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Band 2437
Erschienen am 12.11.2019
Der Blechstern
Geschrieben von G. F. Unger

»Es tut mir leid, Jim«, sagt Sam Derringer trocken. »Du kommst zu spät, um deinen Bruder zu holen. Sie haben ihn drei Tage früher entlassen. Ich glaube, dass er in diesen drei Tagen zumindest hundert Meilen geritten ist.«
Nach diesen Worten schweigt Sam Derringer. Er ist eisgrau und trägt einen kleinen Spitzbart. Er wirkt wie ein alter, erfahrener Jagdfalke, der keine Gnade kennt.
Dies alles trifft auch wirklich zu. Denn er ist ein Jagdfalke - wenn auch einer ohne Schnabel und Flügel.
Er ist US Marshal.
Und Gnade? Nun, Jim Jones glaubt nicht, dass dieser alte Falke jemals welche kannte.
Er betrachtet ihn bitter, und er ist ein ziemlich großer, hagerer Mann, der wie ein Cowboy gekleidet ist, dunkelhaarig und grauäugig. Er hat ein fast hässliches Gesicht, in dem die Narben einiger Kämpfe zu erkennen sind. Jim Jones ist ganz gewiss ein Mann, der für sich sorgen kann.
An seiner linken Seite trägt er einen Revolver, eine Waffe mit einem einfachen Holzgriff. Sie wirkt sehr alt und abgenutzt.
»Warum habt ihr das getan, Marshal?« So fragt er nun bitter. »Ihr wusstet genau, dass ich meinen kleinen Bruder ...«
Er verstummt und macht eine verächtliche Handbewegung. Er hält es für unnötig, zu wiederholen, was der Marshal und die Gefängnisleute seiner Meinung nach genau wussten und was sie dennoch nicht beachteten ...


Band 2438
Erscheint am 19.11.2019
Kilrains Kampf
Geschrieben von G. F. Unger

Es war für mich ein Job, wie ich ihn in den vergangenen Jahren immer wieder übernommen hatte - ein Revolverjob. Denn ich war schon lange der Revolvermann Ben Kilrain, und ich lebte von meinem Colt.
In Rosalia am Bonita Creek hatte ich also einen Fünfhundertdollar-Job übernommen, und vorerst bestand dieser Job nur aus Warten. Die Stadt hatte siebenunddreißig erwachsene Einwohner und etwa ein Dutzend Kinder. Sie lebte im Schatten dreier Brüder, und diese drei Hombres waren so schlimm wie die Plagen eines bösen Gottes. Immer dann, wenn es die wilden Carpenter-Brüder juckte, kamen sie nach Rosalia. Das wurde dann stets sehr schlimm und warf die fleißigen Menschen der kleinen Stadt weit zurück.
Vor einigen Tagen war Joe Carpenter nach Rosalia gekommen. Nachdem er ohne Bezahlung gut gegessen, sich eine neue Hose »gekauft« und sich im Saloon ziemlich schlimm betrunken hatte, verlangte er nach einem Pokerspiel und geeigneten Spielpartnern. Dann begann er mit den Bürgern zu spielen - und gewann.
Es war nämlich gefährlich, ihn nicht gewinnen zu lassen. Denn dann wurde er misstrauisch, vermutete üble Kartentricks und drohte, seine Gegenspieler umzulegen.
Dies alles nahmen die Bürger von Rosalia noch hin. Daran waren sie gewöhnt. Sie ließen Joe Carpenter fünfzig Dollar gewinnen und hofften, dass es damit genug sein würde. Denn bisher war der wilde Joe danach stets zufrieden und wie ein betrunkener Affe aus der Stadt geritten. Das letzte Mal jedoch war es anders gewesen ---


Band 2439
Erscheint am 26.11.2019
Mannschaft der Verlorenen
Geschrieben von G. F. Unger

Als die Kutsche nach Wichita durch eine mit Buschwerk bewachsene Senke rollt, treiben die fünf Reiter ihre Pferde aus den Blüschen hervor und schwingen ihre Colts.
Alamo Scott, der Anführer des Trupps, ruft scharf und heiser »Haltet an, bevor wir zu schießen beginnen!«
Der Kutscher hält an. Sein Begleitmann benutzt nicht die Schrotflinte.
Die fünf Wegelagerer können wirklich von Glück reden, denn ihre Waffen sind gar nicht geladen. Den früheren Rebellensoldaten geht es so verzweifelt schlecht, dass sie nicht einmal mehr Munition für ihre Revolver und Gewehre haben.
Die Kutsche hält also. Die beiden Männer auf dem Bock heben die Arme. Die Tür öffnet sich langsam. Ein großer blonder Mann klettert heraus und hebt die Hände. Hinter ihm erscheint ein junges Mädchen. Danach kommt ein alter Mann zum Vorschein, dessen scharfes Geiergesicht ausdruckslos ist.
Das Mädchen blickt verächtlich auf die Wegelagerer. Es ist sehr hübsch, groß, schlank, mit weizengelben Haaren und großen Augen.
Timber Callagh, der mit seinem Colt vor den Fahrgästen steht, blickt einen Moment in die großen, graugrünen Augen des Mädchens hinein und schämt sich tief im Herzen.
Er sagt aber zu den Fahrern hinauf: »Kommt herunter und stellt euch in die Reihe!«



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