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Band 1882
Erschienen am 29.11.2016
Medicine Road
Geschrieben von G. F. Unger

Logan Earp macht erst gar nicht den Versuch, dem Sergeant den Pfeil aus der Brust zu ziehen. Er kniet nur neben dem Sterbenden nieder und lädt dabei seine beiden großen Colts nach. Dabei sieht er in Tom Shanes Augen und kommt zu der Erkenntnis, dass dieser »Drei-Winkel-Soldat« eigentlich ein prächtiger Bursche war und auch jetzt noch in seinen letzten Sekunden ein richtiger Mann ist.
Tom Shane grinst ihn an. Obwohl er gleich tot sein wird, klingt seine Stimme ruhig.
Und er sagt: »Nun, Bruderherz, jetzt habe ich es gleich hinter mir, nicht wahr? Um mich wird niemand trauern, und dieses Wissen macht es mir leicht. Gib es den Roten noch einmal ordentlich, Bruder. Und wenn du dich beeilst, dann holst du mich auf dem Weg ins Schattenreich bald ein. Ich werde langsam reiten.«
Nach diesen Worten grinst der rothaarige Sergeant noch einmal und bewegt leicht seine Hand.
Dann ist er tot …


Band 1883
Erscheint am 06.12.2016
Einsamer Job
Geschrieben von G. F. Unger

County Sheriff Adam McDonelly betrachtet seine drei Deputys nacheinander wie ein Mann, der sich auskennt, wenn es darum geht, andere Männer zu beurteilen. Und dabei verlässt er sich vor allem auf seinen Instinkt.
So hat er sich seine Stellvertreter auch damals ausgesucht. Sie waren Kriegsheimkehrer, eigentlich Satteltramps. Und vielleicht wären sie sogar Banditen geworden, hätte er ihrem Leben keine andere Richtung gegeben.
Sie erwidern seinen prüfenden Blick fest, und er spürt einmal mehr ihren selbstbewussten Stolz.
Nach einer Weile sagt er: »Für einen von euch habe ich einen ganz besonderen Job. Es geht um dieses verdammte Nest an der Grenze, um diese armselige und verkommene Stadt Casa Coronado, die wie eine Hure ist und sich auch wie eine Hure verkauft, wenn nur der Hurenlohn stimmt. Einer von euch muss diesen verdammten Job übernehmen!«


Band 1884
Erscheint am 13.12.2016
Wilde Camps
Geschrieben von G. F. Unger

Hinter der nächsten Schluchtbiegung springt Jesse Shane vom Pferd und drängt dieses und die beide schwer beladenen Packtiere dicht an die Felswand zurück. Dann zieht er den Colt und geht zur Felsenecke. Dort wartet er. Seine hellen Augen glitzern, und sein hageres Gesicht wirkt entschlossen und kalt.
Jesse Shane ist klein, krummbeinig und schiefrückig. Seine dunkle Weidekleidung ist abgenutzt. Nur sein schwarzer Stetson mit flacher Krone ist neu. Und weil er eine besondere Schwäche für gute Hüte hat, nimmt er ihn jetzt ab und betrachtet ihn mit zufriedenem Besitzerstolz.
Den Colt hält er dabei in der Rechten.
Als er dann die klappernden Hufschläge seines Verfolgers hört, setzt er sich den Hut schnell wieder auf.
Zuerst wird der Kopf des Rappwallachs sichtbar - denn der schlanke Hals des Tieres - und dann der Reiter selbst.
»Halt an, Bruder!«, ruft Jesse Shane, tritt vor und lässt den Reiter in die Coltmündung sehen.
Der Mann auf dem Rappwallach hält auch sofort an, grinst auf eine Art, die bitter und spöttisch zugleich ist und hebt die Hände bis in Höhe der Schultern.
Jesse Shane nickt zufrieden …



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