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Thema: 73310 Die Vampir-Dschunke
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erstellt am 10.01.07 23:03
Die Besatzung eines Patrouillenbootes trifft auf einer seiner Rundfahrten auf eine Nebelwand, in deren Inneren sich eine altertümliche Dschunke verbirgt. Durch magische Kräfte wird das Militärschiff zum Halten gebracht und von unheimlichen Gestalten geentert, die sich als uralte, chinesische Vampire entpuppen. Es kommt zu einem Gemetzel, dem nur der Commander entgeht. Militär und Geheimdienst stehen vor einem Rätsel und so wird Sir James Powell um Hilfe gebeten. Der setzt seine besten Männer auf diesen Fall an. Während Suko sich in Chinatown nach einer Dschunke umhört, aktiviert John Sinclair die blonde Bestie Justine Cavallo. Die Vampirin macht sich im Bereich der Themse auf die Suche nach dem chinesischen Vampirschiff und findest es auch recht schnell, da sie in der Lage ist, die Anwesenheit ihrer Artgenossen zu spüren. Justine begibt sich an Bord des mysteriösen Schiffes, um herauszufinden, was das Ziel der Blutsauger ist.
Derweil erfährt Suko von dem chinesischen Gangsterboss Hainan, dass die Dschunke wegen ihm nach London gekommen ist. Hainan finanzierte in der Nähe von Shanghai den Bau eines Staudammes. Dadurch wurde die Vampir-Dschunke befreit, die im Meer versunken war und deren Besatzung unter dem Schutz des Dämons Gaufur steht. Hainan und Suko ziehen sich in ein Haus des Mafiosi nahe der Themse zurück. Währenddessen begibt sich John mit einem Boot der River-Police auf die Fährte der Dschunke.
Tatsächlich steuert die Dschunke das Domizil Hainans an und bald schon kommt es zu einem mörderischen Showdown an Bord der Vampir-Dschunke ...

Meinung:
Der Titel suggeriert zunächst einen Roman, der mit asiatischer bzw. chinesischer Mythologie zu tun hat. Allerdings sollte der Leser seine Erwartungen dahingehend nicht zu hoch ansetzen, denn die Geschichte spielt in London und es werden auch keine Querverbindungen zu Shimada, Amaterasu oder gar Susanoo gezogen. Auch die Artefakte eines Yakup Yalkinkaya finden ebenso wenig Eingang in die Handlung wie Shao, das Phantom aus dem Jenseits. Auf Rückblicke ähnlicher Fälle muss der Leser genauso verzichten. John erinnert sich weder an die „Vampir-Flotte“ noch an den „Gelben Satan“ oder gar an „Die Teufels-Dschunke“. Dafür bekommt man den Eindruck, als ob John und Suko zum ersten Mal chinesischen Vampiren gegenüberstehen würden.
Statt dessen präsentiert Jason Dark einen rasanten Vampirroman mit viel Action. Dafür sorgt allein schon Justine Cavallo, die mit ihrer perfekten Figur perfekte Fights hinlegt und der verdammten Bande auf der verdammten Dschunke zeigt wo es langgeht. Dieser Satz beweist, dass der Autor immer noch gerne nach Schema F schreibt und diverse Lieblingswörter und –phrasen immer wieder einsetzt. Auch ein bekanntes Sprichwort wird von ihm einmal mehr verdreht:
„Ob sie einen Erfolg erzielen würde, stand noch in der Schwebe.“ Also entweder er wollte schreiben „stand noch in den Sternen“ oder „hing noch in der Schwebe“ oder es war ihm einfach egal.
Natürlich spielt Kommissar Zufall eine tragende Rolle in diesem Fall, denn bereits Sukos erste Kontaktadresse in Chinatown ist ein Volltreffer. Nicht nur, dass Hainan über die Dschunke Bescheid weiß, nein, sie ist auch wegen ihm in London. Und warum? Weil er durch sein Geld eine Sprengung finanzierte, welche letztendlich dafür sorgte, dass die Vampire freikamen. Dafür muss natürlich Rache genommen werden. Sich in einem Sinclair-Roman über Motive den Kopf zu zerbrechen ist müßig und wenig erfolgversprechend. Positiver zu bewerten ist dagegen Johns Konflikte mit Sir James und Glenda, weil er Justine mit einspannt. Glenda trifft den Nagel auf den Kopf und spricht vielen Fans aus der Seele als sie sagt:
„Himmel, John Sinclair, wie tief bist du gesunken ...?“
Selbst der Superintendent billigt Johns Vorgehen nicht uneingeschränkt und ist regelrecht sauer auf ihn. Die Streitereien vermitteln aber auch den Eindruck, als ob dieser Roman bereits zu einem viel früheren Zeitpunkt geplant war, denn es scheint manchmal so zu sein, dass John und Justine noch am Beginn ihrer „Partnerschaft“ stünden. So sind John und Suko keineswegs fest davon überzeugt, dass Justine auf ihrer Seite steht, weil sie ja gegen Artgenossen kämpfen müsse. Das hat sie früher aber bereits öfter getan und sie hat auch schon mehr als einmal an John und Sukos Seite gekämpft. Gut war auch die Idee, die Vampire aus dem Unsichtbaren agieren zu lassen. Weshalb John dann aber nicht das Vampirpendel mitgenommen hat ist fraglich. Vermutlich wurde es bereits vergessen.
Der Beginn des Buches ist allerdings eher untypisch für einen Sinclair-Roman, zum einen was die Anzahl der Toten angeht und zum anderen die Brutalität. Schonungslos geht es zur Sache, als die Vampire die Besatzung regelrecht abschlachten. Das Überleben des Commanders wird aber alles andere als schlüssig und logisch erklärt und diente wohl einzig und allein dafür, dass John und Suko konkrete Anhaltspunkte erhielten.
Das Finale kann sich im Gegenzug sehen lassen, denn zumindest Johns Kampf mit den Vampir-Piraten liest sich sehr dramatisch und kurzweilig. Leider geht der Autor nicht mehr auf den Dämon Gaufur ein, der hinter der Dschunke stecken soll. Vielleicht will Jason Dark einen neuen Gegner aufbauen, was aber in einem Taschenbuch eher selten geschieht. So bleibt dieser vielversprechende Roman in den Ansätzen stecken und weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

erstellt am 14.01.07 02:07
Nur mal kurz zu den chinesischen Vampiren: Wenn ich jetzt kleinlich wäre, würde ich sagen, dass John es bis jetzt immer nur mit Vampiren aus Hongkong zu tun bekommen hat.
Aber für mich sah das Motiv der Vampirbrut doch eher so aus, dass sie sich dafür rächen wollten, dass der Grund und Boden, in dem sie früher geherrscht haben, durch die Finanzierung Hainans zugebaut wurde...

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