Suche
Beitrag User
 
 
Thema: Band 2592 - Ein Schritt bis zum Abgrund
| |

Antworten zu diesem Thema: 1

 
Zurück
Weiter
1


erstellt am 25.04.07 22:16
Als ein auf den ersten Blick nicht ungewöhnliches Verkehrsunfallopfer ins Krankenhaus von Massachusetts eingeliefert wird, spielen die Strahlungswarngerät verrückt – doch bald wird klar: Hier liegt kein Gerätefehler vor, der Mann ist wirklich mit Plutonium verseucht …

Was bei hohen Erwartungshaltungen inzwischen schon fast zur Regel geworden ist, bestätigt sich auch dieses Mal: Der Roman enttäuschte auf ganzer Linie. Die durchaus interessante Thematik wird hier durch belanglose Phrasendrescherei und überflüssige Szenen gänzlich zu Grabe getragen.
Doch nicht nur das – auch das gute Verhältnis zwischen Mr High und Jerry, das irgendwann mal vor grauer Urzeit geherrscht haben muss (auch wenn man es inzwischen berechtigterweise bestreiten könnte), wird einmal mehr geradezu vorzüglich in den Dreck gezogen. Auf Seite 36 hätten wir da z. B. eine Szene. Mr High sagt zu Jerry: „Wie geht es Ihnen, Jerry? Ich habe gehört, dass wir Sie fast verloren hätten.“ Man muss sich das einmal vorstellen: Jerry Cotton wäre beinahe ums Leben gekommen und Mr Highs erster Kommentar ist (nachdem Cotton und Decker wieder aus Massachusetts zurück sind, wohlgemerkt – vorher bequemt er sich natürlich nicht, mit seinen G-men in Kontakt zu treten, wozu auch?), dass er gehört hätte, dass man ihn fast verloren hätte – kein Wort der Besorgnis, nichts. Da geht dem langjährigen Cotton-Leser doch wahrlich das Herz auf! Klar, Jerry Cotton ist ein Heftromanheld, der vermutlich nicht kurz vor Band 2600 zwischen Seite 4 und 36 sterben wird, aber ein wenig Realitätsnähe wäre doch selbst bei einer Heftromanserie angemessen.
Und so geht es munter weiter: Völlig zusammenhanglos fällt Jerry plötzlich auf Seite 46 ein, hier könne ja der Senior mitgemischt haben. Gegenfrage: Bei welchem Verbrechen zwischen Band 2566 und 2592 ist es vollkommen ausgeschlossen, dass der Senior mitgemischt hat?
Am Schluss wird schließlich weder das Plutonium gefunden noch gibt es einen richtigen Hinweis, dass der „Senior“ hier überhaupt mitmischt, noch wird nur im Ansatz erklärt, was zwei Special Agents aus New York in Massachusetts zu suchen haben.
Irgendeinen Marschflugkörper konnte man zum Schluss sicherstellen (auch wenn ich das nur überflogen habe), aber das war's dann auch. Insgesamt betrachtet war das doch ziemlich schwach, eben weil so gut wie nichts wirklich vernünftig aufgelöst wird. Und zigmal alle paar Spalten zu erwähnen, wie eiskalt die Leute doch vorgehen würden, macht einen Roman auch nicht unbedingt spannender.
Eine Anmerkung an dieser Stelle noch mal an den oder die Autoren der Senior-Bände: Es ist okay, dass Jerry in Band 2566: „Waffen für Angola“ undercover in die Rolle des Waffenhändlers geschlüpft ist und so die Pläne der Gangster durchkreuzt hat. Aber dass jetzt in jedem Roman dieser Art zu machen, kann’s auch nicht sein (denn quasi gab es am Ende einen ähnlichen Undercover-Einsatz).
Der ganze Roman kommt komplett ohne Humor aus, lustige Sprüche gibt es nicht im Ansatz, Action ist kaum vorhanden oder wird, wenn sie sich anbahnt, gleich im Keim erstickt – ungefähr vergleichbar mit einer Scheibe vertrockneten Brots.
Alles in allem war das wirklich nicht der Hit, da gefielen mir die ersten zwei Senior-Bände doch deutlich besser (sofern wir es hier überhaupt mit dem Senior zu tun haben).

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 22:16 Uhr bearbeitet)

erstellt am 03.10.17 16:41
Autorin: Nadine Buranaseda.

Zurück
Weiter
1

Top

Sie interessieren sich für unsere aktuellen Meldungen? Hier finden Sie die neuesten Informationen rund um unsere Verlagsprodukte.
mehr ...
 
Hier finden Sie wichtige Informationen und Hinweise zur Registrierung und der Struktur des Bastei Forums.
mehr...
Content Management by InterRed