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Band 1868
Erschienen am 23.08.2016
Die Rechtlosen
Geschrieben von G. F. Unger

Plötzlich werden die Pferde im großen Corral unruhig. Es sind mehr als fünfzig Tiere. Sie beginnen zu kreisen. Dann sind gleitende Schatten zu erkennen. Apachen sind im Corral.
»Schießt, Jungs!«, knurrt John Bishop, der betrügerische Indianeragent. »Nehmt keine Rücksicht auf die Pferde! Schießt! Denn die Pferde sind auf jeden Fall verloren! Das habe ich einkalkuliert!« Dann beginnt er selbst zu schießen, und bald knattern die Gewehre und erfüllen die Nacht. Man hört die scharfen Schreie der Apachen. Das Gatter des Corrals ist nun offen. Im Corral wird der aufgewirbelte Staub zu einer dichten Wolke. Die Remuda rast jetzt aus dem Corral in die Nacht hinein, verfolgt von Gewehrkugeln. Manchmal stürzt ein Pferd. Und einige Male wird sicherlich auch ein Apache getroffen.
»Das ist alles!«, ruft John Bishop. »Das ist alles, Jungs! Mehr wird nicht passieren! Denn sie haben keine Waffen. In zwei oder drei Tagen haben wir neue Pferde. Ich habe Juarez und Benito mit einem Pferderudel weggeschickt. Sie werden sich rechtzeitig, wenn die Luft rein ist, wieder einfinden.«
Er hat es kaum ausgesprochen, als Hiob Starr, der auf der anderen Seite den Hof beobachtet, einen Ruf ausstößt.
»Sie wagen es wirklich! Bishop, Sie Narr, Sie haben diese roten Wölfe ganz einfach unterschätzt. Da kommen sie!«


Band 1869
Erscheint am 30.08.2016
Ein Mann kommt geritten
Geschrieben von G. F. Unger

Matt Wagoner hört sporenklirrende Schritte näher kommen. Er wendet den Kopf, und weil er am Fuß der Veranda steht, muss er zu Jim Tucker aufsehen, denn dieser bleibt auf der obersten Stufe stehen, hakt die Daumen in den Kreuzgurt und grinst. Es ist ein böses, kaltes und mitleidloses Grinsen.
Tucker greift mit der Linken lässig an seine protzige Uhrkette, die aus purem Gold ist und an der ein seltsamer Anhänger baumelt.
»Das ist ein Stück Blei, Mister«, erklärt er grinsend. »Ich habe es in Gold fassen lassen, weil es das erste Stück Blei war, das ich auffangen musste. Ich möchte mein Glück wahrhaftig noch einmal versuchen, Bruderherz.« Er grinst wieder grausam. In seinen Augen tanzen kalte Lichter.
Matt Wagoner tritt langsam drei Schritte zurück. Seine Revolverhand hängt bewegungslos hinter dem Walnussgriff seines großen Colts. Es ist ein einfacher Colt. Jim Tuckers Waffen dagegen haben Griffe aus Elfenbein.
Matt Wagoner sagt sanft und es ist eine stählerne und tödliche Sanftheit: »Nun gut, Mister! Dann versuch dein Glück!«


Band 1870
Erscheint am 06.09.2016
Mescalero-Fährte
Geschrieben von G. F. Unger

Die Nachmittagshitze liegt gnadenlos über Fort Catalina und saugt den letzten Rest von Feuchtigkeit aus dem Land und seinen Lebewesen.
Die Catalina-Berge schimmern hinter dem Hitzeschleier und scheinen tausend Geheimnisse und Gefahren zu bergen.
Der San Pedro River, an dessen Westufer das Fort liegt, ist nur ein Rinnsal geworden.
Und dennoch macht die I-Abteilung in der Hitze auf dem Paradeplatz Strafdienst.
Lieutenant Zane Weaver steht im Schatten eines der Wachtürme und ruft mit klarer und metallisch klingender Stimme die Befehle.
Sie exerzieren zu Fuß, obwohl sie ja Kavalleristen sind. Aber es ist nun mal Strafdienst. Der Staub, den sie aufwirbeln, füllt den weiten Platz. Manchmal, wenn der leichte Wind den Staub etwas lichtet, kann man erkennen, wie sehr sie schwitzen und sich der Rücken ihrer Feldblusen dunkel gefärbt hat.
Es ist ein erbarmungsloser Strafdienst.



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