Heftvorschau "Lassiter"           

Band 2464
Erschienen am 08.10.2019
Lassiter und die Moonshine-Ranch

Der Zug der Canadian Pacific rollte grollend über den Cheyenne River und fuhr in eine langgezogene Kurve. Er hatte fünftausend Bisonschädel geladen, die in Chicago zu Ackerdünger zermahlen werden sollten.
"Wird 'ne ruhige Nacht!", meinte Joe Ruskin und regulierte den Dampfdruck nach. "Hätten uns keinen Wachhund mitschicken müssen."
Der Heizer hinter Ruskin setzte die Schaufel ab und sah zu dem Bewaffneten hinauf, der auf dem Dach des vordersten Güterwaggons patrouillierte. Er wippte unschlüssig mit dem Kopf. "Weiß nicht, Joe, weiß nicht! Bin froh über den Kerl!"
Unter der Lokomotive quollen weiße Dampfschwaden hervor, die den Männern eine Weile die Sicht nahm. Sie zerstoben zu geisterhaften Schleiern und flohen in die Nacht hinaus ...


Band 2465
Erscheint am 15.10.2019
Moonshines letzter Akt

Die beiden Frauen in der schmierigen Hafenspelunke standen den spielenden Männern am Nachbartisch in nichts nach. Sie knallten die Kartenblätter auf den Tisch und teilten die Dollarscheine auf, die sich zwischen ihren beiden Whiskeygläsern stapelten.
"Kreuz und Teufel", sagte die eine und beugte sich nach vorn. Sie hatte leuchtend rotes Haar, das in einem geknoteten schwarzen Tuch steckte. "Die Moonshine Ranch ist niedergebrannt."
"Niedergebrannt und vergessen", meinte die andere Frau am Tisch. "Aber es geht weiter, Martha. Es geht nach Washington."
"Gegen den Präsidenten?", fragte die Rothaarige. "Geht es endlich gegen den Präsidenten?"
Die leeren Whiskeygläser standen wie ein Bollwerk zwischen den Frauen.
"Kommt auf den Preis an, Martha..."


Band 2466
Erscheint am 22.10.2019
Lassiter und das Trio des Todes

Stimmengewirr erfüllte das Schiffscasino, Tabakduft mischte sich mit Kohlegestank, das Stampfen der Dampfmaschinen war allgegenwärtig, und Lassiter hielt zwei Asse, eine Sieben, eine Zehn und eine Dame auf der Hand. Kein todsicheres Blatt, doch mehr als nichts. Da er Damen grundsätzlich nicht aus der Hand gab, warf er die Sieben und die Zehn weg und kaufte zwei neue Karten. Flüchtig schaute er in die Runde der Männer am Spieltisch. Einer nach dem anderen kaufte neue Karten oder ließ es bleiben, und jeder mimte den Gleichgültigen, so gut er eben konnte. Auch Lassiter, doch es fiel ihm elend schwer. Nicht wegen seines Blatts oder seines Einsatzes – der Grund seiner inneren Anspannung hieß Ben Green, saß an der Bar und plauderte so zwanglos mit einer Frau, als wüsste er nicht, dass sein Tod beschlossene Sache war.



Top

 
Sie interessieren sich für unsere aktuellen Meldungen? Hier finden Sie die neuesten Informationen rund um unsere Verlagsprodukte.
mehr ...
Content Management by InterRed