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Thema: Band 2559 - Tödliche Versprechen
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erstellt am 16.07.06 20:36
Nachdem mir der Jerry Cotton Heftroman der letzten Woche im Vergleich zu aktuellen Heften sehr gut gefallen hat, habe ich nun den Roman „Tödliche Versprechen“ gelesen. Von der Story her ein konventioneller Krimi, sind die Hauptpersonen des Romans Marina Gonzales und Enrique Santiago, die als Gegenleistung für eine Seefahrt nach New York als Drogenkuriere fungieren. Während der Fahrt kommt es allerdings zu Zwischenfällen: Ein sich im Körper eines anderen Drogenkuriers befindenden Drogenbeutel, platzt auf, sodass die Person daran stirbt und über Bord geworfen wird; allerdings nicht wie geplant wird die Leiche in Richtung des New Yorker Hafens getrieben und dort von Fischern gefunden, die den Fund melden. Jerry Cotton und Phil Decker werden auf den Fall angesetzt und kommen auf die Spur des Drahtziehers im Hintergrund.

Nun ja, bei diesem Roman stellte sich mir die grundsätzliche Frage: Wieso haben die Gangster nicht einfach dem Toten an Bord den Leib aufgeschnitten und den Beutel mit den Drogen herausgenommen und dann die restlichen Einzelteile ins Wasser geworfen? So hätte man sich im Endeffekt das ganze Drumherum sparen können – gut, dann wäre zwar kein Roman daraus entstand, da das FBI dann ja keinen Wind davon bekommen hätte, aber vom Logischen her wäre das eigentlich nötig gewesen. Andererseits hätte man die Story auch so aufbauen können, dass im Körper der Person Drogenreste des Beutels gefunden und deshalb das FBI eingeschaltet wurde.
Die Geiselnahme von Phil am Schluss war ja ganz nett, aber: Wieso forderten die Gangster auch noch den Inhalt des Drogenbeutels, wenn, wie im Roman erwähnt, dieser Verlust zu verschmerzen wäre? Wie schon gesagt hätte man dieses Problem von vornherein lösen können.
Mit der Geiselnahme kommt auch gleich mein nächster Punkt, nämlich dass Jerry so breitwillig auf die Lösegeldforderungen der Geiselnehmer eingeht; selbst wenn es nur vorgetäuscht war, gilt hierfür der eiserne Grundsatz: Das FBI erpresst man nicht (so lautete sogar der Titel des Heftromans 2076) – auch, wenn die Geisel z. B. ein FBI-Agent ist.
Genauso dass Jerry auf Seite 52 kategorisch ausschließt, dass der Geiselnehmer damit bluffen würde, dass man gar nicht erst zu versuchen brauche, Phils Handy zu orten, da er es ausschalten würde – und sogar Mr. Highs Einwand von Jerry vom Tisch gewischt wird. Jerrys gute Beziehung zu Mr. High in allen Ehren, aber 1. dürfte er keine Möglichkeit, Phils Standort zu orten, auslassen und 2. wenn sogar Jerrys Vorgesetzter diesen Vorschlag macht, sollte er ihn eigentlich – wenn auch nur der Form halber und um auch diese Möglichkeit zu prüfen bzw. im Nachhinein ausschließen zu können – befolgen.

Mich wunderte außerdem, dass Jerry und Phil auf Seite 9 einfach so breitwillig Auskunft gegeben wird und man ebenfalls einfach so bereit ist, Unterlagen herauszugeben, ohne vorher zu erfahren, dass es sich bei ihnen um FBI-Agenten handelt.
Die Bearbeitung des Lektorats war in diesem Roman streckenweise auch etwas dürftig. So hieß es auf Seite 45 noch „Jason Ramirez“, wurde es auf Seite 49 „Jack Ramirez“ und so weiter.

Alles in allem ein konventioneller Krimi; leider bot die Entlarvung der Täter keine Überraschung, da sie dem Leser ziemlich schnell bekannt waren.

erstellt am 03.10.17 17:03
Autorin: Corina Bomann.

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