Er kam vom Tonto Rim
Geschrieben von G. F. Unger
Tonto Rim, so nennt man den Rand der mächtigen Mogollon Mesa in Arizona, auf der die Tonto-Apachen lebten.
Vom Tonto Rim kann man in das mächtige Tonto Basin blicken. Und fast alle Menschen halten dabei den Atem an, sind verzaubert von der Schönheit der Ebene zu ihren Füßen, in der es damals noch Bären, Pumas und Truthähne gab und natürlich auch allerlei anderes jagdbares Wild.
Im Tonto-Becken - diesem gewaltigen Tal - fanden immer wieder Kämpfe und Fehden zwischen Rinderzüchtern und den Besitzern riesiger Schafherden statt.
Beide Seiten warben Revolvermänner an.
Eines Tages kam auch der Revolvermann Clay Brody vom Tonto Rim herunter ins Becken. Doch er kam nicht als angeworbener Revolvermann, sondern aus einem anderen Grund.
Dies hier ist seine Geschichte.
Slades Colt
Geschrieben von G. F. Unger
Der Storehalter sieht den Fremden mitten auf der Fahrbahn stehen. Drei Reiter halten soeben keine dreißig Schritte entfernt ihre erschöpften Pferde an. Als sie aus den Sätteln rutschen, schwanken die Tiere. Eines seufzt fast wie ein Mensch.
Dann treten die drei Männer einige Schritte vor.
Da und dort gibt es nun Zuschauer. Allen ist klar, dass hier eine Fährte endet. Eigentlich kann es nur die Fährte dieses einsamen Mannes sein, der offenbar hier von seinen Verfolgern eingeholt worden ist.
Es ist still in Opal.
»Das wär’s also, Slade. Jetzt kannst du vor uns nicht weiter fortlaufen.«
»Weiter wollte ich auch nicht«, erwidert der Fremde, der Slade heißt. »Ich wollte nur hierher. Meine Munition war alle. Oder hättet ihr mir ein paar Patronen geliehen?«
Sie staunen, und sie begreifen, dass er nicht vor ihnen weglief, sondern nur Munition brauchte.
Plötzlich grinsen die drei Männer.
Und einer ruft: »Nein, keine Munition - nur heißes Blei! Ich komme jetzt, Slade. Wir haben es ausgelost! Ich bin es, der dich zur Hölle schicken wird!« Nach diesen Worten zieht er seinen Colt und setzt sich in Bewegung …
Die Dundees
Geschrieben von G. F. Unger
In der Höhle, in der sie mit ihren Pferden vor dem tobenden Blizzard Schutz fanden, ist es warm. Denn sie konnten den Eingang mit großen Felsbrocken verschließen. Sie waren schon hungrig, als sie sich hier in der Schlucht auf die Lauer legten. Nun, nach drei Tagen und drei Nächten, beraten sie, welches von ihren drei Pferden sie schlachten sollen.
»Wir sollten auslosen«, sagt der riesige Dave Dundee.
»Ja, wir sollten auslosen«, sagt auch Jim, der hübsche, blonde und blauäugige Jüngste. »Ich hätte nie gedacht, dass ich mal bereit sein würde, mein eigenes Pferd zu essen. Das ist kannibalisch! Wie tief kann ein Mensch doch sinken, wenn es ihm so richtig dreckig geht. Zuerst waren wir bereit, die Postkutsche anzuhalten und auszurauben. Doch dann kam der Blizzard und trieb uns in diese Höhle. Und jetzt sind wir dazu bereit, unsere eigenen Pferde zu essen. Heiliger Vater im Himmel, wenn das unsere Mom wüsste!«
»Nur gut, dass sie es nicht weiß, Kleiner«, brummt Dave. Dann schweigen sie und blicken über das schwach glühende Feuer hinweg auf Adam Dundee, den ältesten von ihnen …










