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Thema: Band 2565 - Mord ohne Leiche
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erstellt am 21.08.06 13:59
Ein Mr. Patterson ruft per Handy beim FBI New York an und behauptet, ihm sei ein Killer auf den Fersen. Nachdem er seinen Aufenthaltsort durchgegeben hat, erklingt ein Schuss, doch als die G-men zum Tatort kommen, ist keine Spur von der Leiche. Schließlich kommen die G-men der Sache auf die Spur und erkennen, dass nicht alles so ist, wie es scheint...

Dieser Roman löste zwiespältige Gefühle in mir aus. Auf der einen Seite war die Lösung sehr überraschend für mich, auf der anderen Seite gab es einige Kritikpunkte.
Ich musste mich teilweise auf einigen Seiten konzentrieren, um dieser Story wirklich zu folgen und alles nachvollziehen zu können – was allerdings weniger daran liegt, dass die Story solch einen gigantischen Hintergrund hat, als mehr, dass die Last der verschiedenen Firmen und Personen-Namen einfach erdrückend ist. Letztlich ist es ein typischer Mafia-Roman, aber mit spannender Auflösung – das rettet diesen Roman in meinen Augen schließlich und lässt ihn zu einem – verglichen mit anderen aktuellen Romanen – ganz guten Roman werden.

Allerdings hat der Autor sich einige Schnitzer geleistet, die deutlich machen, dass wir es hier mit dem Autor von Band 2563 – „Schnell verdiente Dollars“ zu tun haben (wobei dieser Roman um Längen besser ist, als der 2563er).
Auf Seite 12/13 und Seite 19 haben wir wieder etwas, was ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Jerry erklärt da Phil gegenüber ganz plausibel einen Verdacht. Der darauf: „Manchmal siehst du Gespenster, Jerry!“
Seufz. Noch weniger kann ich es ausstehen, wenn ein Autor offensichtlich Sätze kopiert. Ich könnte an der Stelle praktisch genau dasselbe aus der Rezension zu Band 2563 wiederholen – es ist völliger Blödsinn, dass Phil eine logische Erklärung von Jerry einfach so vom Tisch wischt! Wo doch in Band 2512 der Serienrealismus angesprochen wurde – man muss gar nicht FBI-Agenten sterben lassen, um die Serie realistisch zu machen – es reicht schon völlig, wenn man darauf achtet, dass die Romane an sich und die Handlungen der Figuren logisch sind! So muss auch Phil auf Seite 28 einsehen: „Du hattest von Anfang an Recht!“ Gut, Fehler macht jeder, aber Phils Gedächtnis sollte nicht so löchrig sein, dass er die Geschehnisse von vor zwei Wochen schon wieder vergessen hat (ganz abgesehen davon, dass ein gewisses Vertrauen zwischen den beiden Agenten vorhanden sein sollte, wenn sie bereits über 3000 Fälle gemeinsam gelöst haben).
Genau eine ebensolche Kopie aus Band 2563 gab’s diesmal auch wieder auf Seite 58, da erfahren wir: „In den nächsten Tagen begann das juristische Tauziehen.“ Ich zitiere Seite 64 aus Band 2563: „In den nächsten Tagen und Wochen begann das juristische Tauziehen.“ Freut mich ja, dass der Autor so begeistert von seinen eigenen Sätzen zu sein scheint, aber ich find es schon dreist, solche Sätze (davon abgesehen, dass es in Bd. 2563 Tage und Wochen und nicht nur Tage waren) einfach so zu kopieren.

Auf Seite 41 gab’s dann wieder mal einen beliebten Fehler, Mr. High ist dort ein Assistant Director in Charge. Man sollte mal ’ne Liste machen, auf wie viele verschiedene Dienstränge die Autoren schon bei Mr. High gekommen sind, Assistant Director in Charge ist mal was ganz neues.

Eins ist mir nur nicht klar: Wie sind die G-men zum Schluss auf ausgerechnet diese Person gekommen? Nur, weil: „Dem Angestellten eines Malerbetriebes sind Sie dort aufgefallen“?! Das wirkt auf mich doch – trotz Überraschung – ziemlich an den Haaren herbeigezogen.
Gefreut hat mich, dass in diesem Roman mal wieder Ruby O’Hara mitspielte. Gut zu wissen, dass es die auch noch gibt.

Speziell in diesem Roman fiel mir aber sehr extrem auf, dass die einfachen Abkürzungen „Mrs.“ und „Mr.“ kaum noch verwendet werden, stattdessen heißt es immer „Mister“ und „Mistress“. Was soll das denn? Das müsste doch eigentlich „Missis“ heißen! Wieso wird das ständig ausgeschrieben? Nur, um Zeilen zu schinden? Oh Mann!
Zumal (laut Wikipedia-Erklärung) Mistress eine Anrede für unverheiratete Frauen ist – die mit „Mistress“ angeredeten Frauen sind aber nicht unverheiratet!

Ach ja, und meine anfängliche Befürchtung, was den Anfang dieses Romans und das Ende von Band 2564 („Spurlos verschwunden“) angeht, hat sich natürlich voll bewahrheitet. Der letzte Roman endete mit den Worten Mr. Highs (oder zumindest war’s einer der letzten Absätze auf Seite 64):

„Meine Herren, ich habe eine neue Sache für Sie […] Der Assistant Director begann zu sprechen. Wir lehnten uns zurück und hörten schweigend zu, was uns der Chef zu sagen hatte.“

Tja, dumm nur, dass der nächste Fall damit begann, dass Jerry und Phil, die gerade mit dem Jaguar fahren, von Mr. High per Telefon aufgefordert werden, dorthin zu fahren, wo angeblich dieser Mr. Patterson erschossen wurde.

Die Vorschau ist übrigens auch so nicht ganz richtig (der nette Klang der Vorschau-Worte ist ja schön und gut, aber das ganze sollte dann auch schon passen), da heißt es nämlich: „Auf dem Handy erreichte mich ein merkwürdiger Anruf.“ – Weder wurde Jerry direkt angerufen, noch wurde er auf seinem Handy angerufen (dann müsste es mit heißen) – der Anruf des Mr. Patterson ging bei der FBI-Telefonzentrale und somit nicht direkt bei Jerry ein.
Fazit: Ganz nett als schnelle Lektüre für zwischendurch, allerdings mit einigen Fehlern drum herum behaftet. Auf den nächsten Roman bin ich diesmal dennoch aus mehreren Gründen gespannt...

erstellt am 03.10.17 16:58
Autor: Alfred Bekker.

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