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Thema: JC-TB 31.542 - Sumpf des Verbrechens
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erstellt am 10.07.06 22:06
Nachdem ich leider noch nicht dazu gekommen bin, die letzten zwei JC-TB’s 540 – „Geliebte Mafia“ und 541 – „Die Mörder-Villa von Long Island“ zu lesen, fesselte mich die Vorschau von TB 542 so sehr, dass ich es noch am selben Tag begann, an dem ich’s gekauft habe.
Im Roman wird zuerst ein typischer Gangsterkrieg beschrieben – allerdings hat die Sache einen Haken, denn eine Organisation, die sich „The Court – Das Gericht“ nennt, und deren Ziel es ist, den Titelgebenden Sumpf des Verbrechens in New York auszutrocknen und Fälle aufzuklären, deren Aufklärung an Gesetzeslücken oder ähnlichem scheiterte, mischt mit. Der Bund aus Richtern, Staatsanwälten, Polizisten und Detektiven fällt Todesurteile und lässt diese von einem Killer, der sich „Executor“ nennt, vollstrecken. Doch dann werden aus Jägern Gejagte und auch Phil geht’s auch noch an den Kragen …

Dieser Roman erinnert mich unheimlich an den Film „Ein Richter sieht rot“ aus dem Jahre 1982 mit Michael Douglas.
Dort geht’s im Groben und Ganzen eigentlich um dasselbe – ein Richter sieht rot, nur, dass im Film der Richter Michael Douglas einer bereits bestehenden Organisation beitritt und im Buch ein Richter die Organisation erst ins Leben ruft bzw. gerufen hat (den Film habe ich aus dem Grunde noch so gut im Kopf, da ich ihn erst vor kurzem geschaut habe).
So stand ich den typischen Gangsterkriegen zu Beginn des Romans erst eher skeptisch entgegen, entwickelte sich daraus eine actionreiche Story, die mir gut gefallen hat.
Zudem gab es einige Einzelheiten, die mich wirklich sehr erfreut haben – etwa, als auf Seite 175/176 die Domäne erwähnt wird. Wäre „The Court“ nicht eine mögliche neue Organisation? Denn so wie im Roman beschrieben scheint es sich dabei ja um eine wirklich große und gut organisierte Organisation zu handeln, wie Seite 180 verrät: „»The Court« beschäftigt Privatdetektive und Polizisten. Sie sitzen in allen Dezernaten des Police Department.“
Ich könnte mir da eine Rückkehr gut vorstellen … denn so heißt es am Ende zwar, dass man die Organisation zerschlagen habe – aber wer „Ein Richter sieht rot“ gesehen hat, und wenn man den im Film geschilderten Möglichkeiten, Verbrecher straffrei auskommen zu lassen, nur ansatzweise glauben kann, dann ist es kaum möglich, diese Organisation zu zerschlagen.
…denn wie wollen Jerry und Co den einzelnen Privatdetektiven usw. ihre Mitgliedschaft in der Organisation nachweisen? Nur weil jemand sie damit belastet hat, muss das doch noch lange nicht bedeuten, dass das wahr ist – womit wir beim Nachweisen wären. Ich halte es für unmöglich, diese Organisation komplett zu zerschlagen – woher will man wissen, ob es nicht noch weitere, unentdeckte Mitglieder gibt? Ich bin gespannt und hoffe auf eine Fortsetzung (wir sind zwar im Taschenbuch, aber man wird doch noch hoffen dürfen).

Ein Fehler ist mir aufgefallen, und zwar auf Seite 80. Phil spricht mit Mr. High: „Wenig später saß er [Phil] dem SAC [Special Agent in Charge] gegenüber“. Hm, Mr. High ist doch zum Assistant Director (AD) befördert worden!?
Stellenweise überraschte mich die Handlung schon – etwa als ich las, dass Jerry in dem Fall u. a. undercover ermittelt, und vor allem in welcher Rolle.
Auf Seite 116 passiert Jerry etwas, das für mich zwar im ersten Moment schon überraschend kam, da ich in dem Moment einfach nicht damit rechnete, aber auf den Trick dürfte Jerry als „alter Hase“ doch nun wirklich nicht mehr reinfallen…?

Staatsanwalt Gene Brown heuert auf Seite 155 einen neuen Killer an, dessen Auftrag u. a. das Töten des „Executors“ ist. Was mich nun wirklich wundert ist, wieso Brown nicht spätestens auf dieser Seite den Auftrag zurückgezogen hat.
…denn wenn man schon nur ein paar Jerry Cotton Romane gelesen hat, wird man erkennen, dass es sich bei diesem Killer um keinen Profi handeln kann, um keinen guten, sondern einen miserablen. Denn kein guter und zuverlässig arbeitender Profikiller stellt so dermaßen viele Fragen wie der Typ (was interessiert ihn das alles? Es geht dabei doch ums Geld dafür, und nicht darum, sein Wissen so unermesslich zu erweitern - und wenn er immer partout wissen will, wer sein Auftraggeber ist, dann sollte er sich zur Abwechslung mal 'ne legale Arbeit suchen. Außerdem zeugt die Reaktion, SO viel kurz vor seinem Tod über seinen Auftraggeber auszuplaudern, von einer absoluten Unprofessionalität - ich klär doch meinen Mörder brühwarm über meine Auftraggeber auf, auch wenn ich grad am Sterben bin) – und kein Gangster, der am Überleben bleiben will, ist so dumm und beantwortet diese Fragen auch noch. Und man braucht nicht mal Profi-Killer zu sein, um das zu wissen – die Lektüre einiger Jerry Cotton Romane reicht da schon voll und ganz aus.

Ich weiß zwar nicht, von wem der Roman ist, tendiere allerdings stark zu Tenkrat (auf der HP steht jedenfalls noch nichts) – denn der Roman weißt einige typische Morland Eigenschaften auf:

- Es wird Musik von Shania Twain und Brian Adams gespielt (so auch in einigen TBs von ihm zuvor)
- Es ist eine Story, die nicht nur stark dem Taschenbuch „Jäger und Gejagte“ ähnelt (würde mir der Titel „Sumpf des Verbrechens“ nicht so gut gefallen, würde ich ja sagen, dass ich „Jäger und Gejagte“ für diesen Roman für besser halten würde), sondern auch eine Story ist, in der Leute auf illegalem Wege der Gerechtigkeit Geltung verschaffen – auch eine typische Eigenschaft.

…und zum Schluss noch etwas am Rande: Im Roman werden verschiedene Uhrzeiten erwähnt. Unter anderem 20 Uhr 45 und 21 Uhr 20. Wenn man diese Uhrzeiten nun direkt zusammengefügt ausschreibt, kommt man auf die Zahlen 2045 und 2120 – und in der Cotton Heftserie stammen genau diese Romane („Ich jagte meinen Schutzengel“ und „Die Mord-Schakale von New York“) von Tenkrat. Wenn das kein Zeichen ist.

Alles in allem ein guter Roman.

erstellt am 18.07.06 08:32
Deine Kombinationsgabe in allen Ehren, lieber Koopa, aber einen Roman mit dem Titel "Sumpf des Verbrechens" habe ich nie geschrieben. Gruß A.F.Morland

erstellt am 18.07.06 14:19
Schade - bei dem Roman hätt ich's nun felsenfest vermutet. Na ja, da scheint's aber 'nen Autoren zu geben, der einen recht ähnlichen Stil hat (finde ich zumindest). Trotzdem Danke für die Antwort!

erstellt am 03.10.17 17:01
Autor: Peter Haberl.

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