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Erschienen am 07.09.2010
Cimarron Johnny
Geschrieben von G. F. Unger

Irgendwann macht jeder Mann einmal einen Fehler, und selbst ein mit allen Wassern gewaschener Bursche wie Cimarron Johnny ist nicht dagegen gefeit.
Der Tag war heiß und staubig. Und der Fluss, an den er kam, weitete sich zu einem kleinen See. In der Mitte war eine Sandbank, und das Wasser schien so klar und herrlich frisch.
Jetzt ist es erbärmlich kalt. Aber das liegt daran, dass Johnny schon zu lange darin hockt. Er hätte kein Verlangen nach einem erfrischenden Bad haben dürfen - oder besser gesagt: Johnny hätte diesem so menschlichen Verlangen nicht nachgeben dürfen.
Denn als er sein Pferd, seine Kleidung und sogar seinen Revolver am Ufer ließ, um in dem herrlichen Wasser zu schwimmen, beging er einen großen Fehler.
Es kam ein Reiter. Doch der Reiter war kein Mann, sondern ein Mädchen.
Deshalb hockt Johnny nun schon so lange im Wasser.


Band 1959
Erscheint am 14.09.2010
Apachus
Geschrieben von G. F. Unger

Es war in grauer Vorzeit, lange vor der Entdeckung Amerikas durch Columbus, als sich im fernen Alaska ein großer Teil des athapaskischen Volkes auf den Weg nach Süden machte. Jagend und ständig kämpfend durchquerten sie den nordamerikanischen Kontinent.
Im Süden angekommen, mussten sie sich an ein Wüstenland anpassen. Sie wurden Wüstenwanderer und Jäger und verharrten auf einer steinzeitlichen Kulturstufe. Sie lebten von der Jagd, vom Raub und kämpften stets aus dem Hinterhalt. Dennoch behaupteten sie sich mehr als dreihundert Jahre gegen die Spanier, Mexikaner, Texaner und Amerikaner, besiegten sie immer wieder und versetzten sie in Angst und Schrecken.
Sie selbst nannten sich »Enju« oder »Yndyes«, was so viel wie Volk bedeutet. Sie gliederten sich in viele Stämme, also in die Chiricahua, Mescalero, Coyotero, Jicarilla, Mimbreño, Tonto und Lipan, um nur die Wichtigsten zu nennen. Um 1830 betrug die Kopfzahl aller Stämme rund achteinhalbtausend. Und dennoch waren sie eine große Macht. Die Pueblo-Indianer hatten unter den raubenden und mordenden Eindringlingen aus dem hohen Norden besonders zu leiden. Und sie nannten sie »Apachus«, denn das war ihr Wort für Feinde.
Als dann Francisco Vasquez de Coronado mit seinen gepanzerten und berittenen Soldaten ins Land einbrach und nach den sieben goldenen Städten von Cibola suchte, bekam er es auch mit den Apachus zu tun. Diese jagten die ganze goldgierige Bande der Spanier nach Mexiko zurück und fügten ihnen große Verluste zu. Wieder in den sicheren Bereich des Aztekenlandes entkommen, berichtete Coronado von den schrecklichen Apachus. Und so kamen die Enjus oder Yndyes zu ihrem heutigen noch gültigen Namen.


Band 1960
Erscheint am 21.09.2010
Riverman-Poker
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist eine Stunde nach Mitternacht, als Jack Locklear seine »Daisy« um den Arkansas Rock lenkt und das Dampfhorn tönen lässt, dass es sich in der klaren Nacht anhört, als wäre im Strom ein riesiges Untier aufgetaucht und brüllte warnend in die Welt.
Die kleine »Daisy« ist so mit Baumwollballen beladen, dass sie manchmal schwerfällig in der Strömung schwankt. So auch jetzt, als Jack Locklear sie scharf nach steuerbord zieht, um in die westliche Fahrrinne zu gelangen, die der talfahrenden Schifffahrt vorbehalten ist.
Mitten im Strom liegen die Seven Blackboys, sieben schwarze, lange Felsen, von denen nur die Rücken zu sehen sind, kieloben im Fluss liegenden Schiffen gleich.
Jack Locklears Augen werden schmal, als er um die untere Arkansas-Rock-Biegung ein großes Fahrgastschiff kommen sieht, das sich in voller Fahrt stromaufwärts befindet. Dieses Schiff müsste die östliche Fahrrinne benutzen, wie es nach dem Reglement auf dem Strom üblich ist. Doch aus irgendwelchen Gründen legt der Steuermann das Ruder zu spät nach steuerbord - und dann gibt er es auf, in die östliche Rinne zu fahren. Er lenkt nach backbord hinüber, um die Westrinne zu benutzen.
Jack Locklear beginnt grimmig zu fluchen …



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