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Thema: TB 73309 "Der Feuer-Dämon"
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erstellt am 08.12.06 20:34
Es passierte mitten auf dem Petersplatz in Rom und vor den Augen zahlreicher Zeugen. Ein, mit einer Soutane bekleideter Mann ging auf ein Mitglied der Schweizer Garde zu, umarmte es, und noch in der gleichen Sekunde stand der Gardist in Flammen. Er verbrannte unter mörderischen Schmerzen.
Father Ignatius, Chef der Weißen Macht, sah keinen anderen Ausweg, als mich zu benachrichtigen. Er war sich sicher, dass es nicht bei diesem einem Opfer bleiben würde. Und so war es auch. Andere Menschen verloren ihr Leben, und ich tastete mich näher an den unheimlichen Feind heran – bis ich feststellte, dass dieser Gegner auch mir und meinem Kreuz überlegen war ...

Wer aufgrund des Klappentextes einen spektakulären und originellen Horror-Roman vermutet wird bald enttäuscht werden. Die Grundidee an sich ist dabei gar nicht so schlecht und durchaus für einige Stunden spannender Unterhaltung geeignet. Leider hapert es einmal mehr an der Umsetzung. Allein die unerträglich häufige Verwendung der Wörter „verdammt“ und „perfekt“ offenbart das Fließbandprodukt, welches der Autor mit diesem Buch abgeliefert hat, und das jeglichen literarischen Anspruch vermissen lässt. Natürlich liegt letzteres in der Absicht des Schriftstellers, der einfach nur leichte Grusel- und Unterhaltungskost bieten will, doch eklatante Fehler der inneren Logik erschweren auch dieses Ziel erheblich. Als der unheimliche Mörder den Gardisten zunächst anspricht, reagiert dieser überhaupt nicht darauf und ignoriert den offensichtlich Fremden. Später stellt sich heraus, dass der Gardist und sein Mörder sich kannten und das Opfer sogar den Grund wusste, weshalb sein Gegenüber aus der Schweizer Garde verstoßen wurde. So jemanden wird man sicherlich nicht mit der Sturheit eines britischen Wächters des Buckingham-Palastes ignorieren. Zudem wird dem Kenner der John-Sinclair-Romane einmal mehr klar, wie Jason Dark die Charaktere seiner Figuren verbiegt, nur um sie seiner Geschichte anzupassen. So verzichtet Suko auf einen Mitflug nach Rom mit der Begründung er fühle sich dort am falschen Ort und käme mit dem Christentum nicht so gut zurecht. Allerdings gibt es bestimmt einhundert Romane, in denen ihm das nicht so viel ausmachte und ansonsten ist Suko immer sauer, wenn John wieder einen seiner Alleingänge durchzieht. Außerdem ist es gar nicht die Art des Chinesen seinen Partner im Stich zu lassen, denn immerhin ist John nicht auf einen vagen Verdacht nach Italien gereist.
Doch der Roman hat auch positive Aspekte vorzuweisen. Father Ignatius hat seit langer Zeit mal wieder einen Auftritt, ebenso wie Johns Stammitaliener Luigi, der in einer amüsanten und kurzweiligen Szene aus Johns Privatleben dabei sein darf. Des Weiteren ist dieser Roman sehr informativ und bietet viel Wissenswertes über die Schweizer Garde. Der Dämon, dem John am Ende gegenübersteht ist ein sehr interessanter und vielseitiger Gegner, wie er schon lange nicht mehr in einem Sinclair-Roman vorkam. Umso bedauerlicher ist sein Ableben, denn seine Geschichte hätte noch so manchen Roman füllen können und wäre eine wohltuende Abwechslung gegenüber den 08/15-Feinden wie Saladin und Assunga gewesen.

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