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Band 2428
Erschienen am 10.09.2019
Kutsche nach Last Chance City
Geschrieben von G. F. Unger

Als das Klopfen und Poltern ihm zu laut wird, nimmt Otis Chugwater einen seiner beiden neben dem Bett stehenden Stiefel und wirft ihn gegen die Tür.
»Ruhe dort draußen!«, ruft er, während der Stiefel zuerst gegen die Tür und dann zu Boden poltert. In seiner Stimme ist zwar kein böses Grollen, aber doch ein Klang, den nur Dummköpfe nicht als Warnung begreifen würden. »Ich möchte die nächsten drei Tage nicht gestört werden – savvy?«, fügt er hinzu. Und dann widmet er sich wieder Daisy McMullen, die sich an ihn schmiegt, so, als wäre sie mit Leim an ihn gekleistert worden und könnte durch nichts mehr von ihm gelöst werden.
»Lass sie nur klopfen«, flüstert Daisy ihm ins Ohr, bevor sie in sein Ohrläppchen beißt. »Wir hören gar nicht hin.«
»Richtig«, knurrt Otis Chugwater. »Der dort draußen hat sich sicherlich in der Tür geirrt.«
Aber dann klopft es wieder hart und fordernd an der Tür.
»Mach auf, Chugwater - mach auf!«
Aber Chugwater wirft erst noch seinen zweiten Stiefel gegen die Tür und ruft mit einem deutlich drohenden Klang in der Stimme: »Wenn ich aufmache, dann nur, um dich Hammel dort draußen die Treppe hinunterzuwerfen. Hau ab! Hau ab, sage ich dir im Guten!«


Band 2429
Erscheint am 17.09.2019
Ritt für den Toten
Geschrieben von G. F. Unger

Dodge City war damals schlimm. Auch ich gehörte zu den schlimmen Burschen dieser Stadt.
Man kannte mich, Red Jim Flannaghan, ganz genau.
Eigentlich machte ich mir nichts aus Whisky. Doch weil ich wusste, dass die drei Chanessy-Brüder im Lonestar Saloon saßen, wollte ich hinein.
Mit einigen Freunden hatte ich diesen Chanessys und deren Mannschaft einen üblen Streich gespielt. Unten am Brazos River hatten wir sie überrumpelt und ihnen die Herde weggenommen.
Es war klar, dass sie seitdem hinter meinem Skalp her waren wie wilde Indianer. Warum auch nicht?
Natürlich war es eine Dummheit von mir, aber ich wollte die Burschen nicht lange nach mir suchen lassen. Die Chance, sie vor meinen Colt zu holen, wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Ich ging also einfach frech in den Lonestar Saloon hinein ...


Band 2430
Erscheint am 24.09.2019
Die Wolfsfallen
Geschrieben von G. F. Unger

Als ich aus den Hügeln kam und den Weg nach Antelope erreichte, sah ich von rechts ein paar Reiter auftauchen. Sie kamen vom Antelope Creek herüber. Ich erkannte an der Spitze den Vormann der Elkhorn Ranch.
Wenn es einen Burschen auf dieser Erde gab, der mir immer schon wie zehn Pfund Schmierseife geschmeckt hatte, dann war es dieser Juleman Hogjaw.
Obwohl er mit seinen Reitern den Wagenweg vor mir erreichte, zügelte er sein Pferd. Er schickte die Reiter mit einer Handbewegung voraus und ritt im Schritt weiter, sodass ich ihn einholen musste. Er wandte sich nicht nach mir um. Aber als ich neben ihm war und wir Steigbügel an Steigbügel ritten, da beschleunigte er den Schritt seines Pferdes, bis es wie mein Tier leicht trabte.
»Na, Rancher!«, stieß er grinsend hervor.
»Na, Vormann«, erwiderte ich. »Gut durch den Winter gekommen? Haben sich eure schönen Longhorns gut vermehrt?«
Er grinste noch breiter. »Du kannst wieder auf der Elkhorn anfangen«, sagte er. »Ein guter Cowboy warst du ja. Und ein Drei-Kühe-Rancher ist nicht so gut dran wie ein Cowboy auf der Elkhorn. Also, Mister Hacket?« In seinen dunklen Augen glühte der blanke Hohn.
Nun grinste ich ihn an. »Rutsch mir den Buckel runter«, sagte ich. »Ich fühle mich nur dort wohl, wo ich dein Gesicht nicht sehen muss.«
Jetzt wirkte sein Grinsen wie eingefroren ...



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