19.10.2017, 14:40 Uhr

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Band 2329
Erschienen am 17.10.2017
Hundert Tage
Geschrieben von G. F. Unger

Gray Pickett wendet sich zur Schwingtür und tritt in den Alamo Star Saloon der kleinen Rinderstadt Caddo ein. Die Goldstücke an seinen Sporen klimpern melodisch durch die schwere Stille im Saloon.
Ja, es ist eine schwere, lastende und drohende Stille.
Gray Pickett bleibt jäh stehen. Er sieht binnen einer Zehntelsekunde drei verschiedene Dinge: Sämtliche Gäste haben an den Wänden und hinter den Tischen Deckung gesucht. Die Barkeeper sind hinter dem Schanktisch verschwunden.
Ein Mann lehnt am Schanktisch und starrt in den Spiegel.
Vor Gray Pickett, mit dem Rücken zu ihm, steht ein zweiter Mann, dessen große Hand griffbereit über dem Coltkolben hängt.
Und in die Stille hinein, die jetzt selbst nicht mehr von Grays klimpernden Sporenrädern durchbrochen wird, hört Gray den Mann vor sich sagen: »Geh weg da hinter mir! Zum Teufel, geh weg, Bursche!«


Band 2330
Erscheint am 24.10.2017
Wolfsbrut
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist zwei Tage nach dem Überfall auf die Postkutsche von El Paso nach Santa Fe, als der Deputy Jesse McGallen mit drei Gefangenen nach San Pedro zurückkommt.
Doch nur einer der drei Gefangenen sitzt noch mit eigener Kraft im Sattel. Von den beiden anderen liegt einer quer über dem Pferd und ist tot. Der andere ist schlimm verwundet, hängt nach vorn geneigt halb über Sattelhorn und Pferdehals und ist in dieser Haltung festgebunden.
In dem kleinen Ort laufen die Leute zusammen, und auch der Sheriff findet sich zur Begrüßung seines Deputys ein wenn auch mühsam mithilfe einer Krücke, die erklärt, warum er nicht mitgeritten ist, als es darum ging, die Posträuber zu verfolgen. Mit einem gebrochenen Bein kann ein Mann schlecht reiten.
Doch sein Deputy Jesse McGallen hat ihn offensichtlich erfolgreich vertreten.
»Ich fand sie im Rodrigues Canyon an der Wasserstelle«, sagt Jesse McGallen vom Sattel aus über die Köpfe der Leute hinweg zum Sheriff. »Sie waren gerade dabei, die Beute zu teilen, und stritten sich wegen einer goldenen Uhr, die sie einem der Passagiere abnahmen, nachdem sie ihn erschossen hatten. Ich musste mit ihnen kämpfen.«


Band 2331
Erscheint am 28.10.2017
Jagdwinter
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist schon spät. Die Lichter von Arapaho leuchten gelb in der Nacht, als Jake Flannigan vor dem Cattlemen Saloon seinen hageren Rappen anhält und aus dem Sattel gleitet. Noch einmal wirft er einen raschen Blick in die Runde.
Aus der dunklen Ecke der Saloonveranda wird eine Zigarettenkippe geschnippt und landet dicht bei Flannigan und den Hufen seines Rappen unter dem Haltebalken im Staub. Kleine Funken sprühen und verglimmen schnell.
Dann taucht auch schon die geschmeidige Gestalt von Vance Sloane im gelben Licht auf, welches über die Schwingtür hinweg nach draußen fällt.
»Also los«, spricht Vance Sloane, »lassen wir den wilden Puma mal so richtig fauchen. Du kommst spät, verdammt.«
Flannigan betritt wortlos die Veranda. Im Lichtschein betrachten sich die alten Sattelgefährten. Dann lachen sie sich an. Sie freuen sich auf einen wilden Abend. Noch ahnt keiner von ihnen, dass dieser Abend ganz anders verlaufen wird, als sie es erwarten …




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