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Band 1630
Erschienen am 31.01.2012
Fährten des Krieges
Geschrieben von G. F. Unger

Inmitten der Senke liegen die beiden umgekippten Bagagewagen der Armee. Bei den Wagen, hinter denen sie Deckung suchten, sind überall die Toten im niedergetrampelten Büffelgras zu erkennen. Jim Kehoe reitet langsam umher. Widowmaker, sein Wallach, schnaubt nervös. Die Toten schrecken ihn jedoch weniger, als man annehmen könnte. Er ist ein erfahrenes Kriegspferd, dem auch Blutgeruch nicht fremd ist. Dass er so unruhig schnaubt, muss einen anderen Grund haben. Aber sooft Jim Kehoe auch seinen scharfen Blick in die Runde schickt, er kann nichts von einer Gefahr erkennen.
Er scheint mit dieser bis auf den letzten Mann niedergemachten Patrouille, die den Zahlmeister von Fort Reno nach Fort Phil Kearney begleiten sollte, allein zu sein.
Das Gefühl der Gefahr verlässt Jim Kehoe nicht. Und dann, als er wieder einmal seinen grauen Wallach herumzieht, schnappt er den Colt heraus, ohne auch nur einen Sekundenbruchteil zu zögern. Seine Lippen verziehen sich zu einem Lächeln, in dem keine Spur von Freundlichkeit ist nur Härte und Verwegenheit, Todesverachtung und lauernde Gefährlichkeit …


Band 1631
Erscheint am 07.02.2012
Arizona-Banditen
Geschrieben von G. F. Unger

Als ich aus den Bradshaw Mountains in das große Tal kam, glich ich einem hungrigen Wolf aus den Bergen, der zum ersten Mal eine große Stadt sieht. Aber die Stadt war nur ein jämmerliches Nest, und ich hatte natürlich schon ganz andere Städte gesehen nur war das schon über ein Jahr her.
Die Männer, die ein Jahr lang auf der Ranch meine Gefährten und Kameraden waren, hatten mich gewarnt. Lester Farrel, der Vormann, hatte zu mir gesagt: »Cash, du machst einen Fehler, wenn du glaubst, dass schon wieder Gras über die Geschichte gewachsen ist. Jener Ringo Mannen, den du im Revolverkampf von den Beinen schießen konntest, war zu bekannt. Sieh, die meisten Burschen unserer Mannschaft haben irgendwo Verdruss gehabt und konnten hier eine Zuflucht finden. Niemand kann es wagen, auch nur einen von ihnen aus unseren Bergen zu holen. Und sie sind auch nicht so dumm, den Schutz der Gemeinschaft zu verlassen. Du solltest ebenfalls bei uns bleiben, Cash.«
Ich schüttelte den Kopf, und da ließ er mich achselzuckend reiten. Er sagte mir nur zum Abschied: »Jeder Mann ist sein eigener Hüter.«
Unser Boss, der sich kaum um den Ranchbetrieb kümmerte, gab mir zu meinem Jahreslohn noch eine gute Prämie, und deshalb waren fünfhundert Dollar in meiner Tasche, als ich über den letzten Hügel ritt und mich der Stadt näherte. Es wurde Abend, und ich grinste, als ich an die vielen Freuden dachte, die dort auf mich warteten.
Ich sollte mich noch wundern!


Band 1632
Erscheint am 14.02.2012
Frau im Fegefeuer
Geschrieben von G. F. Unger

Als das Pferd getroffen unter ihr zusammenbricht, weiß Jessica Morgan, dass sie gegen die Horde der ehemaligen schwarzen Sklaven keine Chance mehr hat. Der Tag der Befreiung ist gekommen, und sie wollen ihre Rache. Nach dem Mord an ihrem einstigen Herrn ist nun dessen Frau an der Reihe.
Entsetzt starrt Jessica auf die Schwarzen, die sich ihr langsam nähern.
Aber dann geschieht das Wunder, an das sie nicht mehr zu glauben wagte. Ihre Verfolger halten plötzlich an.
Als Jessica den Kopf dreht, sieht sie fünf Reiter - Weiße in der Uniform ehemaliger Südstaatler. Erleichtert atmet sie auf.
Das Fegefeuer ist zu Ende, glaubt sie.
Wie soll sie ahnen, dass es noch nicht einmal richtig begonnen hat!



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