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Band 2412
Erschienen am 21.05.2019
Jede Fährte endet
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist schon später Nachmittag, als Jesse Adams auf der Poststraße von Süden her in die kleine Rinderstadt Hills City geritten kommt und sein scheckiges Pferd am äußersten Ende des Saloonhaltegeländers anbindet. Jesse Adams ist kein junger Bursche mehr. Er mag etwa achtundzwanzig Jahre zählen. Er hat graue Augen, die ruhig und fest blicken, ist etwas über mittelgroß, wiegt hundertsiebzig Pfund und hat kräftige Schultern, eine schlanke Taille und leicht gekrümmte Beine. Er ist ein typischer Reiter.
Seine Augen betrachten prüfend die Pferde an der Haltestange vor dem Saloon. Er wendet sich dann um und betrachtet die staubige Hauptstraße der Stadt.
Schräg gegenüber befindet sich das Gerichtsgebäude. Und dort stehen viele Menschen. Offensichtlich haben sie drinnen keinen Platz mehr bekommen und folgen den Ereignissen durch die offene Eingangstür und die offenen Fenster. Was dort drinnen auch verhandelt werden mag, es muss für vie Menschen dieser Stadt und des Landes interessant sein. Für Jesse Adam jedoch ist es vollkommen uninteressant, denn er ist hier fremd und hat keinerlei Beziehungen zu der Stadt und ihren Menschen ...


Band 2413
Erscheint am 28.05.2019
Stern auf der Weste
Geschrieben von G. F. Unger

Am Waldrand verhält Oven Timberland seinen Rotfuchs und sieht auf seine Hütte hinunter, die am Fuße des Hanges unter hohen Föhren errichtet ist.
Er drückt den Rest seiner Zigarette am Sattelhorn aus, steckt ihn in die Tasche und reitet langsam in die Senke hinunter.
Im kleinen Hof vor dem Blockhaus, dicht vor dem Tränktrog, steht ein fremdes Sattelpferd. Oven Timberland schwingt sich aus dem Sattel, und ein Comanche hätte es nicht geschmeidiger machen können. In Deckung seines Pferdes bleibt er stehen. Seine scharfen Augen entdecken bald die Umrisse eines Mannes, der bewegungslos auf der Bank neben der Tür sitzt. Die Dunkelheit ist nahezu vollständig geworden. Oven Timberland hat seinen Colt in der Hand, als er fragt: »Mann, wer sind Sie?«
Ein leises Lachen antwortet. Und dann sagt eine tiefe Stimme im schleppenden Tonfall des Texaners: »All right, Oven. Ich bin es - aber ich bin mir nicht sicher, ob du es bist. Deshalb wartete ich. Ich möchte mit dir sprechen, Oven.«
Oven Timberland erwidert nichts. Einige Sekunden verharrt er schweigend hinter dem Pferd. Dann führt er es zum Tränktrog und nimmt ihm den Sattel ab.
»Gehen Sie in die Hütte, Thomson, und machen Sie Licht. Ich schließe die Fensterläden und komme gleich nach«, murmelt er.
Der andere Mann erhebt sich und verschwindet. Die Tür knarrt leise. Dann wird drinnen eine Petroleumlampe angezündet ...


Band 2414
Erscheint am 04.06.2019
Oglala-Winter
Geschrieben von G. F. Unger

Es war der Monat der fallenden Blätter, wie die Indianer den Oktober nennen, als ich in das kleine Tal kam, das wir Trapper und Bergläufer Jackson's Hole nannten. Hier hielten wir unsere feuchtfröhliche Jahreszusammenkunft ab, bevor wir wieder die Einsamkeit unserer winterlichen Jagdreviere aufsuchten.
Ich freute mich auf das Wiedersehen mit einigen alten Freunden, und als ich auf ihr Feuer zuritt und etwas abseits davon eine der schönsten Indianerinnen sah, die ich jemals gesehen hatte, da ahnte ich noch nicht, dass meine Schicksalsstunde geschlagen hatte. Denn schon kurze Zeit später sollte sich mein Leben in einer Weise verändern, wie ich es selbst in meinen schlimmsten Träumen nicht für möglich gehalten hätte.
Nun, ich ritt also auf das Camp meiner alten Freunde zu.
Ja, da hockten sie auf einem großen Büffelfell in der noch warmen Spätherbstsonne. Es waren Yellowstone John, Pancake Bill, Pierre Laquer und Powder River Shmet. Unter diesen Namen waren sie bekannt, und vielleicht hatten sie ihre richtigen Namen selber längst vergessen.
Von hier aus würden sie in die Einsamkeit ziehen und fast sechs Monate Selbstgespräche führen ...



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