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Band 2420
Erschienen am 16.07.2019
Slaterlee reitet noch
Geschrieben von G. F. Unger

Als ich damals aus der Apachenwüste nach Verde Springs kam, war es schon fast Abend. Ich schaffte es gerade noch bis zur ersten Quelle, und die letzten hundert Schritte kroch ich auf Händen und Knien wie ein kranker Hund.
Dann konnte ich trinken.
Zuerst wollte ich die ganze Tinaja austrinken, aber ich trank nur mäßig. Von den Apachen nämlich hatte ich in meiner Kindheit und Jugend eine Menge gelernt.
Übrigens, mein Name ist Cas Slaterlee - und Cas ist natürlich eine Abkürzung von Cassedy.
Aber ich will nicht abschweifen, sondern erzählen, wie es weiterging, nachdem ich vorsichtig getrunken hatte.
Das war eine wahrhaft wundersame Sache.
Vorhin schien ich dem Tode nahe zu sein. Und nun erwies sich das Wasser als Lebenselixier. Es war wirklich wie ein Wunder.
Heiliger Rauch, wie schön war doch das Leben, obwohl diese Welt so mies und so hart sein konnte ...


Band 2421
Erscheint am 23.07.2019
Sein gefährlicher Partner
Geschrieben von G. F. Unger

Jim Buckmaster ist ein junger grauäugiger, rotköpfiger und sehr magerer Bursche. Sein altes Hemd und die noch ältere geflickte Hose sind ihm viel zu weit. »Ich sehe einen Reiter!«, ruft er über die magere Schulter nach hinten zu den wartenden Männern im Schatten der halb offenen Scheune. »Das ist Quean! Ja, er muss es sein! Schwarzes Pferd und schwarze Kleidung! Ich sah ihn schon einmal in Elkhorn, drüben in Nebraska. Ja, es ist Quean! Aber wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir nicht! Selbst vor einem solch erbarmungslosen Revolvermann lassen wir uns nicht einschüchtern!«
Er wischt sich erregt über sein sommersprossiges Gesicht, dieser magere, hagere Junge, der eines Tages krank und elend zu den Wagoners kam.
Viel lieber würde er ein Mann sein, wie jener, den er da heranreiten sieht. Ganz allein kommt dieser Reiter. Die letzten zwanzig Yards reitet er im Schritt. Als er anhält, ist sein Abstand von der zusammengedrängten Männergruppe weit genug.
Jim hört Quean zu den dicht gedrängten Siedlern sagen: »Die Viehzüchterbank hat eure Schuldscheine gekauft. Da ihr im vergangenen Jahr wegen der Ernteausfälle keine Zinsen zahlen konntet, ging eure Bodenverwertungs-Bank pleite. Ich fange morgen damit an, bei euch die Gelder einzutreiben. Da ihr länger als ein halbes Jahr die Zinsen für eure Darlehen schuldig geblieben seid, können die Darlehen und Kredite gekündigt werden. Wer morgen nicht zahlen kann, den werfe ich raus. Hat noch jemand eine Frage?«
Sie schweigen. Nein, sie haben keine Frage mehr ...


Band 2422
Erscheint am 30.07.2019
Der harte Jim
Geschrieben von G. F. Unger

Noch vor der Stadt springt Jim Hardin aus dem leeren Viehwaggon. Er landet wie eine Katze, rollt schnellt den Abhang hinunter und springt unten geschmeidig auf die Füße. Grinsend blickt er dem Zug nach, der wieder einmal eine Schlange leerer Viehwaggons nach Wager bringt.
Der Verladebahnhof liegt nur dreihundert Yards von Jim entfernt. Dort drängen sich einige Tausend Rinder in den Verladecorrals, brüllende Rinder, die mit Flüchen in die Waggons getrieben wurden, um bald darauf die Fahrt nach dem Osten anzutreten.
Jim Hardin holt sich seinen Hut und schlägt damit den Staub aus seiner Kleidung. Seine Bewegungen sind schnell, lässig und sicher. Er trägt Weidekleidung, die sehr abgenutzt ist. Seine linke Stiefelsohle ist mit Bindfaden festgebunden.
Als er sich jetzt in Bewegung setzt, grinst er wieder auf eine seltsame Art. So grinst ein Mann, der in ein Abenteuer zieht und sich schon darauf freut.
Er trägt keine Waffe, aber an seiner Hose sind deutlich jene abgeschabten Stellen erkennbar, die ein Waffengurt mit tief an der Seite hängendem Holster hinterlässt.
Es ist ein Spätnachmittag, und man schreibt den 23. August 1878. An diesem Tag also kommt Jim Hardin nach Wager in Wyoming, und es weiß noch niemand, dass er bald zum Helden einiger Legenden werden wird ...



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