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Band 1899
Erschienen am 28.03.2017
Golden Gulch
Geschrieben von G. F. Unger

Ich stieß einen Pfiff aus, als ich das Mädchen zum Store eilen sah. Das volle, weizengelbe Haar und die braunen Augen erregten meine Bewunderung. In diesem Augenblick wäre ich gern der Storekeeper gewesen. Ich hätte mich nicht so abweisend und breitbeinig vor der Ladentür aufgebaut.
»Dir verkaufe ich keinen Hufnagel, schon gar nicht auf Kredit, Nancy Britt!«, rief er unfreundlich und drängte das Mädchen von der Tür.
Das Mädchen öffnete die Hand, hielt dem Grobian mehrere Dollars unter die Nase und entgegnete unerschrocken: »Mister, wenn Sie mir nichts verkaufen, hole ich den Sheriff, und der schließt dann Ihren Laden!«
Der Keeper lief rot an und keuchte: »Sag deinem Vater, ihr sollt hier verschwinden, sonst wird Hank Ringloke euch helfen, dieses County rasch zu verlassen.«
Das Mädchen schien zuerst entgeistert von der Drohung des Mannes, doch dann explodierte es und schleuderte dem Storekeeper die Dollars ins Gesicht …


Band 1900
Erscheint am 04.04.2017
Die Chancenlosen
Geschrieben von G. F. Unger

Es beginnt in Saint Louis, als Ben Yates nach jahrelanger Suche einem Spieler gegenübersitzt, auf dessen linkem Handrücken ein Skorpion eintätowiert ist.
Der Spieler hat wie tot und leblos wirkende Fischaugen, ein hartes Gesicht und eine fahle Hautfarbe, so wie fast all diese Kartenhaie, die ihre Nächte an den Pokertischen verbringen und die Tage im Bett, sich also selten Licht und Sonne aussetzen.
Seine Hände sind geschmeidig. Sie sind das einzige Ausdrucksvolle an ihm.
Denn diese Hände können gewiss zaubern.
Der Mann gewinnt immer wieder, obwohl die vier anderen Spieler - darunter auch Ben Yates - erfahrene und mit allen Wassern gewaschene Männer sind, die sich bisher in jeder Pokerrunde behaupten konnten.
Aber gegen diesen Mann verlieren sie stetig.
Und so löst sich die Pokerrunde kurz nach Mitternacht auf.
Nur Ben Yates bleibt bei dem bleichen Spieler am Tisch sitzen, lehnt sich weit zurück und dreht sich eine Zigarette …


Band 1901
Erscheint am 11.04.2017
Der Wildpferdjäger
Geschrieben von G. F. Unger

Als Sycamore Kennan den Rauch wittert, hält er in guter Deckung an und verharrt eine Weile. Wer ihn da so auf seinem narbigen Wallach verharren und wittern sieht, der wird sich schnell darüber klar, wie sehr dieser Mann mit dem Land hier vertraut ist und in ihm zu leben versteht.
Es ist später Nachmittag, fast schon Abend. Aber die sengende Hitze des Tages ist noch überall.
Sycamore Kennan ist ein Weißer, und dennoch könnte man ihn auf den ersten Blick für einen etwas zu groß geratenen Comanchen halten. Erst die hellgrauen Augen machen klar, dass er mit Sicherheit kein Indianer ist. Als er absitzt, fällt auf, dass er keine Sporen trägt.
Er zieht das Gewehr aus dem Sattelfutteral und lockert den Colt im Holster. Dann macht er sich auf den Weg.
Er nimmt sich Zeit - und er bleibt nicht auf der Fährte, der er bisher folgte. Er schlägt einen Viertelkreis und nähert sich dem Feuer von Süden her, nicht mehr von Osten. Als er den Rand der Senke erreicht, verharrt er.
Rings um die Wasserstelle sind die Pferde versammelt, drei Dutzend erstklassige Tiere, ausgesucht aus mehr als hundert anderen. Sie sind auch schon halbwegs zugeritten und bedeuten einen Wert von gewiss mehr als zweieinhalbtausend Dollar, wahrscheinlich dreitausend. Denn es sind wirklich alles ausgesuchte Tiere.
Sycamore Kennan und seine beiden Partner haben fast ein halbes Jahr gebraucht, um die Pferde so weit zu bekommen, dass sie zum Verkauf gebracht werden konnten.
Nun sind die beiden Partner tot.
Und ihre Mörder sitzen dort unten am Feuer, ruhen sich aus und lassen auch die geraubten Pferde ausruhen …



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