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Band 1988
Erschienen am 11.12.2018
Camp ohne Hoffnung
Geschrieben von G. F. Unger

Als Joe Finnegan die Abteilung halten lässt und der klirrende Trab nicht mehr zu hören ist, dringt das Stöhnen und Jammern der Verwundeten, die alle auf ihren Pferden festgebunden sind, umso lauter an seine Ohren.
Einer der Verwundeten sagt gepresst und heiser vor Schmerzen: »Zur Hölle mit dir, Sergeant! Warum quälst du uns erst wie ein Folterknecht! Warum bringst du uns nicht gleich um, du Hundesohn! Wir würden es dir nicht übel nehmen, das kannst du uns glauben, denn es wäre eine verdammte Erlösung für uns!«
Alle haben die Worte des Mannes gehört. Er hat ihnen aus der Seele gesprochen, denn auch die gesunden und nur leicht verwundeten Männer sind am Ende ihrer Kraft.
Von den beiden Frauen gar nicht zu reden. Ja, sie haben zwei Frauen bei sich.
Um diese Frauen mussten sie mit den Apachen kämpfen. Das nämlich war der Auftrag der Patrouille: die Befreiung der beiden Frauen ...


Band 1989
Erscheint am 18.12.2018
Stampede
Geschrieben von G. F. Unger

Nach der dritten Nacht in Dolly Bostons Etablissement saßen wir ziemlich verkatert beim Frühstück, als die Patrona die Treppe herunterkam und zu uns an den Tisch trat. Doch sie setzte sich nicht, sondern sagte nur: »So, Jungs, nach dem Frühstück ist hier Schluss für euch. Das Geld, das euer Alter mir gab, damit ihr euch mit meinen Engeln ein paar schöne Tage machen könnt, ist aufgebraucht. Alles im Leben hat mal ein Ende. Aber wenn ihr wieder bei Kasse seid, könnt ihr gern wiederkommen. Jetzt allerdings ...« Sie machte eine bedauernde Handbewegung und wirkte gar nicht lächerlich mit ihren Lockenwicklern und dem verschlissenen Morgenrock, der ihre Fettmassen nur notdürftig verbarg. Trotz ihres lächerlichen Aufzugs strahlte diese Frau Autorität aus, und überall im Land wusste man, dass die Patrona des Etablissements am Rio Grande mit eisernem Zepter über ihre Mädchen und deren Kunden herrschte.
Ja, wir waren hier am Rio Grande. Noch auf der texanischen Seite, und jenseits des Flusses lag Mexiko. Unser Alter war schon vor drei Tagen hinüber, denn er hatte einen großen Plan ausgebrütet. Und weil nur er wusste, was in der nächsten Zeit auf uns zukommen würde, hatte er uns bei Dolly Boston vor drei Tagen abgeladen, damit wir noch einmal ein wenig Spaß haben sollten, bevor es ernst wurde.
Und es würde ernst werden, höllisch ernst. Aber das wussten wir zum Glück noch nicht ...


Band 1990
Erscheint am 22.12.2018
Verdammter Job
Geschrieben von G. F. Unger

Die Gefangenen traten nacheinander zum Amboss, und der Schmied setzte bei jedem den Spalthammer auf die Nieten der Fußschellen. Dann schlug er zwei oder dreimal mit dem Handhammer auf den Kopf des Spalthammers. Und so fielen die Fußschellen. Die Kette und die Eisenkugel waren blank gescheuert vom Staub der Straße, an deren Bau die Sträflinge gearbeitet hatten.
Die Namen der fünf Strafsoldaten hatte ich vorher schon im Kopf. Aber der Oberaufseher rief sie nochmals:
»Jim Bannerhan! Chuck McCloud! San Sabe! Hank Lane! Jake Lee!«
Das waren sie also, und jeder dieser Strafsoldaten hatte einige Jahre in Steinbrüchen oder beim Straßenbau gearbeitet. Zwischendurch hatten sie strengen Exerzierdienst tun müssen. Sie waren von früh bis spät geschliffen und geschunden worden.
Nun war ihre Strafe abgelaufen.
Ich trat vor und sagte: »Macht die Ohren auf, Männer. Ich bin Master Sergeant Shayne und habe den Auftrag, euch zum nächsten Kommando zu führen. Denn ihr habt immer noch einen Vertrag mit der Armee. Sie kann auf Hombres wie euch nicht verzichten. Das sollte euch stolz machen. Ihr empfangt jetzt alles, was euch wieder zu Kavalleristen macht. In einer Stunde reiten wir. Wegtreten!«
Es war ein verdammter Job, den die Armee mir diesmal übertragen hatte. Ich wusste, dass ich noch eine Menge Kummer bekommen würde ...



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