|
|
|
erstellt am 04.06.02 18:02
Überambitionierte Deutsche Ich glaube, das isses. Das stört mich auch immer bei deutschen Autoren. Eines der jüngsten Beispiele: "Das Kreisen der Raben". Hatten wir hier schon mal kurz erwähnt. Superspannend klingender Plot extralahm umgesetzt. Und warum? Weil der Autor nicht den Mut zur Unterhaltung hatte. Das hemmt deutsche Autoren immer wieder. Sie müssen den Dichter und Denker heraushängen lassen. Dass wir gute Leute haben, haben wir ja mehrfach festgestellt. Die MX-Riege etwa oder, um im Dicke-Bücher-Bereich zu bleiben, Ulrich Drees mit seiner Demonworld-Trilogie. Da hätte ebensogut John Smith drüberstehen können - dass diese spannenden, unterhaltsamen Romane aus Deutschland kommen, hätte man dann nur noch daran gemerkt, dass "Originalausgabe" drin gestanden hätte und kein Übersetzer vermerkt gewesen wäre.
|
|
erstellt am 04.06.02 18:09
bei mir ist auch alles ky - nee - ok. keine klammer.
:-]
a-core: ich schrieb: "wenige", nicht "keine". aber das droht ot zu werden. ich bin eh nie sicher, ob ich mit meiner lektüre hier posten "darf". nur ist das krimi-forum so tot...
begging your pardon! nil
|
|
erstellt am 04.06.02 18:42
@Nil Warum solltest Du nicht hier posten "dürfen"? :-)
Max, das Problem mit dem Kürzel "-ky" dürfte wohl nur an Deinem Explorer liegen. Bei mir sieht alles ganz normal aus.
|
|
erstellt am 04.06.02 20:15
@nil Logisch, darfst Du hier posten. Auch mit seltsamen Büchern, wenn Du sie spannend fandest. Hauptsache, Du hältst Deine sadistische Ader unter Kontrolle.  ))
|
|
erstellt am 04.06.02 21:27
@Nil Natürlich "darfst" Du ... außerdem bin ich schließlich derjenige gewesen, der vor einigen Monaten mal versucht hat, das Krimi-Forum zu "wecken" ... aber außer Bernd hat sich da keiner interessiert gezeigt ...  )
(und zu meiner IE-Darstellung sag ich jetzt nichts mehr ... was soll's, dann ist es eben so)
|
|
erstellt am 04.06.02 21:42
schneevogel... hatte wir im zusammenhang mit den wikingbüchern bereits erwähnt. thematisch originelle story, recht spannend, aber nicht immer überzeugend erzählt. da hätte man etwas mehr herausholen können. besonders nachdem ich die hammer und kreuz trilogie im vergleich kenne!
|
|
erstellt am 04.06.02 21:48
eis und feuer 6 fertig gepackt! ich bleibe dabei, die saga von grrm bleibt für mich das maß der dinge im fantasy-bereich. immer wieder überraschende wendungen (außer die wahl von jon zum lord commander der nachtwache - das war irgendwie zu offensichtlich), dramtik, tragik, action und spannung ohne ende. für eine fantasy-saga ist der zauber-anteil sehr gering, dafür kann man sich an gewissen horror-komponenten erfreuen!
ich kenne kaum ein buch, bei dem man sich weniger darauf verlassen kann, ob die leute, an die man sich über hunderte von seiten gewöhnt hat, das ende erleben. manche kehren sogar nach ihrem ableben am ende des buches reichlich aufgedunsen ins reich der lebenden zurück!
besser geht es kaum. ich kann bloß hoffen, dass den guten autor nicht der schlag trifft, bevor er diese serie zu ende geführt hat. schließlich sind noch so viele handlungsstränge offen...
weiß jemand, auf wieviele bände die saga ausgelegt ist?
|
|
erstellt am 04.06.02 21:57
George Baxt Erstaunlich, welche Zufälle es immer wieder gibt. Kaum schreibt nilusys, dass er gerade den „Mordfall für Marlene Dietrich” gelesen hat, blättere ich durch ältere Zeitschriften, bevor ich sie dem Altpapier zukommen lasse (entspannt das Budget für Bücherumzugskartons), da finde ich im November 1997 eine Kurzrezension über eben jenes Buch. Ich zitiere: „Was im Erstling („Mordfall für Alfred Hitchcock”) noch ziemlich originell und pfiffig war, entpuppte sich zunehmend (es folgten Dorothy Parker, Talullah Bankhead, Mae West, Greta Garbo, Bette Davis und Humphrey Bogart) als reichlich langweiliges Name-Dropping mit hölzernen Dialogen und einer an den Haaren herbeigezogenen, im Nichts tappenden Handlung. Der Kenner bleibt lieber bei Stuart Kaminskys Toby-Peters-Romanen, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren, aber viel besser sind.”
Das sehe ich genauso.
|
|
erstellt am 04.06.02 22:04
Der deutsche Krimi der 70er Jahre Lassen wir es mal dahin gestellt, ob es für oder gegen -ky spricht, wenn ihm als einzigem Westautoren deutscher Zunge die Ehre zukam, in der DDR veröffentlicht zu werden. Auch das Etikett sozialkritisch finde ich nicht ganz passend, auch wenn das gesamte Genre seinerzeit gerne als Sozio-Krimi bezeichnet oder verspottet wurde. Es war halt die sozialliberale Ära, die Reformzeit mit den ersten Wirkungen der 68er, und die damalige Denke wirkte sich ja nicht nur auf die Kriminalliteratur aus. Max hat sicher recht, wenn anzweifelt, dass heutige Generationen diese Romane verstehen,m geschweige denn goutieren können, und vermutlich fände ich sie auch nicht mehr besonders, wenn ich sie nochmals läse. Damals aber fand ich -ky klasse, und ich lasse auch noch Hans-Jörg Martin (dessen Plots noch am ehesten klassisch englisch waren) und Friedhelm Werremeier mit seinem Trimmel (Versuch eines deutschen Simenon) gelten. Kein Wunder, dass Trimmel der erste Tatort-Kommissar im Fernsehen war Die reihe versteht sich ja eigentlich bis heute als sozial engagiert im Aufdecken und in der Beschreibung der Schattenseiten unseres Alltags.
|
|
erstellt am 04.06.02 22:10
Die Gefahr für Nicht-Überambitionierte Völlig ins Schwarze getroffen, Amer. Auch ich habe häufig das Gefühl, deutsche Autoren schämten sich dafür, wenn sie „nur” unterhalten wollen - was ja an sich schon eine schwierige Aufgabe ist. Eine wenig ruhmreiche Rolle spielt da auch die Kritik, und ein ganz bedauernswerter Fall (Fall im buchstäblichen Sinn) ist Johannes Mario Simmel - ein begnadeter Autor von spannenden und zudem mit politischen und sozialen Themen angereicherten Unterhaltungsromanen. Der war jahrzehntelang von der Kritik angefeindet, er schreibe jahrzehntelang einen tollen Bestseller nach dem anderen, bis irgendwann zu Beginn der 80er Jahre eine erstaunlich positive Kritik in der ZEIT erschien, in der Simmel erklärt wurde, was für ein bedeutsamer Autor er doch sein. Daraufhin war Simmel verloren - er schrieb nur noch verkrampft und mit dem unüberlesbaren Willen, der Kritik zu gefallen und nicht mehr den Lesern.
Momentan fürchte ich, seit ihn die FAZ unter die Fittiche genommen, um Andreas Eschbach. Hoffentlich werden dem keine Flausen in den Kopf gesetzt, der muss sich vor hoch bezahlten angloamerikanischen Autoren nämlich nicht verstecken.
|
|
Sie interessieren sich für unsere aktuellen Meldungen? Hier finden Sie die neuesten Informationen rund um unsere Verlagsprodukte.
mehr ...
Hier finden Sie wichtige Informationen und Hinweise zur Registrierung und der Struktur des Bastei Forums.
mehr...
Hier finden Sie die Titel, die in der Vergangenheit unsere Kunden begeistert haben, mittlerweile aber nicht mehr erhältlich sind.
mehr...
|