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Band 1924
Erschienen am 19.09.2017
Das Todesspiel
Geschrieben von G. F. Unger

Die Stadt heißt Spanish Spear. Es ist eine kleine, miese Stadt im Südwesten am Fuß des Passes, der über die Grenze nach Mexiko führt.
Lin Spade kommt mit der Postkutsche aus dem Norden. Er scheint für die Leute der Stadt einer der vielen Fremden zu sein, die hier nach einer langen Reise durch das Apachengebiet erst einmal verschnaufen.
Es ist eine Stadt, die wie ein hungriges Tier auf der Lauer liegt, jedoch leicht selbst zur Beute werden kann, wenn es sich nicht vorsieht inmitten einer erbarmungslosen Umwelt.
Lin Spade kennt solche Städte. Er verachtet sie. Denn für solche Towns hat er schon gekämpft, Blut vergossen und getötet - um dann erkennen zu müssen, dass es sinnlos war.
Mit seinem Reisekoffer in der Rechten und der prallen Reisetasche in der Linken geht er ins Hotel.
Aus dem kleinen Büro tritt eine Frau hinter das Anmeldepult. Sie lächelt ihn freundlich und dennoch distanziert an. Sie prüft ihn. Sie hat schwarze Haare. Die leuchtend blauen Augen bilden dazu einen wunderbaren Kontrast. Auf ihrer kleinen, geraden Nase sind Sommersprossen …


Band 1925
Erscheint am 26.09.2017
Cincaid
Geschrieben von G. F. Unger

Es war später Nachmittag, als ich aus der Wüste kam.
Es gab schon eine knappe Meile vor der kleinen Stadt die ersten Wasserstellen. An einem dieser Tümpel lagerten einige Satteltramps. Sie hatten ein Feuer in Gang, über dem ein Hammel garte.
Weiter östlich gab es einen größeren Tümpel, von dem als Überlauf ein Creek abfloss, der aber wenig später in der Wüste versickerte. Hier lagerte die Schafherde. Die Tiere hatten fast schon alles kahlgefressen. Es war eine große Herde. Ich schätzte sie auf mehr als dreitausend Tiere. Ihr Blöken ging mir mächtig auf die Nerven.
Ich mochte keine Schafe. Sie waren so hilflos. Sie benötigten ständige Fürsorge, mussten Tag und Nacht beschützt werden. Deshalb mochte ich sie nicht.
Denn ich war ein Bursche von jener Sorte, deren Lebenszweck es bestimmt nicht war, das Schwache zu erhalten. Meine Wege waren zu rau gewesen und ich hatte zu viele Schwache untergehen sehen.
Ich sah beim Camp der Schafherde zwei Hirtenwagen und einen größeren Planwagen. Ein paar Hunde halfen den Hirten, und sie hatten schon einige Mühe, denn die wolligen Blöker und Bäher wollten weiter. Sie wollten nach Norden zu den Hügeln hinüber.
Denn die Hügel waren grün. Die Schafe witterten die fette Weide. Dort gab es saftiges Futter im Überfluss. Sie wollten hin. Das war verständlich.
Aber ich wusste, dort war Rinderland.
Und die Schafe würden in den Tod rennen, jawohl …


Band 1926
Erscheint am 04.10.2017
Apachenjagd
Geschrieben von G. F. Unger

Pine ist mehr als nur eine Poststation am Kreuzpunkt zweier Wagenwege. Pine wird vielleicht irgendwann eine kleine Stadt werden.
In der Bodega kommt Joe Shannon mit Dolores aus dem kühlen Weinkeller. Als sie die Gaststube betreten, stehen dort drei staubige Männer an der Theke und stillen ihren Durst. Sie wenden sich dem Paar zu, die Gläser in den Händen.
Einen Moment staunen sie. Dann sagt einer: »He, ist das nicht der Blaubauchsergeant von Camp Mesa Springs? Aaah, der ist ja in Zivil! He, Sersch, bist du nicht mehr bei den Blaubäuchen?«
Joe Shannon betrachtet er die drei Männer nacheinander.
»Ihr lebt ja immer noch«, knurrt er dann. »Haben euch die Apachen immer noch nicht erwischt, ihr verdammten Skalpjäger?«
Die drei Kerle grinsen, und sie heben ihre Gläser, prosten ihm zu und trinken. Einer sagt dann grollend: »Die Armee und auch alle Zivilisten in diesem Lande müssten uns dankbar sein - uns und anderen Skalpjägern und Apachenkillern.«
Joe Shannon nickt langsam und sagt: »Ihr seid schon tüchtige Burschen. Wahrhaftig, ihr seid so richtig nützliche Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft. Aber jetzt könnt ihr mich mal. Komm, Dolores, mein Augenstern. Diese Hombres stinken. Gehen wir nach oben.«



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