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Band 1873
Erschienen am 27.09.2016
Johnny Mahouns Wandlung
Geschrieben von G. F. Unger

Johnny Mahoun ist dabei, mit lässiger Fertigkeit die Karten neu zu mischen. Die Spieler an seinem Tisch verfolgen aufmerksam jede seiner Finger- und Handbewegungen.
Denn sein Glück in der letzten Stunde war zu unwahrscheinlich, so denken sie jedenfalls, und sie sind hartgesottene und erfahrene Pokerspieler.
Aber Johnny Mahoun kommt nicht mehr zum Kartenausteilen.
Der Mexikanerbursche aus Daisy Mullens Angels' House taucht plötzlich neben ihm auf, noch etwas atemlos vom raschen Laufen.
»Señor, Sie werden mir gewiss die Störung verzeihen«, sagte der Junge, »wenn ich Ihnen sage, dass die Patrona mich schickt und es wirklich eilig ist.«
Johnny Mahoun blickt zur Seite.
Er kennt den Jungen und natürlich auch seine Chefin, die Patrona des Angels' House zu Silver City …


Band 1874
Erscheint am 04.10.2016
Paradise City
Geschrieben von G. F. Unger

Als Sheere Stevens in Thorpe mit fünf anderen Passagieren aus der Postkutsche steigt, da verharrt sie kurz am Rand des Plankengehsteigs und blickt sich um.
Sie sieht mehr als nur hübsch aus, obwohl eine lange Reise hinter ihr liegt und eine Menge Staub und Hitze in die Kutsche drang. Ihre schwarzen Augen funkeln in einem rassigen, eigenwillig wirkenden Gesicht. Sie hat ihr weizengelbes Haar hochgesteckt. Groß und schlank verharrt sie mit erhobenem Kinn und sieht sich um, indes der Begleitmann ihre beiden Reisekoffer aus dem Gepäckraum hebt und neben sie auf die Gehsteigplanken stellt.
Sie bedankt sich mit einem Lächeln, das ihr Gesicht noch schöner macht.
Dann blickt sie sich abermals um und denkt: Das ist eine hübsche, kleine Stadt westlich des Pecos. Hier also lebte meine Mutter die letzten Jahre, indes ich im Internat war.
Ein halbwüchsiger Junge tritt zu ihr und fragt: »Ma'am, darf ich Ihre Koffer irgendwohin bringen vielleicht zum Hotel?«
Sie lächelt und erwidert. »O ja, wenn du dafür nicht mehr als zehn Cents erwartest. Ich will zum Paradise Hotel.«
Der Junge weicht einen halben Schritt zurück und staunt zu ihr empor. »Oooh«, macht er. »Sie wollen zum Paradise House?«
»Genau.« Sheere nickt. »Und warum lässt dich das staunen?«
»Oooh«, macht der Junge wieder und kratzt sich verlegen am Kopf. »Das Paradise House ist nämlich kein Hotel für Ladys Ihrer Klasse, Ma'am. Wer es Ihnen auch empfohlen haben mag, er erlaubte sich einen üblen Scherz.«


Band 1875
Erscheint am 11.10.2016
Sallys Mine
Geschrieben von G. F. Unger

Die Mine hatte im Verlauf der Jahre viele Namen. Zuerst, als sie von den spanischen Dons – diesen Conquistadores mit ihren eisengepanzerten Soldaten – gegründet wurde, da hieß sie »Coronado-Mine«, obwohl sie der Krone Spaniens gehörte. Denn jener Francisco Coronado war ja im Auftrag Spaniens ins Land gekommen, um Schätze zu finden und nach den sieben goldenen Städten von Cibola zu suchen, die es gar nicht gab.
Im Verlauf der Jahrhunderte wechselte die alte Mine immer wieder den Besitzer.
Immer dann – nachdem sie aufgegeben wurde, weil sie als unrentabel galt oder die Apachen die goldgierigen Weißen verjagt oder getötet hatten – kamen andere, drangen in die Mine ein und fanden abermals Gold.
Doch niemand von den ständig wechselnden Besitzern kannte das Geheimnis der Mine. Denn das gab es seit Francisco Coronados Flucht vor den Apachen.
Der letzte Besitzer der Mine – sie heißt nun »Aurora Mine« – ist ein gewisser Lonnegan, dessen Vornamen niemand kennt und den sie alle in der kleinen Stadt deshalb Oldman Lonnegan nennen.
Doch bald wird eine gewisse Sally Bullock als einziger Mensch von Red Mesa erfahren, dass Oldman Lonnegans Vorname »Hannibal« ist. Mit seinem letzten Atem wird er es ihr sagen und sie zu seiner Erbin machen.
Doch das ist eine lange Geschichte.
Ich will sie erzählen.



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