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Thema: JC-TB 31.546 - Der Teufel von Maine
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erstellt am 14.11.06 21:14
In einem kleinen Städtchen im US-Bundesstaat Maine treibt der so genannte "Maine Devil" sein Unwesen. Die Opfer des Serienkillers sind stets junge Mädchen, die er zuerst vergewaltigt, grausam foltert und anschließend tötet. Jerry Cotton, diverse andere Special Agents und ein Profiler-Team machen sich auf die Suche nach dem Killer – und der Vater des letzten ermordeten Mädchens samt einer ganzen Schar Rocker jagt den Killer ebenfalls...

Serienkiller scheinen, auch innerhalb der Jerry Cotton Taschenbücher noch beliebter als zuvor zu werden. Nachdem es letzten Monat eine Serienkiller-Story über den berühmten Serienkiller Jack the Ripper gab, ist diesmal nun ein Mädchen-Killer dran.

Es ist noch nicht allzu lange her, da gab es im Forum des Geisterspiegels ( http://www.geisterspiegel.de) mal eine hübsche Diskussion darüber, dass es auch möglich sei, einen Serienkiller-Roman zu schreiben, in dem sich alles ausschließlich um den Serienkiller dreht (im letzten Roman gab’s noch einige Nebenhandlungen, die nicht unmittelbar mit der Serienkiller-Story in Zusammenhang standen). Dieser Roman beweist das eindrucksvoll.

Die Profiling-Arbeit ist in diesem Roman einfach erstklassig. Anders kann man das nicht sagen. Nur mit der Lösung des Romans habe ich so meine Probleme. Es ist nicht so, dass der Täter nicht schon zuvor im Roman erwähnt wurde – nur ist die Auflösung an sich keine große Überraschung. Zwar wird man als Leser zwischendurch auf eine falsche Fährte geleitet – dennoch, sagen wir’s mal so: Es war nicht die Überraschung schlechthin.

Dieser Roman rief in mir dennoch einige Erinnerungen an den früheren Stil der Jerry Cotton-Serie wach, die gar nicht mal unmittelbar mit der Haupthandlung (der Serienkiller) in Verbindung stehen. Es sind häufig nur die kleinen Dinge, die einem die Romane versüßen – etwa die herrliche Szene am Anfang mit dem Boxen zwischen Jerry und Phil, Jerrys Freundin im Roman oder das Küsschen zwischen Jerry und June Clark. Auch die Menschlichkeit und vor allem die Authentizität Jerry Cottons wird in diesem Roman ganz anders als in anderen durchschnittlichen Romanen geschildert: Da ertappt sich Jerry etwa selbst dabei, wie ihm Gangster wie Al Capone usw. schon fast sympathisch wurden. Das klingt doch vielmehr nach einem Mensch als nach dem seelenlosen Bürokraten, der uns so häufig in aktuellen Heften begegnet.

Was mich etwas enttäuschte war, dass es im ganzen Roman keinen einzigen Verweis auf die vorangegangene Nummer gab. Zwar ist es schon richtig, wenn Jerry Cotton im Roman denkt, dass dies nicht sein erster Serienkiller-Fall war, dennoch wäre es schon wünschenswert gewesen, wenn man wenigstens erwähnt hätte, dass es in einem ihrer letzten Fälle um einen von Jack the Ripper besessenen Serienkiller ging – zumal der Whitechapel-Killer sowieso mehrfach erwähnt wurde.

Übrigens: Inzwischen ist es zur traurigen Gewissheit geworden, dass auch die Covers der Jerry Cotton Taschenbücher zukünftig mit Film-Covers verunstaltet werden. Ich hatte gehofft, das Cover des letzten Taschenbuchs 31.545: "Der Ripper von Brooklyn" wäre nur ein Ausrutscher gewesen, aber da lag ich wohl schief...
Alles in allem ein unterhaltsamer, spannender Roman.

erstellt am 03.10.17 16:49
Autor: Walter Appel.

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