"Der Partner" John Grisham
"Grishams bester Plot... bittersüß, meisterhaft" (Kirkus Review). "Als wäre man live dabei", "Sehr gutes Buch mit Tiefgang" (Amazon).
Und wieder einmal frage ich mich, ob diese Leute ein anderes Buch gelesen haben, als ich!
"
Bevor sie die Falle zuschnappen ließen, hatten sie Danilo Silva seit Tagern rund um die Uhr bewacht. Er führte ein ruhiges Leben in einem heruntergekommenen Viertel in einer kleinen Stadt in Brasilien, und nichts deutete darauf hin, daß er 90 Millionen Dollar beiseite geschaffte hatte. Er war jetzt viel dünner als früher, und ein begabter Chirurg hatte ihm ein neues Gesicht verpaßt. Denn Danilo Silva hatte eine Vergangenheit mit vielen Kapiteln..."
Die hat das ältere Werk von Grisham auch. Und kein einziges davon ist auch nur ansatzweise spannend. Ganz im Gegenteil: Das Buch ist durch und durch zu Tode gelabert. Rund 450 Seiten endlose Dialoge, gewürzt durch eine eher an den Haaren herbei gezogene Idee, mit recht unlogischem Verhalten aller Figuren.
Als Beispiel sei Patrick Lannigan genannt, der sich die neue Identität "Danilo Silva" verschafft hat. Nachdem er erwischt- und in die USA überführt wird, steht er unter Verdacht, nicht nur enorm viel Kohle veruntreut-, sondern auch noch seinen Tod vorgetäuscht und jemand ermordet zu haben. Natürlich weiß der Leser, dass das alles nicht stimmen wird (schließlich ist ja Patrick der Held) - die Figuren in Grishams Werk können das jedoch nicht wissen. Dennoch wird Patrick wie ein kleiner Gott behandelt, alle finden ihn super symphatisch und helfen ihm, sein Husarenstück durchzubekommen. Bäh!
Auch Grishams Stil läßt zu wünschen übrig. Okay, ein großer Literat ist er ja eh nicht. Verlangt auch niemand von ihm! Aber beim "Partner" ist er noch mieser. Zunächst hat man das Gefühl, vor allem auf den ersten gut 100, 120 Seiten, dass sich zwei Autoren versucht hätten. Die lesen sich absolut unterschiedlich - wobei die Qualität jedoch gleich mau bleibt. Dann, beim Rest des Romans, drängt sich mehr und mehr das Gefühl auf, ein Drehbuch für einen Wirtschaftsthriller vor Augen zu haben, welches lustlos auf Roman getrimmt wurde.
Ne, ne, alles in allem ist dieses Werk ein einziges Ärgernis!