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Thema: Band 2557 - Blutgeld
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erstellt am 25.06.06 19:40
Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so richtig, was ich vom diese Woche erschienen JC-Roman „Blutgeld“ halten soll. Mit gemischten Gefühlen sah ich mir den Titel an und dachte sofort an den überaus langweiligen Roman 2551 – „Wallstreet Blutgeld“. Schon komisch, dass innerhalb eines so kurzen Abstands (2551-2557) zwei so ähnlich klingende Titel erscheinen.
Da dachte ich nach den ersten Seiten in freudiger Erwartung, dass wir es hierbei endlich mal wieder mit einer neuen Terror-Organisation zu tun haben – leider wurde diese Hoffnung nicht erfüllt. Dieser Roman erscheint mir wie eine Mischung der Bände 2539 – „Tödliches Goldfieber“ und 2553 – „Verkauf oder stirb!“. „Tödliches Goldfieber“, weil es hier ebenfalls um die Schiff-Branche geht und wieder mal die Betroffenen (= Gesellschafter/Inhaber der Firma) die eigentlichen Drahtzieher sind.
Band 2553 weil der Roman streckenweise so wirkte, als wenn man aus dem Roman abgeschrieben/kopiert hatte. Etwa auf Seite 57; ein Bombenbastler erzählt da gerade: „Jemand ist an mich herangetreten. Woher er meine Adresse hatte, weiß ich nicht. Er zahlte mir zweitausend Dollar pro Bombe. Drei sollte ich für ihn herstellen.“ Bis, auf dass die Zahlen geändert wurden, hatten wir in Band 2553 eine fast genau gleiche Szene – u. a. einer der Gründe, warum ich hier den Autor des Bandes 2553 vermute.
Zur Story: Das Boot „Albatros“ der Manhattan Ship Society ist auf dem Hudson River gesunken und reißt 14 Menschen mit in den Tod. Kurz darauf taucht ein Bekennerschreiben einer Gruppe namens „Neue Patriotische Front“ auf. Im Laufe der Ermittlungen decken die G-men die Machenschaften der vier Gesellschafter Ken Stowell, James McLoyd, Telly Allister und Richard Overton auf, denn die Terror-Gruppe gibt es nicht.
Das Ende fand ich in diesem Roman ziemlich enttäuschend; letztlich nichts anderes als in Band 2539, wenn auch anders verpackt.

Und wieder sorgt ein Autor bei mir, diesmal auf Seite 21 für Verwirrung, wonach sich das Büro von Jerry und Phil im 23. Stock befindet. Mann, ist ja schon beachtlich, wo die überall ihr Büro haben – 23., 24., 26. - irgendwann belegen sie damit wahrscheinlich zehn Stockwerke.
Auf Seite 25 fiel mir etwas ziemlich negatives erneut auf. Da fragt einer an der Rezeption eines Massagestudios, ob ein Mann namens McLoyd einen Termin habe – und schon sprudelt die Dame an der Rezeption förmlich mit einer Welle an Informationen heraus – und das alles, ohne dass sich der Mann vorgestellt hat. Interessant, wie man dort mit Kundendaten umgeht - und wirkt auf mich recht unglaubwürdig.
Auch die Rechtschreibung bzw. die Bearbeitung durchs Lektorat lassen in diesem Roman stellenweise wirklich zu Wünschen übrig; Schreibfehler und Sätze wie z. B. „es 13 Uhr 20“ störten den Lesefluss teilweise doch schon ziemlich.
Dass auf Seite 41 einfach so Richard Overton im Bett, neben seiner Frau, erschossen wird, ohne dass sie etwas bemerkt, halte ich aber nun wirklich für ein Gerücht. Dabei hat der Killer einen Fehler gemacht, der ihm eigentlich nicht hätte unterlaufen sollen. Denn er muss immer damit rechnen, dass die Dame nicht doch irgendetwas mitbekommen hat, ohne dass er es bemerkt – und dann sieht’s schlecht aus. Deswegen hätte er sie auf jeden Fall mit erschießen sollen, um sicherzugehen, keine Mitwisser zu haben. Davon abgesehen dürfte die Chance, dass die nun gar nichts mitbekommen hat, sehr gering sein, da ja der Schuss aus einem Schalldämpfer (angeblich) etwa so laut ist wie das Entkorken einer Champagner-Flasche. Also, wenn ich mir die Lautstärke des Knalls in etwa vorstelle, dann muss die Dame aber schon sehr tief geschlafen haben oder taub sein, um das nicht zu bemerken.
Sehr gefreut hat mich die Erwähnung von Dee Howard auf Seite 52: „Letzteren [Howard] haben wir aus dem Verkehr gezogen.“ Hey, geht doch! Genau diese Person wurde in Band 2553 dingfest gemacht. Und wenn mich nicht alles täuscht, hätte man an der Stelle doch einen Verweis zu Band 2553 in Form einer Fußnote o. ä. setzen können. Hier frage ich mich nun, sofern ich das nicht verwechsle: wieso setzt man da keinen Verweis zu Bd. 2553? WILL man das nicht machen – oder kann man’s nicht machen? Hat man das einfach übersehen? Kann ich mir schwer vorstellen.
An dieser Stelle: Wurde die Gruppe „Kampfgruppe 11. September“ nicht auch in 2553 oder einem der letzten JC Bände erwähnt? Irgendwie kommt mir die bekannt vor. War in Nr. 2553 nicht ein Typ, der sich das ganze Zimmer mit Sprüchen von amerikanischen Präsidenten usw. zugehängt hat und dieser Truppe angehörte?
Ein weiteres Indiz für mich, dass es sich hierbei wieder um den Autor des Bandes 2553 handelt, ist Jerrys freche Art zu antworten. Auf Seite 56 treten sie die Tür von einem Gangster ein (finden aber auf Anhieb nichts) und Jerry meint zum Schluss: „Entschuldigen Sie die Störung. Ihre Tür werden Sie auf eigene Kosten reparieren lassen müssen, denn Sie haben unser gewaltsames Eindringen provoziert.“
Oh Mann, also unsympathischer kann man (meines Erachtens) eine Figur ja kaum darstellen. Nur weil Monsieur Cotton sich was in den Kopf gesetzt hat, zerlegt er einem gleich die ganze Bude, ist dann nicht mal bereit, dafür gerade zu stehen – und wundert sich dann, wieso ihm die Gangster so gern an die Wäsche wollen. Dass es der Gangster im Endeffekt dann doch mit unter anderem war, ist dabei ja unwichtig – Jerry hatte diesen überaus intelligenten Satz ja schon an einem Zeitpunkt gesagt, an dem er das noch nicht mit 100%iger Sicherheit sagen konnte, dass der Mann auch wirklich der gesuchte Gangster war.
Fazit: Dieser Roman ist kein Highlight, gehört allerdings auch nicht zu den schlechtesten. Das Ende war sehr vorhersehbar und der halbherzige Versuch des Autors, den Leser (und die G-men im Roman) auf eine falsche Fährte zu locken, ging – zumindest in meinem Fall – in die Hose. Mal schauen, was uns nächste Woche erwartet.

erstellt am 03.10.17 17:04
Autor: Peter Haberl.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 17:06 Uhr bearbeitet)

erstellt am 03.10.17 17:06
Laut meiner Liste ist der Autor Peter Haberl.

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