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Band 2308
Erschienen am 23.05.2017
Pfad der Gesetzlosen
Geschrieben von G. F. Unger

Einen Tagesritt vor El Paso hielten wir an. Trotz der Handschellen saß Jim Hardin leicht und geschmeidig ab, kniete sich neben seinem Pferd an der Wasserstelle nieder und wusch sich zuerst Staub und Schweiß aus dem Gesicht, bevor er das klare Wasser trank.
Ich hielt mich etwas abseits von Hardin, denn ich wollte ihn nicht in Versuchung führen, mir einen der Steine, die am Rand der Wasserstelle lagen, auf den Schädel zu schlagen.
Übrigens mein Name ist Ben Craig, und damals, als ich mit Jim Hardin nach El Paso unterwegs war, war ich US Deputy Marshal, achtundzwanzig Jahre alt, und ich hielt mich für einen tüchtigen Burschen, der sich überall behaupten konnte.
Nachdem wir getrunken hatten, grinste Jim Hardin mich an und sagte: »Hast du etwa Angst vor mir, Ben?«
Ich sagte nichts, sah ihn nur an, etwas kritisch und zweifelnd.
»Das tut mir weh«, behauptete er und legte seine Hände gegen die Brust. »Ich sehe ja ein, dass du mich gefesselt transportieren musst, doch dass du mich wie ein gefährliches Raubtier behandelst, schmerzt mich sehr. Schließlich sind wir alte Freunde aus dem Krieg.«
Ich gab ihm keine Antwort. Ich war verwirrt. Vielleicht hatte er recht …


Band 2309
Erscheint am 30.05.2017
Pine-Creek-Massaker
Geschrieben von G. F. Unger

Als Jake McKenzie anhält und dabei die Hand gen Himmel hebt, kommt hinter ihm auch die Doppelreihe der Kavalleristen zum Halten.
Captain John Lonwater reitet nach vorn und verhält neben seinem Scout das Pferd.
»Was ist, McKenzie?«, fragt er mit einem ungeduldigen Tonfall in der stets etwas arrogant klingenden Stimme. »Warum, zum Teufel, halten wir?«
Jake McKenzie holt einen Tabaksbeutel heraus und dreht sich eine Zigarette. Dabei starrt er fortwährend auf das große Maul des Canyons, in dem die Fährte verschwindet. Er lässt sich Zeit mit seiner Antwort, raucht erst die Zigarette an und stößt den Rauch in Richtung Canyonmaul aus.
Dann sagt er ruhig: »Captain, wenn wir dort hineinreiten, sitzen wir in der Falle. Sie warten auf uns. Der Canyon ist hier auf der ersten halben Meile sehr eng und hat steile Wände. Wir bekämen von beiden Seiten Feuer. Keiner von uns würde durchkommen. Ja, die Fährte ihrer Pferde wird weiter in den Canyon hineinführen, doch sie sitzen nicht mehr auf den Mustangs, sondern in den steilen Hängen und warten darauf, dass wir wie Dummköpfe in ihre Falle reiten. Wir haben nicht die geringste Chance, Captain.«


Band 2310
Erscheint am 06.06.2017
Blizzard-Fehde
Geschrieben von G. F. Unger

Es war im Oktober 1869, als wir mit unserer Herde endlich Dodge City erreichten und am Ziel unseres Treibens waren.
Wir waren vor fast einem halben Jahr aus der Gegend von San Antonio aufgebrochen und hatten unsere Longhorns fünfzehnhundert Meilen durch alle sieben Höllen getrieben. Und wir waren die Letzten in diesem Jahr. Es war eine große Herde. Achttausend Rinder hatten wir getrieben. Und als wir sie endlich in die Verladecorrals hineinjagten, taten wir es mit Jubelrufen.
Denn nun würde sich für uns gewissermaßen das Paradies öffnen. Davon hatten wir die letzten Wochen immerzu geredet, und Brazos hatte geschworen, dass er drei Tage und drei Nächte mit einem Mädchen im Bett verbringen würde.
Wir waren raue Herdentreiber, richtig harte Burschen. Denn eine andere Sorte hätte die Longhorns nicht durch alle sieben Höllen treiben können. Darauf waren wir stolz, und so fühlten wir uns wie die letzten Ritter dieser Erde, die einen Kampf gegen die Elemente und gegen tausend andere Schwierigkeiten gewonnen hatten …



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