21.01.2019, 06:53 Uhr

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Band 1993
Erschienen am 15.01.2019
Flucht durch den Blizzard
Geschrieben von G. F. Unger

Als Ben Crown aus dem Longhorn Saloon tritt, ist es zwei Stunden nach Mitternacht. Bis zur Hayfork Ranch – so genannt, weil ihr Brandzeichen eine Heugabel ist – muss er länger als eine Stunde reiten. Er wird nicht mehr viel Schlaf bekommen, bevor er die Mannschaft in die Sättel zu bringen hat.
Denn Ben Crown ist der Vormann der Hayfork-Mannschaft. Aber eigentlich ist er mehr als das. Big John Galloway betrachtet ihn als seinen Sohn, zumindest Stiefsohn. Und wenn Big John Galloway kinderlos wäre, würde Ben Crown sein Erbe sein.
So ist das also.
Und deshalb ist Ben Crown besonders zuverlässig. Big John ist mehr für ihn als nur ein Boss.
Ben Crowns Augen haben sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt. Und so geht er sehr vorsichtig vom Plankengehsteig hinunter und tritt zu seinem an der Haltestange wartenden Pferd ...


Band 1994
Erscheint am 22.01.2019
Das Paar aus Texas
Geschrieben von G. F. Unger

Hinter dem Wagen ist ein herrlicher Rappwallach angebunden. Ein mächtiges Tier ist es, und obwohl es sicherlich dreizehn Zentner wiegen dürfte und sechzehn Hand hoch ist, geht es so leicht wie eine Katze. Man traut ihm ohne Weiteres zu, dass es eine Viertelmeile in fünfzehn Sekunden zurücklegen kann.
Der Wagen ist nicht groß und nicht schwer. Er ist ein leichter und gut gefederter Reisewagen, dessen Verdeck man herunterklappen kann. Gepäckstücke und ein prall gefüllter Reisesack liegen hinten. Auf dem Vordersitz aber sitzen ein Mann und eine Frau.
Die junge Frau ist wahrscheinlich nicht das, was man als ausgesprochen schön bezeichnet. Dazu fehlt ihr das letzte Ebenmaß. Aber sie ist prächtig und bietet einen sehr erfreulichen Anblick. Sie ist blond, und ihre braungrünen Augen haben einen sehr ruhigen, festen Blick. Ihr Gesicht ist sonnengebräunt, und ihre hohen Wangenknochen geben ihr ein rassiges Aussehen. Ihre kleine, gerade Nase hat einen leichten Schwung nach oben.
Sie deutet mit der Hand zum Fluss hinunter und zu der kleinen Siedlung hinüber. Und sie sagt mit einer angenehm dunklen Stimme: »Das ist es also, Alamo, nicht wahr?«
»Yeah«, sagt der Mann gedehnt und späht aus schmalen Augen hinüber. »Das ist es, Connie.«


Band 1995
Erscheint am 29.01.2019
Last Chance Camp
Geschrieben von G. F. Unger

Als Jim Whittaker über den Pass kommt, kann er das lange Tal sehen. Er weiß, dass es das »Belle Fourche Valley« ist. Das Durcheinander von Hütten, Zelten und Häusern ist die hastig errichtete Goldgräberstadt Last Chance Camp.
Jim Whittaker reitet den Passweg abwärts, kommt tiefer und tiefer ins Tal. Überall wird nach Gold gesucht. Niemand kümmert sich um Jim Whittaker. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Fast alle sind bewaffnet oder haben Waffen in Reichweite.
Jim Whittaker ist ziemlich am Ende seiner Kraft und kann den nagenden Hunger kaum noch ertragen, als er die Stadt erreicht. Rechts und links der Fahrbahn werden die Zelte und Hütten größer. Es gibt Saloons, Geschäfte und Speiseküchen.
Beim ersten Speiselokal hält Jim an, rutscht vom Rücken seines Pferdes und bindet das Tier an. Ein Mann kommt aus einem Nebeneingang des Zeltes, betrachtet das Pferd und sagt: »Ich gebe Ihnen hundert Dollar für den Gaul.«
Jim blickt den Mann an. Es ist der Koch dieser Speiseküche und er hält ein großes Messer in der Hand.
»Ist das Fleisch schon so knapp hier?«, fragt Jim.
»Sicher«, sagt der Mann bitter. »Hier in diesem Tal leben zehntausend hungrige Löwen. Auf hundert Meilen in der Runde gibt es kein Wild, und die letzten Büffel sind von hier geflüchtet.«




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