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Thema: Band 2574 - Skrupellos
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erstellt am 25.10.06 11:43
Eine Mordserie an Obdachlosen erschüttert New York. Schließlich kommen die Special Agents Jerry Cotton und Phil Decker einmal mehr auf die Spur der Organ-Mafia...

In guter Erinnerung an Band 2558: „Der Henker trägt Weiß“, in dem es, soweit ich mich erinnere, ebenfalls um die Organ-Mafia ging, begann ich diesen Roman, der sich ebenfalls um dieses Thema drehte.
Allerdings kann man diese beiden Romane wirklich nicht miteinander vergleichen – denn die eine Story war actionreich und voll atemberaubender Spannung, diese hingegen war öde, fad und langweilig, ein lieblos herunter geschriebener Fastfood-Krimi ohne Spannung, Überraschungen, Wendungen oder gar menschlichem Tiefgang. Der Roman ist total überladen mit Personennamen, die das ganze zu einem unübersichtlichen Kuddelmuddel machen. Der Täter – tja, ’ne Überraschung war das nicht, denn erstens stand diese Person sowieso schon auf der Liste der potentiellen Täter und zweitens ist das ganze im Wust der vielen Personen untergegangen.
Interessant ist übrigens, dass der Autor alle Ereignisse nur aus Sicht von Jerry Cotton schildert – ohne jegliche Überblendungen zu anderen Geschehnissen. Dadurch wird die Handlung dermaßen eintönig und einseitig, dass es streckenweise wirklich unerträglich war. Die Geschehnisse werden dadurch zum Großteil nur passiv erzählt, d. h. es wird zwar berichtet, dass das und das passiert ist – aber es wird nicht geschildert, wie es passiert ist. Genauso kommt der Roman völlig ohne andere Personen aus, d. h. die einzigen FBI-Agenten im Roman sind JC, PD und natürlich Mr High.

Es wirkt dann nur noch albern, dass auf Seite 48 erwähnt wird: „Wozu die Habgier einen Menschen treiben konnte, war für mich verstandesmäßig kaum zu fassen.“ Solche und ähnlich oberflächliche Standardphrasen nerven nicht nur, sondern sind einfach nur altbacken, Sprüche von gestern.

By the Way: Auf Seite 57 wird ein Opfer als früherer Angehöriger der Navy identifiziert. Wäre dafür, der Korrektheit halber, nicht der Naval Criminal Investigative Service (NCIS) zuständig?

Das einzig positive an diesem Roman war ein Auftritt von Doc Reiser. Diese Person ist – warum auch immer – in letzter Zeit leider arg in den Hintergrund getreten. Das und der Undercover-Auftritt Reisers haben den Roman noch halbwegs erträglich gemacht – das war dann allerdings auch der einzige Lichtblick.

Der Titel ist dieses Mal auch wieder ein Erlebnis für sich. „Skrupellos“ – einfach putzig. Einfache Lesekost für zwischendurch. Nichts, was einen fesselt.

erstellt am 11.01.07 19:47
Jerry Cotton Band 2574 - Skrupellos

In New York werden seit einiger zeit ein paar Obdachlose vermisst und bald darauf tot aufgefunden. Man hat den armen Schluckern Organe entfernt. Jerry und Phil vermuten eine geheime Organ-Mafia-Organisation hinter den Morden. Die beiden FBI-Männer ermitteln bei Sozialeinrichtungen, die sich um die Heimatlosen kümmert, und tasten sich so vor zu den verantwortlichen Ärzten, Kliniken und Einrichtungsleitern. Ein anonymer Tipp bringt die beiden auf die Spur einer kleineren kirchlichen Hilfseinrichtung. Von da ab entwirrt sich ein ganzes Personennetz, das an dem Organschmuggel beteiligt ist. Die Entführer der Obdachlosen werden gefunden und enttarnt, man versucht Jerry und Phil zu überfahren und als dann auch noch einige Ärzte erschossen werden, die in die Sache verwickelt sind, engt sich der Kreis der Verdächtigen immer weiter ein. Der Kopf der Organ-Mafia wird von einem seiner Mitarbeiter ebenfalls erledigt - so dass zuletzt nur ein Mann der Mittleren Ebene übrigbleibt. Diesen können die FBI-Männer allerdings mit einer Finte austricksen und dingfest machen.

Dieser Jerry-Cotton-Roman hinterlässt bei mir zwiespältige Gefühle. Zuerst liest sich "Skrupellos" wie eine ziemlich langweilige Aneinanderreihung von wenig aufschlussreichen Ermittlungsgesprächen im Obdachlosenmilieu. Der Roman kommt im ersten Drittel überhaupt nicht in Fahrt. Mit der zunehmenden Komplexität des Plots allerdings erhöht sich die Spannung, die immer neu auftauchenden Namen von Verdächtigen, Ärzten und Obdachlosen lassen einen Organhandel ungeheuren Ausmaßes vermuten. Dieser breit gefächerte Plot verwirrt aber auch - aus den selben Gründen ist er ziemlich unübersichtlich. Darüber hinaus agieren einige Verdächtige höchst unlogisch. Ein Helfer der Mafia, der sich an den Entführungen beteiligte, und dem man nichts nachweisen kann, packt ohne mit der Wimper zu zucken aus. Ein Arzt gibt zuerst völlig reuelos Patientendaten an Jerry und Phil heraus, während er ein paar Zeilen später auf die ärztliche Schweigepflicht pocht. Diese Schönheitsfehler kratzen an der Fassade von "Skrupellos". Der Roman hätte mit einem bisschen besseren Timing und einer weniger personenumfassenden Storyline durchaus gut funktioniert. So bleibt er, auch wegen der ziemlich unbefriedigenden Auflösung, nur Mittelmaß.

Gruss, Andro

erstellt am 03.10.17 16:48
Autor: Peter Haberl.

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