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Thema: 2054 - Finale auf der Nebelinsel
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Antworten zu diesem Thema: 78

 


erstellt am 23.11.17 02:18
Anfortas schrieb:
Ich muss mich den Kritikern leider anschließen. Ich fand es noch nie gut, wenn irgendwelche Personen auferstehen, egal auf welcher Seite sie gestanden haben (wie z.B. der Schwarze Tod, den Jason ja auch nur auf Drängen seiner Leser wieder eingeführt hat).

Naja, übertreiben mal nicht. Gedrängt hat ihn wohl keiner. Gerade da er nicht dafür bekannt ist auf Kritik zu reagieren. Die Rückkehr des ST war klasse von ihm geschrieben wie ich finde. Da war ich das erstmal wieder bereit die Serie zu lesen. Für kurze Zeit waren die Bände wieder spannend. Ein Schock als die Horror-Oma starb; die damals coole Einführung der Cavallo und ein lesbar mächtigerer Schwarze Tod ...dann der echt lahme Showdown in der Vampirwelt und Jason 's Schreibe nahm wieder den Weg der mir auch heute nicht mehr gefällt. Florian ist es zu verdanken das ich seit Band 2000 wieder ohne Lücke dabei bin. Natürlich auch die Bände von Jason Dark. Meist komme ich da nicht weit und überspringe Dialoge, aber ich hoffe immer das es wieder besser wird.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 02:18 Uhr bearbeitet)

erstellt am 23.11.17 11:21
Also ich habe das schon so in Erinnerung, dass etliche Leser unbedingt eine Rückkehr des Schwarzen Tods wollten und Jason schließlich nachgegeben hat, obwohl er ursprünglich nicht wollte.

erstellt am 23.11.17 16:32
Ratz 64 schrieb:
Also Leni: Ich kann doch nicht auf JS verzichten

Da bin ich aber beruhigt. Immer, wenn ich mich hier über irgendwas aufrege drohe ich im Scherz damit, doch mal zu den Fürsten-Romanen oder ähnlichem zu wechseln. Das ist bestimmt Herz-freundlicher auf Dauer. Aber was soll ich machen. Habe mein Herz eben an einen englischen Geisterjäger verloren. Weiter, immer weiter, es gibt jede Woche einen neuen Dienstag.....

erstellt am 23.11.17 18:41
Puh, was für ein Finale. Viel ist über die Ereignisse und Wendungen zu berichten. Ich möchte aber zuerst einen völlig anderen Punkt ansprechen. Florian ist es, der mir immer wieder eine Sache sehr deutlich hervorhebt. Mir einen Blickwinkel auf die Serie gibt, den man normalerweise als Leser einfach so hinnimmt. Es macht die Serie nicht schlechter und ich kann mich damit abfinden. Aber: John Sinclair ist klassischer Wohlfühlgrusel. Klingt komisch und vielleicht gibt es einen viel passenderen Begriff, aber lasst mich erklären.


Es gibt Heftromanserien, die wie die reale Welt sind. Realistisch, unnachgiebig und düster. Und dann gibt es Serien wie John Sinclair. Wo natürlich auch für den Leser schlimme Dinge passieren, aber es meistens für die Helden gut ausgeht.

„Wie hätte sie Bill den Zugang verwehren können?„ fragt sich Nadine. Und meine Antwort ist „Indem du deinen verdammten Job als Wächterin von Avalon machst und deine neue Bestimmung über deine Gefühle stellst!“ Sie merkt direkt, dass etwas nicht stimmt, lässt sich aber doch von Bill rufen. Das ist soweit in Ordnung, solange sie vorsichtig ist. Dann bekommt sie sogar sehr früh mit, dass Asmodis in Bill steckt. Anstatt jetzt zu reagieren schiebt sie die Verantwortung auf Merlin. Wird schon irgendwie gut gehen. Ja, Nadine hätte sich eher erschießen lassen sollen - müssen -, als Bill/Asmodis den Zugang zu gewähren. Sie begeht einen folgenschweren Fehler, indem sie sich als total ungeeignet für ihre Aufgabe heraus stellt. In anderen Heftromanarten würde das nun unweigerlich den Untergang Avalons nach sich ziehen. So sieht es zunächst auch aus. Aber am Ende ist nicht nur Avalon gerettet, Sheila Conolly ist wieder da.

Es passieren gleich zwei negative Dinge, die aber eine positive Auswirkung haben. Wäre Bill nicht von Asmodis übernommen worden. Oder hätte Nadine ihm hartnäckig den Weg nach Avalon verwehrt. Sheila wäre (vielleicht) noch immer tot. Es ist wie im Märchen. Nicht die düsteren Originalversionen von Grimm, sondern die Interpretationen als Gutenachtgeschichten, damit Kinder wohlig einschlummern. Es gibt mehr Heftromane dieser Sorte, das Medium passt auch eher dazu. Gerade deshalb weiß ich die wenigen knallharten Serie mehr zu schätzen.

JS wurde damals von Helmut Rellergerd so entworfen und Florian setzt diesen Weg fort. Finde ich gut. Als JS-Leser ist man sich unterbewusst im klaren, was man bekommt.

Dazu passen auch die Heftromanzufälle. Ich komme nicht umhin, die Stellen zu bemerken, aber sie sind eben ein normales Mittel, damit die Helden überleben. Der Bumerang, der Johns Nähe landet, damit dieser ihn in seiner verkrüppelten Form greifen kann. Was der Funke ist, der ihn und Suko in einer Verkettung von Aktionen aus der Dimension rettet. Oder als das Trio später nicht nur genau dann am Tor nach Avalon eintrifft, als Lucia gerade vom Höllenkreuz verschlungen wird. Unmittelbar nach ihrer Rettung stolpert Nadine aus dem Tor, die gleichzeitig von der untoten Sheila attackiert wird. Geschenkt.



Was aber neu ist, wegen Florian verspüre ich jetzt die stärkere Motivation, meine übersprungenen Dark-Romane schneller nachzuholen. Die Übernahme Bills geschah in einem solchen. Hätte ich den Hexeninsel-Roman gelesen, ich hätte vielleicht eher etwas gemerkt. So kann ich nicht beurteilen, ob das stimmig ist oder nicht. Aber es ist erstmal eine Erklärung, die verständlich begründet ist. Bill wird nicht direkt besessen. Asmodis hat erst einen unterbewussten Suggestivkeim in ihn gepflanzt und übernimmt die volle Kontrolle erst später. Ich ärgere mich, den Dark nicht gelesen zu haben, aber das ist allein mein Problem.

Was ich beurteilen kann ist die direkte Hefthandlung. Da ist meine Wertung auch eindeutig. Ich kann Kritikpunkte anmerken, im Endeffekt vergebe ich aber gern eine Topnote. Der Autor hat wieder ein kleines Meisterwerk geschaffen. Toller Schreibstil, wirklich unerwartete Überraschungen und erstklassige Bilder für's Kopfkino. Für epische Finalromane, um offene Plots abzuschließen, ist Florian die perfekte Wahl.

Mir war das stellenweise schon wieder zu viel. Bei Dark war das Böse stets übermächtig und musste mit Finesse besiegt werden. Nur sehr selten und sparsam wurden Überkräfte auf der hellen Seite eingesetzt, abgesehen vom Kreuz. Mittlerweile kann John sich aber einen direkten Schwertkampf mit Asmodis liefern. Natürlich, wenn man wie Florian immer stärkere Bedrohungen aufbaut, muss man auf der Gegenseite auch härtere Geschütze aus der Trickkiste zaubern. Erzengel, die komplette Tafelrunde, et cetera. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre das unter anderem, dass maximal zwei mal im Jahr solche Mehrteiler von Florian geschrieben werden. Dann aber auch gern ein Fünfteiler.


Schließen wir den Bogen zum Wohlfühlgrusel. Mir hätte es völlig gereicht, wenn man Bills Alterung rückgängig gemacht hätte. Damit habe ich auch ziemlich gerechnet und war dann auf einen zusätzlichen „positiven Ausgang“ überhaupt gar nicht gefasst. Nach der Achterbahnfahrt der Gefühle, nicht nur in dieser Trilogie, bekommt der Leser sein Happy Ending. Bei Johnny wird das schwieriger, der wird aktuell für eine erfolgreich laufende Zweitserie benötigt. Und ich sehe noch nicht den Punkt gekommen, wo DL ohne seinen Wynn bestehen kann. Wenn man darauf hinarbeitet sehe ich es aber problemlos als machbar an.



Ja, ich hätte es auch gut gefunden, wenn Sheila für immer tot ist und Avalon für einige Zeit von Asmodis übernommen wird. Nein, so wie das jetzt alles gut ausging, ist es auch nicht schlimm. Es passt zur Serie. Als Ausgleich hoffe ich auf Dämonenkiller. Ganz klare Bestnote!




PS. Die Excalibur-Sage ist immer ein gutes Thema für Diskussionen. Ich weiß, es gibt viele verschiedene Varianten davon. Nach meinem Wissen ist das in der verbreitetsten und anerkanntesten „Haupterzählung“ aber anders. Excalibur ist nicht das Schwert aus dem Stein. Dieses ist in der Schlacht zerbrochen. Und damit Artus nicht so dumm dasteht, haben die lustigen Unterwassergnome oder whatever der Herrin vom See ihm ein neues und stärkeres geschmiedet. Excalibur! Als Artus dann im Sterben lag und sein Job soweit erledigt war hat er einen seiner Ritter damit beauftragt, es zurück in den See zu werfen. Bevor es ein Unwürdiger in die Finger bekommt. Die Herrin wollte erst nicht so recht und hat es drei mal zurück ans Ufer geworfen, beim vierten mal hat sie dann aber entfernt aufgegeben und das Teil behalten. Wie und ob Richard Löwenherz es wirklich besessen hat ist wieder eine andere Sache. Ich wollte ja auch nur ein wenig Klugscheißern. Wie gesagt, es ist eh nicht die einzige Variante, aber so kenne ich sie.

erstellt am 23.11.17 19:19
Wie gesagt, ich gehöre eher dem Lager an, das auf Sheila verzichten könnte. Das eine knallhart durchgezogene Entscheidung über die Sympathie für eine gute Figur stellt. Mir ist die Serie wichtiger als ihre Darsteller. Ich würde wohl auch so reagieren, wenn man den Spuk überraschend aber logisch aus der Serie nehmen würde. Wobei: Sheilas Ableben war damals zwar überraschend, aber hat eh nicht richtig gepasst, finde ich. Vielleicht hat Florian sie nur wieder zurück gebracht, um sie bei der nächsten Gelegenheit ordentlich aus der Serie zu schreiben. :P


Auf Sheila hätte man wirklich verzichten können. Sie ist nicht elementar für die Serie. Dafür ist sie als "gute Seele" wichtig und wenn die wegbricht, gibt es wieder Dynamik bei den Charakteren. Da bin ich ganz bei Knollo. Sheilas (zeitweiser) Tod hat der Serie gut getan.

erstellt am 23.11.17 19:22
Vikki schrieb:
Florian ist es zu verdanken das ich seit Band 2000 wieder ohne Lücke dabei bin. Natürlich auch die Bände von Jason Dark. Meist komme ich da nicht weit und überspringe Dialoge, aber ich hoffe immer das es wieder besser wird.


Schade, dass man dann hier so gar nichts von dir liest. Jetzt meldest du dich völlig überraschend zu dem einen Thema. Schade, ich freue mich über jede Rezension hier.



"Sogar", wenn es so eine Beziehung wie zwischen mir und leni ist. Die sich ärgert, wenn sie einen Roman mal nicht komplett anders fand als ich.

erstellt am 23.11.17 19:41
Danke @ Gleichgewicht...

Jetzt wird mir so langsam klar woran es liegt das mich das bei Florian so aufregt... aus diesem Blickwinkel hab ich es noch nicht betrachtet...

Da bemühen sich alle Autoren um einen gewissen Sinclair Stil... nur Florian (weil es seine Art ist, zumindest nach meinem dafürhalten) packt noch einen drauf... größer, höher, weiter sozusagen um am Ende aber wieder auf den Sinclair Stil runter zukommen... und genau da liegt mein Problem ich erwarte das er schön weit oben bleibt und schreibt... das wäre dann aber kein Sinclair mehr...

jetzt muss ich es mir nur noch merken und für mich umsetzen
damit ich Florian nicht mehr so anfauche

erstellt am 23.11.17 20:17
Ich muss zugeben, ich war richtig konsterniert und habe auch überlegt, zumindest eine Sinclair-Pause einzulegen. Bis zum Einstieg der Gastautoren war die Serie so gut wie tot, seit dem Ende des Hypnotiseurs Saladin oder dem Lügenengel Belial gab es fast ausnahmslos nur noch Monster of the Week-Romane, die früher höchstens als willkommenes Mittel zum Luftholen zwischen den Handlungssträngen benutzt worden sind (wie auch schon hier vermerkt wurde). Später wurden eben diese Romane auch vom Schreibstil immer schlechter, unlogischer und ohne jeden roten Faden formuliert. Ab und an ein kleiner Lichtblick, immer verbunden mit der Hoffnung auf Besserung.
Und um es etwas überspitzt zu sagen, mit dem Tod Sheilas bekam die Serie erst wieder Leben ... und eine Entwicklung. Und genau richtig, durch den tragischen Tod bewegten sich endlich die anderen Charaktere weiter, bekamen endlich wieder Tiefe und mehr Glaubwürdigkeit. Das Beziehungsgeflecht wurde wieder spannend und realistischer.
Das Gleichgewicht hat einen wichtigen Tipp gegeben, ja, tatsächlich sollte man die Serie wohl aus einem anderen Blickwinkel betrachten, aus dem Blickwinkel des Wohlfühlgrusels... also weniger mit der Erwartungshaltung aus z.B. King-Romanen oder tragischen Entwicklungen z. B. aus dem Walking Dead-Kosmos. Wir wollen Suko, Bill, Sheila so wie wir sie kennen, alterslos, höchstens mit ein paar Narben, die irgendwann verblassen.
Das Wie der Wiederauferstehung Sheilas mag noch so logisch konstruiert und dargestellt worden sein, mir geht es eher um das Was - nämlich dass ein Hauptcharakter (zudem mit Genickbruch) überhaupt wieder zurückkommt. Auch ich finde, dass dadurch der 2000er Trilogie rückwirkend das Besondere genommen wurde (abgesehen vom Verschwinden Johnnys). Aber wenn ich alles aus dem falschen Blickwinkel betrachte, bin ich halt selbst schuld.

erstellt am 23.11.17 20:23
Das Gleichgewicht schrieb:
Vikki schrieb:
Florian ist es zu verdanken das ich seit Band 2000 wieder ohne Lücke dabei bin. Natürlich auch die Bände von Jason Dark. Meist komme ich da nicht weit und überspringe Dialoge, aber ich hoffe immer das es wieder besser wird.


Schade, dass man dann hier so gar nichts von dir liest. Jetzt meldest du dich völlig überraschend zu dem einen Thema. Schade, ich freue mich über jede Rezension hier.

"Sogar", wenn es so eine Beziehung wie zwischen mir und leni ist. Die sich ärgert, wenn sie einen Roman mal nicht komplett anders fand als ich.

Du bist ein Schatz. Ich weiß ich lese hier mehr mit als das ich schreibe. Oft kommt das schreiben in Schüben. Zurzeit liegt es daran das ich mit dem Lesen hinterher hänge und Rezis meide, solange ich den/die Romane nicht gelesen habe. Hier wahr ich zu Neugierig weil die Postingszahl hoch ging. Ich dachte mir schon das es um Sheila gehen könnte. ...tja, selbst schuld und deswegen beschweren ich mich nicht. Jetzt fehlt nur noch der Sohn und die Conolly Welt wäre wieder im Lot. Freu mich trotzdem darauf ihn zu lesen. Zurzeit habe ich gerade den Band "Die schlafende Armee beendet und mache jetzt mit Darkland 25 weiter. Dann wieder ein Band Maddrax. Mehrteilige lese ich am Stück und warte bis ich alle habe.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 20:28 Uhr bearbeitet)

erstellt am 23.11.17 20:25
versteh euch nicht. aus der hölle zurückgekehrt ist doch interessanter als einfach bloß tot. Sheila ist zurück aber bestimmt nicht mit friede, freude eierkuchen, alles im grünen bereich. die familie hat sehr gelitten und leidet immer noch. das letzte jahr hat bestimmt spuren hinterlassen, Johnny ist immer noch verschwunden.

wie Glenda kaffee kocht ist natürlich viel interessanter als wie es jetzt mit den Conollys weitergeht.


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