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Band 1894
Erschienen am 21.02.2017
Dukes Gesetz
Geschrieben von G. F. Unger

Längst schon hatte ich begriffen im Laufe meines Lebens, dass man sich nur Ärger einhandelte, wenn man sich in den Verdruss seiner Mitmenschen einmischte, zu helfen versuchte, ein sogenannter Gutmensch sein wollte.
Und so lebte ich schon eine Weile nach dem Motto, dass jeder Mann sein eigener Hüter ist.
Doch diesmal war es anders. Denn im Nebenzimmer, welches nur durch eine dünne Wand von meinem Zimmer getrennt war, da weinte eine Frau.
Und dann hörte ich klatschende Schläge. Eine wütende Männerstimme fauchte bei jedem Schlag: »Du läufst mir nicht weg – nicht mir, einem Bac Morgan! Mir läuft keine Frau weg – es sei denn, ich jage sie zum Teufel! Und dich werde ich erst zum Teufel jagen, wenn mir danach ist.«
Die Frauenstimme wimmerte irgendwelche Worte, doch die konnte ich nicht verstehen.
Der Mann aber fauchte: »Na los, mach dich fertig! Ich bringe dich zurück auf die Ranch!«


Band 1895
Erscheint am 28.02.2017
Nur einer reitet noch
Geschrieben von G. F. Unger

Vormann Jack Starlight beobachtet aus schmalen Augen die Männer auf der anderen Straßenseite. Die verteilen sich jetzt. Zwei Gruppen wandern ab, überqueren oberhalb und unterhalb des Hotels die Straße und erreichen den langen Gehsteig, der mit der Hotelveranda verbunden ist. Dann halten sie an.
Der Vormann der Sun Hill Ranch und sein alter, invalider Rancher sehen auf den Mann, der langsam durch den Staub der Fahrbahn stapft und vor der Veranda stehen bleibt.
Etwas Wildes und Furchtloses geht von dem Mann aus. Seine schwarzen Augen richten sich nicht auf den alten Rancher, sondern auf Jack Starlight.
»Es hat nicht geklappt, Jack«, sagt er spöttisch, und seine Stimme zittert dabei vor unterdrückter Wut.
»Nein«, erwidert Jack Starlight lächelnd, »es hat nicht geklappt. Dein Beschützer hat gezeigt, wie groß sein Schatten ist. Du hast mit einigen Leuten unser Vieh gestohlen. Wir haben euch gejagt, ich konnte dein Pferd zusammenschießen. Du warst bewusstlos, als wir dich fanden. Well, wir brachten dich vor Gericht, aber die Geschworenen waren feige und sprachen dich frei. Mein Rancher glaubte an Recht und Gesetz. Nun weiß er, dass es so etwas hier nicht gibt. Das ist gut! Wenn wir dich noch einmal beim Viehdiebstahl erwischen, hängen wir dich auf. Bleib von unserer Weide, Slim Tinkerton!«


Band 1896
Erscheint am 07.03.2017
Blutiges Gras
Geschrieben von G. F. Unger

Es war nicht schwer für Truck Haggertys Männer. Binnen einer Woche hatten sie es geschafft.
Nun floss der Creek nicht mehr durch die Hügel und unser schönes Grasland. Er bog jetzt vorher nach Osten ab und füllte die weite Senke auf Truck Haggertys Land. Irgendwann würde dort ein großer See entstehen.
Ich begriff, dass ich verloren hatte - und mit mir alle anderen kleinen Rancher und Siedler, die sich in der weiten Ebene des Green Grass Creek niedergelassen hatten. Ja, wir alle hatten verloren.
Haggerty hatte uns die Lebensader, das Wasser, genommen.
Für ihn war das ein Kinderspiel. Er brauchte nur einen kleinen Damm zu bauen und ein neues Creekbett über eine Länge von knapp zweihundert Yards auszuschachten. Dann war bereits wieder natürliches Gefälle vorhanden.
Indes ich mir das alles ansah, kam Stag Pinalto angeritten. Sein roter Hengst war ein Vierhundert-Dollar-Pferd, und nur sein Boss Truck Haggerty ritt ein noch besseres Tier.
Stag Pinalto war Haggertys Vormann - besser gesagt sein »Erster«. Denn die H-im-Kreis-Ranch hatte stets drei oder vier Vormänner, die mit ihren Mannschaften überall auf den Weiden verteilt waren …



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