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Band 2031
Erschienen am 08.10.2019
Der verlorene Haufen
Geschrieben von G. F. Unger

Lieutenant Archi Stuart war ein verdammter Narr. Ich wusste es, denn ich hatte in all den Jahren schon einige von seiner Sorte sterben sehen.
In unserer augenblicklichen Situation hätte sich ein junger Lieutenant aus West Point besser auf einen erfahrenen Sergeant verlassen sollen. Oder auf den Scout der Patrouille.
Der Sergeant war ich, Joel Jonnaway. Unser Scout hieß Ben Fisher.
»Nun, worauf warten Sie noch, Mister Fisher?«, rief der Lieutenant. »Reiten Sie hin und sehen Sie nach, ob die Wasserstelle frei ist.«
»Lieutenant«, erwiderte ich, »diese Wasserstelle ist nicht frei. Die Indianer sind schon da und warten auf uns. Ben Fisher braucht gar nicht erst nachzusehen.«
»Sergeant«, wies mich der Lieutenant zurecht. »Sie haben einen, Offizier mit Sir anzureden! Auf Patrouille die bewährten Regeln der Armee ändern zu wollen, wo kämen wir denn da hin!«
»Yes, Sir«, sagte ich. Ich gab klein bei, um ihn nicht noch mehr zu reizen. Ich durfte mich nicht mit ihm streiten.
Dabei konnte fast jeder Mann unserer Patrouille die Lage besser einschätzen als er. Alle Männer hinter uns ritten schon lange in diesem Land für die Armee. Sie alle waren zwar nicht so gebildet wie der Lieutenant, doch sie besaßen einen reichen Schatz an Erfahrungen und einen untrüglichen Instinkt.
Aber darauf legte der Lieutenant keinen Wert. Er richtete sich genau nach den Lektionen über das Führen einer Patrouille im Indianerland.
Was dabei herauskommen würde, konnten wir uns an den Fingern einer Hand abzählen ...


Band 2032
Erscheint am 15.10.2019
Wild River
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist an einem Nachmittag, als die Younger-Bande von Osten her über die Hügel kommt und am Rande des Tals die Pferde zügelt.
Ed Clelly, der schon während des Krieges mit Kevin Younger für den Süden als Guerilla ritt, deutet hinunter und erklärt den Reitern: »Der Fluss und die Stadt heißen beide Wild River. Wenn die Stadt größer wäre, würde sie vermutlich Wild River City heißen. Aber noch ist sie so klein, dass wir sie sicherlich ohne Schwierigkeiten übernehmen können. Seht euch den Fluss an. Er kommt von Norden her aus dem Washakie-Needle-Land und ist auf fast hundert Meilen nirgendwo passierbar - nur dort unten bei dieser kleinen Stadt. Versteht ihr? Wenn wir uns auf der Westseite des Flusses festsetzen, ist der Weg zu uns nur an dieser Stelle des Flusses und durch die Stadt möglich. Wenn uns die Stadt gehört, sind wir sicher. So einfach wäre das.«
Kevin Younger, ihr Anführer, fragt ruhig: »Und drüben? Was ist drüben? Du warst doch auch drüben, Ed - oder?«
»Sicher«, erwidert Ed Clelly, »ich habe mich nicht einfach auf das verlassen, was mir der alte Bergläufer bei einer Flasche Feuerwasser über ein Land erzählte, in dem Geächtete sicher sein würden. Ich bin hinübergeritten und habe mich zwei Wochen lang umgesehen. Und es ist alles so, wie ich es euch berichtete. Ein paar Schafzüchter, einige Minen - sonst ist da nichts, was uns behindern könnte. Wir werden dort drüben einen weiten Schatten werfen. Und der Wild River schützt uns vor allen Verfolgern. Sie können nur durch diese Stadt zur einzigen Furt.«


Band 2033
Erscheint am 22.10.2019
Treck der Harten
Geschrieben von G. F. Unger

Die Armee-Forts längs des Bozeman Trails mussten damals nach dem Krieg zwischen den Nord- und Südstaaten mit all den notwendigen Frachtgütern versorgt werden.
Die Armee selbst konnte das nicht bewerkstelligen. Ihr fehlten die erfahrenen Frachtfahrer, die mit den Maultier- oder Ochsengespannen umgehen konnten, welche oft zehn- oder zwölfspännig die schweren Murphy-Frachtwagen zogen, die oft noch kleinere Anhänger hatten.
Also nahm die Armee ganze Frachtwagenzüge unter Vertrag.
Die Fahrer und Maultiertreiber dieser langen Wagenschlangen waren die härtesten Exemplare der männlichen Gattung. Sie alle waren mehr oder weniger primitive Burschen, doch wahrscheinlich konnte nur diese Sorte das harte Leben ertragen, also frieren, in der Sonne rösten, Alkalistaub fressen und mit Maultieren oder Ochsen leben.
Ohne diese Sorte wäre die Armee in ihren Forts und Stützpunkten verhungert und der Westen und Nordwesten nicht erobert worden.
Und wahrscheinlich wäre auch der Völkermord an den Indianern nicht so schnell vorangegangen.
Lance Hackett und Reece Nelson waren die Eigner und Bosse eines solchen Wagenzuges. Und sie waren noch härter als ihre Fahrer.
Und dann war da auch noch der Revolvermann Henry Fisher ...



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