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Band 2447
Erschienen am 21.01.2020
Die Schattenhaften
Geschrieben von G. F. Unger

Nachdem er seine Arbeit verrichtet hat und es auf ihrer einsamen Pferderanch nichts mehr zu tun gibt, was nicht bis morgen früh warten könnte, macht Jim Buckmaster Feierabend. Er zieht sein Hemd aus und wäscht sich am großen Wassertrog.
Jim Buckmaster ist ein dunkelhaariger, großer und sehniger Mann. Seine langen Beine sind leicht gekrümmt, und seine Taille ist so schlank, wie die Taille eines Reiters nur sein kann.
Doch seine Schultern sind breit und muskulös, ganz so wie die eines Mannes, der schon eine Million Mal das Lasso warf und der mehr als hunderttausend Mal ein Wildpferd oder einen Stier an diesem Lasso hängen hatte.
Jim und sein Bruder haben ihre Pferderanch auf einer Terrasse erbaut, von deren Rand aus sie über die Ebene schauen können - fünfzig und mehr Meilen weit bis zum Pecos River hinüber.
Der Himmel ist nun blutrot gefärbt. Es ist, als schleuderte die untertauchende Sonne die Flammen der Hölle gen Himmel ...


Band 2448
Erscheint am 28.01.2020
Alle Brüder waren tapfer
Geschrieben von G. F. Unger

Als wir den großen Strom erreichten, den man Mississippi nennt, da hatten wir von Kentucky her schon ein gutes Stück unseres Weges geschafft. Und dennoch war es erst ein Klacks, fast so gut wie nichts. Denn wir wollten nach Oregon, und das lag weit, weit vor uns im Nordwesten.
Wir hatten auf einer Fähre schon den Ohio überquert und waren am Mississippi entlang bis zur Ostseite von Saint Louis gekommen. Wir konnten die mächtige Mündung des Missouri sehen, und die Stadt zu beiden Seiten und zwischen den zwei mächtigen Strömen schien uns gewaltig zu sein. Noch niemals sahen wir so viele Häuser, Menschen und Schiffe.
Wenn ich von »wir« rede, dann meine ich uns Hookers. Wir waren eine große Familie, neun Männer, vier Frauen und sieben Kinder. Zu uns gehörten vier Wagen mit zwei Dutzend Maultieren und mehr als einem Dutzend Pferden.
Und wir hatten Kentucky verdammt schnell bei Nacht und Nebel verlassen müssen mit unserer Mom, nachdem wir unseren Vater beerdigt hatten.
Sie hatten ihn mit einer Wagenladung schwarz gebrannten Whiskys erwischt. Der Whisky war ein Vermögen wert. Und so kämpfte unser Alter gegen die Gesetzesmänner für die Ladung, bis er tot war.
Uns hatte er bei diesem Transport nicht dabei haben wollen. Wahrscheinlich lebten wir deshalb noch, obwohl wir von dieser Stunde an in Kentucky nicht mehr sicher waren und Hals über Kopf die Flucht ergreifen mussten ...


Band 2449
Erscheint am 04.02.2020
Stirb langsam, Spade
Geschrieben von G. F. Unger

Das Erwachen war schlimm. Sie traten mich von zwei Seiten. Mein Schädel schien explodieren zu wollen. Ich musste mich übergeben.
Wie aus weiter Ferne hörte ich eine heisere Stimme sagen: »Hört auf! Sonst ist er tot, bevor er weiß, von wem er es bekam. Aber er muss wissen, wer ihn bestrafte! Er muss es wissen, bevor er stirbt, dieser Cabron!«
Der Sprecher sprach jenes Mexiko-Spanisch, welches ich fast so gut wie ein echter Mexikaner beherrschte.
Sie ließen von mir ab. Und weil ich mich langsam erholte, wusste ich bald, in wessen Hände ich wie ein dummer Hammel gefallen war.
Ja, es war dieser Hernán Salvador mit seinen Freunden. Sie hatten mich eingeholt ...



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