26.03.2019, 09:30 Uhr

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Band 2002
Erschienen am 19.03.2019
Durango Jim
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist eine von den Nächten, da Jim Osborne, genannt Durango Jim, an einem glühenden Feuer allein ist, nachdem er in Deadwood eine ganze Woche lang sein Glück beim Poker und bei den Mädchen probiert hat. Jetzt fühlt er sich leer und ausgebrannt. Er denkt an den verrückten Revolverschwinger, der ihn herausforderte und den er gleich mit dem ersten Schuss von den Beinen holte.
Er wird es überleben, denkt Jim und fragt sich wieder einmal, ob das alles einen Sinn hat.
Doch bevor er sich eine ehrliche Antwort auf diese Frage geben kann, erinnert er sich daran, dass er Durango Jim ist, ein Revolverheld, der vor einiger Zeit nach Dakota kam, weil ihm im Süden der Boden zu heiß wurde und die Texas Rangers auf seiner Fährte waren.
Er weiß, dass er von der menschlichen Gemeinschaft gehasst wird und dass er diesen Hass mit Verachtung erwidert.
Für eine Woche fand er in Deadwood Vergessen. Und das ist es, was für ihn zählt: Vergessen!
Jetzt, allein an diesem Feuer unter den Sternen Dakotas, ist alles wieder da, und er fragt sich, wie es weitergehen soll ...


Band 2003
Erscheint am 26.03.2019
Killer-City
Geschrieben von G. F. Unger

Ich hatte drei Tage nichts gegessen und seit Wochen versucht, einen Job zu bekommen. Doch abgerissene Satteltramps, die noch die graublaue Uniform der besiegten Konföderierten-Armee trugen, hatten in Kansas keine Chance.
Bis Kansas war ich gekommen, und ich war nur einer der vielen abgerissenen und hungrigen Ex-Soldaten des besiegten Südens.
Weil ich an diesem Tag nicht verhungern wollte und auch nicht daran dachte, ein ewiger Verlierer zu sein, beschloss ich, die nächste Postkutsche auszurauben, die auf dem Wagenweg - ganz gleich aus welcher Richtung - vorbeikommen würde.
Ich hielt es für reine Selbsterhaltung, also für so etwas wie Notwehr. Dabei hatte ich keine einzige Kugel mehr in meinem Colt. Die hatte ich alle schon längst auf irgendwelches Wild verschossen. Und kaufen konnte ich mir auch nichts. Ich besaß seit Wochen keinen einzigen Cent mehr.
Ich würde also mit einem leeren Revolver einen Überfall versuchen, und sollte in der Kutsche oder oben auf dem Bock jemand sitzen, der nach der Waffe griff und schoss, dann war ich erledigt ...


Band 2004
Erscheint am 02.04.2019
Red-Valley-Queen
Geschrieben von G. F. Unger

Sie tauchen auch diesmal ganz plötzlich auf. Wie schemenhafte Gespenster aus den Morgennebeln, die im Red Valley fast immer aufsteigen, wenn die Sterne ihren Glanz verlieren und es noch keine Farben gibt.
John Morgan tritt aus seinem Ranchhaus auf die Veranda. Er ist noch nicht angekleidet, trägt nur sein rotes Unterzeug, Stiefel an den nackten Füßen und um die Hüften den Waffengurt mit dem schweren Colt.
Die Apachen halten bei den Corrals, wo sich auch dicht beim Brunnen und der großen Pumpe die Wassertröge befinden.
Carlos aber kommt herübergeritten, und er kommt nicht allein. John Morgan betrachtet staunend die Frau.
Sie wirkt zerzaust. Ihr Kleid ist arg mitgenommen. Da sie in einem Männersattel sitzt, ist ihr das Kleid weit hinaufgerutscht und gibt ihre Beine frei. Ihr rotes Haar ist aufgelöst und fällt ihr über die Schultern.
Doch so zerzaust und mitgenommen sie auch aussieht, sie sitzt stolz im Sattel. Ihr Blick ist gerade und fest. Jetzt liegt dieser Blick prüfend auf John Morgan. Nein, es ist kein Bitten oder gar angstvolles Betteln in diesem Blick. Er ist nur prüfend, so als wollte sie von ihm wissen: Na, was bist du für ein Mann? Taugst du was und traust du dich? Oder lebst du hier in diesem Tal auf deiner Ranch nur von Carlos' Gnaden?
Ja, er spürt irgendwie instinktiv, dass ihr Blick ihm diese Frage stellt, und gleichzeitig beginnt er zu ahnen, dass es in seinem Leben noch nie etwas gab, was schicksalhafter für ihn war als die Begegnung mit dieser Frau an diesem nebligen Morgen ...




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