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Thema: Band 2596 - Der Barbier von Manhattan
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erstellt am 25.04.07 22:17
Ein Serienkiller treibt in New York sein Unwesen und setzt damit eine vor sieben Jahren gestartete Mordserie fort – erneut müssen Damen des horizontalen Gewerbes um ihr Leben bangen. Das Markenzeichen des Täters: Die Haare der getöteten Opfer sind abrasiert. Gemeinsam mit einem Profiler und seinem Ermittlerspürsinn macht sich Jerry Cotton auf die Suche nach dem Mörder…

Es gibt gewisse Erfahrungen im Leben, die macht man nur selten. Oft war es in letzter Zeit so, dass ich eine große Erwartungshaltung an einen bestimmten Roman hatte und diese nachher extrem enttäuscht wurde – Beispiele hierfür gibt es leider viele. Bei Band 2596: „Der Barbier von Manhattan“ war das (zu meiner eigenen Überraschung) vollkommen anders.
Nachdem ich zwar aus verschiedenen Gründen positiv in Bezug auf diesen Roman eingestellt war, sank meine Erwartungshaltung nach den ersten paar Seiten auf den Nullpunkt: Wieder ein Serienmörder, der es auf Prostituierte abgesehen hat! Langsam fragt man sich, warum überhaupt noch Regierungsmaßnahmen gegen Prostitution in New York ergriffen werden müssen, wenn die Serienmörder das doch schon alles alleine regeln. Zumal: War da nicht letztens (siehe Band 2576: „Verräter sterben schnell“) erst ein Serienkiller, der es auf Prostituierte abgesehen hat und der zu allem Überfluss am Ende nicht geschnappt wurde?
Doch die Überraschung: Dieser Roman zählt zu den besten Serienmörder-Romanen, die in letzter Zeit bei „Jerry Cotton“ erschienen sind und dürfte unter den Prostituierten-Mörder-Romanen der wohl beste sein.

Der Autor bedient sich modernster Ermittlungsmethoden zur Aufklärung, ein Profiler arbeitet auf authentische Art und Weise und der Mörder hat nicht einfach nur ein Motiv – es wartet auch noch ein schöner Überraschungseffekt auf den Leser am Ende des Romans! Denn wo sonst lediglich auf ein klischeehaftes Bild eines Serienmörders zurückgegriffen wird, beschreitet man mit diesem Roman völlig neue, aber durchaus realistische Wege.
Einzige Kritikpunkte: Jerry Cotton verhält sich nahezu den ganzen Roman durch ätzend wie ein pubertierendes Kleinkind und wirkt stellenweise so sympathisch wie eine Tonne Gammelfleisch. Aus mir völlig unerklärlichen Gründen sind seine Beiträge zu den Ermittlungen durchweg kontraproduktiv (man könnte schon fast sagen, er torpediert sie regelrecht), die Person, die als einzige richtig den Durchblick hat, ist Phil Decker – und davon abgesehen benimmt sich Jerry Cotton zum Teil wirklich unter aller Sau. Tut mir leid, anders kann man das nicht formulieren. Wo früher sowohl Jerry als auch Phil echt sympathische Typen waren, entwickelt sich vor allen Dingen Jerry mit seiner Teamunfähigkeit und seiner ganzen Art und Weise immer mehr zu einem Mensch, den ich nicht mal mit ’ner Kneifzange würde anfassen wollen. Außerdem hätte man die Story mit den Zuhältern gut und gerne etwas kürzen können.

Wenn man davon aber einmal absieht und Jerry Cottons kleine Ausfälle nicht allzu ernst nimmt, bietet „Der Barbier von Manhattan“ durchweg spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen. Für alle Fans von Serienkillern sehr zu empfehlen!

erstellt am 28.04.07 14:37
Koopa schrieb:
Einzige Kritikpunkte: Jerry Cotton verhält sich nahezu den ganzen Roman durch ätzend wie ein pubertierendes Kleinkind und wirkt stellenweise so sympathisch wie eine Tonne Gammelfleisch.


Ich LIEBE diesen Satz!


Wo früher sowohl Jerry als auch Phil echt sympathische Typen waren, entwickelt sich vor allen Dingen Jerry mit seiner Teamunfähigkeit und seiner ganzen Art und Weise immer mehr zu einem Mensch, den ich nicht mal mit ’ner Kneifzange würde anfassen wollen.


Man sieht,wir sind uns mal wieder vollkommen einig.

erstellt am 03.10.17 16:39
Autor: Alfred Bekker.

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