgasse geschrieben, um überraschend ein Loch hineinzusprengen. Der Effekt verliert aber an Schockkraft für mich.

Am schlimmsten fand ich die unnötige angedeutete Sexszene am Schluss. Gerade gerettet, Nicole, vor wenigen Minuten noch voller beschämender und psychisch erniedrigenden Gedanken, wälzt sich direkt nach der Rettung nackt und nass auf Zamorra und küsst ihn. Mindestens. Gut, das mit dem Sex revidiere ich zu Soft Petting. Muss trotzdem nicht sein.


Alles in allem ein runder Fall der Woche. Schön schlicht. Da kann der Autor bei mir immer noch punkten.

erstellt am 04.11.17 08:06
Ich empfinde es als sehr gelungen, dass und wie hier Adrian Doyle schildert, was Zamorras Hypnose anrichten kann.
Diese menschlichen Aspekte schätze ich sehr!
Dazu gehört auch das Verhalten der Liebenden nach der Rettung. Lange liegen sie in dem Boot, schauen in den Himmel, dann beginnen sie, Zärtlichkeiten auszutauschen...
Auch dies ist passend - auch vom Timing des Romans her - beschrieben.

@Gleichgewicht
Du irrst: In dem Roman kommt es gar nicht zu einer "Konfrontation mit Acicia".
Wie Ariane schon schrieb, ist das etwas, auf dass wir noch hoffen können (sie sollte ja ewiges Leben erhalten), falls sie wirklich noch existiert.
Auch um mehr über Leonardos Vorgehen zu erfahren...

Auch werden Zamorra und Nicole überhaupt nicht durch Zufall auf den "Fall der Woche" aufmerksam. Vielmehr wurde die "Leiche" wohl (in voller Berechnung) in dem Canal als Köder für sie plaziert.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 08:16 Uhr bearbeitet)

erstellt am 05.11.17 19:37
Was mich ein wenig gewundert hat: Zamorra sendet das Amulett nicht zu Nicole, Nicole ruft das Amulett nicht, irgendwie sehr merkwürdig. also wissen 'se nee. Taran scheint es hier auch nicht zu geben … wäre interessant gewesen, Reaktion von Taran auf frühere Versionen. Dazu keine Erwähnung in welchen Heften Leonardo ans Amulett kam, wann er im zweiten Leben das Château eroberte, aber es gibt schlimmeres … ist halt so in den neueren Zamorras.
In einem muss ich Manfred recht geben: Aus den spärlichen Daten über Leonardo kann man keine vollständige Biografie erstellen.

erstellt am 06.11.17 01:07
Ein Kurzroman von Manfred, da freue ich mich doch immer drauf!

"Die Hexe von Venedig". Zu allererst: Ich glaube, dass ist DER Zamorra des Jahres 2017 für mich! Das Jahr ist zwar noch nicht vorbei, aber wer meinen persönlichen Favoriten noch vom Thron schubsen will, muss sich gehörig anstrengen. Lassen wir uns überraschen!

So, dann gibt es aber TROTZDEM etwas Kritik, aber ich glaube da ist nicht Manfred der passende Adressat. "Die Hexe von Venedig" hätte noch mehr Poenzial, als "nur" für einen Heftroman. Wenn man ganz nüchtern drangeht, hätte man durchaus einen Vierteiler daraus machen können:
- die historischen Anteile waren sehr sehr interessant und wirken teilweise arg "Geschnitten". Hätte man diese Anteile weiter ausgesponnen, hätte man auch Leonardo noch etwas mehr Raum geben können
- Venedig hätte als Schauplatz noch mehr beschrieben werden können und das hätte der Stimmung nochmals mehr Atmosphäre gegeben.
- der Kampf gegen die "Hexe" hätte noch packender beschrieben werden können
- die interessante "Speicherfähigkeit" hätte ebenfalls noch mehr beschrieben werden können

Nicht zuletzt ist auch die interessante Idee des "Angriffs auf den Dogen" und damit die Einflußnahme auf die venezianische Innenpolitik total spannend, aber so leider nur Beiwerk.

Dennoch, ich wiederhole mich: das Heft ist absolut spitzenklasse!

Vielleicht ist aber auch die Zeit für eine weitere Kursbestimmung gekommen. Wäre nicht eine wöchentliche Erscheinungsweise sinnvoller? Auf diese Weise könnten Mehrteiler schneller hintereinander erscheinen und somit würde noch tiefere Abenteuer ermöglicht.

Eine andere Möglichkeit wären Taschenbücher. Ich meine, ganz ehrlich: Manfred ist so ein klasse Autor - das schreit einfach nach einer Veröffentlichung in einem größeren Umfang. Das sieht man ja gerade bei der "Hexe von Venedig", da geht noch was! Es besteht ja noch die Möglichkeit, dass die "Mutter" der Hexe ebenfalls dem guten Prof einen Besuch abstattet - auch das würde doch für ein Taschenbuch sprechen!

Aber, zurück zum Status Quo - super Heft. Lediglich beim Lektorat sind zwei Schachtelsätze durchgegangen, die so gar nicht gehen. Note?

SEHR GUT PLUS!

erstellt am 07.11.17 23:10
Irgendwie ... hat mir der Roman nicht wirklich gefallen. Er wurde immer zäher und zäher. Ein guter Anfang, aber dann ...

Ich vergebe für den Roman ein "MITTEL"

erstellt am 18.11.17 16:45
Handlung : Eigentlich reisten Zamorra und Nicole nach Venedig , weil der Professor dort einen Vortrag halten wollte. Doch dann wird eine Leiche , unweit ihres Hotels , aus dem Kanal gefischt. Eine Leiche die komplett gehäutet wurde. Zamorra nutzt die Gelegenheit , als der Rechtsmediziner Dottore Rossi , ihn sprechen will. Rossi zeigt ihm, das die Leiche auf ihrem Oberkörper eine Amulettkopie hat. Ebenso ist eine Warnung an Zamorra und zugleich die Ankündigung einer Rache zu lesen.Zamorra ist ratlos und weiß nicht , wem er da auf die Füße getreten sein soll. Zunächst muß er noch einen Angriff . der " Leiche " abwehren. Als er zum Hotel zurückkommt , erfährt er ,das Nicole von Krakenarmen aus dem Hotel in den Kanal, entführt wurde. Mit Hilfe von Pascal Lafitte , findet er schließlich einen Weg zu der Bedrohung , die Venedig schon Hunderte von Jahren , in Atem hält. Als er endlich das Versteck der unbekannten Kreatur findet , erwartet Zamorra der größte Schock seines Lebens.

Meinung : Ein spannender und gut zu lesender Roman von Adrian Doyle alias Manfred Weinland. Ich glaube Manfred ist mittlerweile der heimliche Hauptautor der Serie. Ich glaube , das er in diesem Jahr mit Abstand , die meisten Romane geschrieben hat. Für mich hat der Roman , genau die richtige Länge. Erneut ist es eine wahre Teufelei von Leonardo , die für die hiesigen Spätfolgen sorgte. Dabei treibt Manfred die Spannung auf den Siedepunkt und geht sogar noch ein Stück weiter. Mehr als hier , kann man Hauptpersonen , die am Ende überleben müssen , wohl nicht antun. Da war schon Nägel kauen angesagt. Sicherlich hätte Nicole in ihrer Not das Amulett , rufen können oder sogar müssen , aber das wäre dann nicht so spannend gewesen. Ob Manfred da gegen ein wichtiges Detail der Serie verstoßen hat ? Eigentlich ja , muß aber jeder für sich selbst bewerten.Ich fande den Roman spannend und gut geschrieben und gebe die Note 1 = Sehr Gut ( 5 von 5 Kreuze )

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