Akutwarnung: Die Macht des Codex
Und wieder ein Autor, der mit Dan Brown verglichen wird, nämlich Lev Grossman, und wieder 10 Euro zum Fenster rausgeblasen ...
Hier mal der Klappentext inklusive einiger Werbesprüche:
Edward Wozny ist das Wunderkind der New Yorker Finanzszene. Warum ausgerechnet er von einer exzentrischen englischen Adligen beauftragt wird, einen mittelalterlichen Codex zu finden, ist ihm ein Rätsel. Je mehr er aber in den Bann des mysteriösen Texts gerät, umso heftiger überkommt ihn das beunruhigende Gefühl, Teil eines ausgeklügelten, für ihn aber undurchschaubaren Plans zu sein. Diese Ahnung steigert sich zum nahezu wahnhaften Fiebertraum, als Edward plötzlich in der virtuellen Welt eines Computerspiels immer mehr Parallelen zur Legende des Codex entdeckt.
„Dan Browns ‚Sakrileg‘ war einmal, nun ist Lev Grossman an der Reihe.“
Time Out
„Ein schneller, intelligenter Thriller. Einzigartig. Atemberaubend.“
Katherine Neville
"Eine begeisternde literarische Tour de force, ein hypnotischer Sog, ein fantastisch doppelbödiger Spannungsroman."
Baltimore Sun
So, und nun die Wahrheit. (Oder was ich dafür halte):
Das Ding ist gut geschrieben, keine Frage. Aber es wird von Seite zu Seite abstruser. Das beginnt schon bei der Ausgangssituation: Ein erfolgreicher Investmentbanker (!), der gerade befördert wurde und endlich mal 14 Tage Urlaub hat, wird von einer reichen Familie angeheuert, seit Jahren in Kisten verpackte Bücher auszupacken und zu sortieren, und er macht das wirklich. Was für ein Schwachsinn!
Er wird nämlich nicht beauftragt, den Codex zu finden, wie uns der Klappentext weismacht. Nein, er soll Bücher katalogisieren, und dass er dabei etwas Interessantes finden würde, konnte keiner ahnen. Ein Investmentbanker, aha. Er findet dann den Codex, der nix, aber auch gar nix mit Dan-Brown-Plots zu tun hat, sondern eine Rittergeschichte a la Wolle von Eschenbach erzählt.
Außerdem geht es noch um Computerspiele, ein Typ heißt Fabrikant mit Nachnamen und worum es sonst noch geht, ich weiß es nicht. Das Buch wird von Seite zu Seite seltsamer. Es mit Dan Brown zu vergleichen, ist schlicht Betrug. Der Autor ist eher ein Scott-McBain-Nacheiferer. Ihr wisst ja, das ist der Kerl mit interessanten Plots, die er dann jedesmal total in den Sand setzt.
Ich würde mal sagen, wer McBain mag, macht nichts falsch. Wer McBain hasst: Finger weg!