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Thema: TB 73 290 - Die Blut-Prinzessin
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erstellt am 01.03.07 08:44
John Sinclair - Die Blut-Prinzessin
Taschenbuch 73 290 (von Jason Dark)

John Sinclair bekommt von seinem dunkelhäutigen Kollegen Amos Durban den Tipp, sich einmal mit einer Leiche genauer zu befassen. Während der Totenwache, die der Geisterjäger alleine in der Leichenhalle eines abgelegenen Friedhofs hält, ertönen seltsame Trommelklänge und Gesang. Die aufgebahrte weibliche Tote mit äthiopischer Abstammung erwacht zum Leben! Der Zombie spuckt große Mengen Blut und vergeht unter der Einwirkung von Johns Kreuz zu einer roten Masse. Sämtliche Poren des toten Körpers öffneten sich und ließen jede Flüssigkeit auslaufen. Nachdem Suko informiert ist, treffen sich Sinclair und Durban in einer afrikanischen Bar. Dort erzählt der Polizist marokkanischer Abstammung von einem besonderen Fluch: Nuba, die Blut-Prinzessin, Nachkomme eines äthiopischen Königs und eines weiblichen Teufeldämons, soll die Zombies beschwört haben. Die exotische Tänzerin des Clubs stellt sich ebenfalls als Blut-Zombie heraus, dem das Geisterjäger-Kreuz den Garaus macht. Die Spur führt in die afrikanischen Armenviertel Londons. In einem Wohnblock suchen Sinclair, Suko und Durban weitere Familien auf, bei denen jemand vermisst wird und treffen bei den Angehörigen auf weitere lebende Tote. Nuba hat das göttliche Blut aus ihrem Körper in die Toten transferiert, so dass diese ihrem Befehl gehorchen müssen. Nebenbei muss sich das Trio mit den Schlägern der lokalen Ghetto-Gang auseinander setzen. Doch schließlich stellen sie in einem Kellergewölbe die Blut-Prinzessin und das allmächtige Kreuz bezwingt auch die halbdämonische Nuba.

Erstaunlich, wie viele Seiten man doch mit so wenig Handlung füllen kann. Dabei ist es vor allem der Einstieg in diesen Roman, der das Lesen zur Qual werden lässt. Sinclairs Totenwache zieht sich über fast 35 Seiten und ist somit eindeutig zu ausgewalzt und zu lang. Nachdem aber endlich ein wenig Hintergrundwissen zum Blut-Fluch präsentiert wird und die Tänzerin in dem Club zusammenbricht (ebenfalls eine viel zu ausführlich geschilderte Szene), kommt der Roman komischerweise (denn es passiert nichts aufregendes, wie eigentlich überall auf den 174 Taschenbuchseiten!) dann in Fahrt, wenn er eigentlich schon das Finale einläutet: Im Afrika-Ghetto Londons. Klischees über die Wohnblocks finden sich zuhauf, auch die bösen Gangsterbosse, die den kleinen Mann auspressen, dürfen nicht fehlen und sollen, wenn es auch nur bedingt gelingt und aufgesetzt wirkt, ein wenig Abwechslung und Action in die Handlung bringen. Das Ende ist so unspektakulär wie die Geschichte selbst. Was ganz besonders ärgerlich ist, sind die fehlenden Hinweise auf die Herkunft der Blut-Prinzessin (nicht deren Entstehen, sondern wie kam sie nach London?) und über ihre Motive. Die weiblichen Zombies sollten vor ihrem freiwilligen Ableben durch die Bluttransfusion als Prostituierte verkauft werden? Sollte etwa der edle Gedanke der emanzipierten Selbstbestimmung hinter dem Spuk stecken? Falls dem so ist, hat es Jason Dark verstanden, diese Motivation derart verschlüsselt und unklar rüberzubringen, dass der unaufmerksame Leser sich am Ende nur in Kopfkratzen und Rätseln ergehen kann. Fazit: Bis auf ein paar nette Szenen, in denen die Blut-Zombies quasi zerstäuben, ziemlich mau. Kann man getrost liegen lassen.

Gruss, Andro

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