17.12.2017, 01:25 Uhr

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Band 2337
Erschienen am 12.12.2017
Feuerkopf-Jane
Geschrieben von G. F. Unger

Ich hatte einen Flush in der Hand und wollte um zwanzig Dollar erhöhen, als der Junge von der Poststation in den Saloon kam. Er hielt einen Brief in der Hand, welcher gewiss mit der Morgenpost gekommen war.
Eine lange Nacht am Spieltisch lag hinter mir. Jetzt war es früher Vormittag. Ich saß mit vier hartgesottenen Spielern am runden Pokertisch in der Ecke. Der Junge kam zu uns an den Tisch und sagte: »Mister Colver ...«
Ich winkte den Jungen herbei und sagte: »Ich bin Troy Colver, Junge.«
Er gab mir den Brief und verschwand wieder.
Ich aber legte erst die zwanzig Dollar in den Topf, dann meine Karten verdeckt auf den Tisch und öffnete den Brief.
Die Schrift kannte ich. Es war Jane Carradines Schrift. Und sie hatte mir geschrieben:
»Troy, sie wollen mich in Zozo hängen. Komm her und hilf mir. Aber beeil dich, Troy Denn wenn du zu spät kommst, wirst du nie wieder ohne böse Träume schlafen können. Jane.«
Ich starrte auf die wenigen Sätze. Und es gab keinen Irrtum. Jane Carradine bat mich um Hilfe, Feuerkopf-Jane, die ich einmal so sehr geliebt hatte ...


Band 2338
Erscheint am 19.12.2017
Tausend Hügel
Geschrieben von G. F. Unger

Dave Nash hält eigentlich nur an, um sich einen Beutel Durham Tabak aus dem Store zu holen, der zu der kleinen Siedlung Kendall Station gehört.
Bevor er absitzt, streift sein Blick das Dutzend Sattelpferde vor der Saloonveranda. Sie tragen unterschiedliche Brandzeichen. Der Saloon ist also von Gästen aus den verschiedensten Winkeln besucht.
Dave Nash reitet einen mausgrauen Grulla, für den ein Greenhorn zwanzig, ein Kenner jedoch zweihundert Dollar zahlen würde. Er will gerade absitzen, als drinnen im Saloon ein Schuss kracht. Er bleibt im Sattel und späht zur Schwingtür. Nur einmal blinzelt er kurz, als er sieht, wer da rückwärts aus dem Saloon kommt. Es ist sein Bruder Emmet. Er erkennt ihn zuerst an dem feuerroten Haar, dann an der Stimme. Emmet Nash hat seinen Hut unter den Arm geklemmt. Ein Dollarschein flattert daraus zu Boden. Es muss sich also Geld im Hut befinden. Wahrscheinlich hat er mit einer Handbewegung Geld vom Spieltisch in den Hut gewischt. In der anderen Hand hält er einen Colt.
In der Schwingtür bleibt er noch einmal stehen und sagt mit seiner stets etwas heiser und verwegen klingenden Stimme: »Ihr Schlurche, mich legt ihr nicht rein! Da müsst ihr erst noch ein paar Tricks lernen, die ich nicht kenne. Steckt eure Nasen nur nicht zu früh heraus!«


Band 2339
Erscheint am 23.12.2017
Und alle sollen sterben
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist Winter geworden in Montana, und es ist von Anfang an ein besonders harter und schneereicher Winter. Der Flathead Lake ist schon sehr früh in seiner ganzen Länge von dreißig Meilen zugefroren, und nachdem die starken Schneefälle endlich aufgehört haben, hat man eine weite Fernsicht.
Von dem kleinen Nest Kalispell aus kann man den Citadel Mountain und den Fusillade Mountain fast greifbar nahe über die Glacier-Region mit ihren Gletscherseen hinausragen sehen.
Das nördliche Montana bis nach Kanada hinüber ist ein grandioses Naturtheater, eine Welt voller Anmut und Größe. Und alles wäre gut und wunderschön, wenn es die Menschen nicht gäbe.
Wes Teague liebt dieses Land. Es ist sein Land, und er nennt es wie alle Bergläufer der sogenannten »Hirschleder Brigade« Big Sky, was ja so viel wie großer Himmel bedeutet.
Dennoch befindet er sich jetzt nicht in seiner festen Jagdhütte in seinem einsamen Jagdtal, so wie in den vergangenen Jahren, um dort kostbare Pelze und Biberfelle zu erjagen.
Nein, in diesem Winter ist alles anders ...




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