Heftvorschau "G.F. Unger Classc-Edition"           

Band 49
Erschienen am 14.01.2020
Um Haaresbreite
Geschrieben von G. F. Unger

Jim Chester durchreitet den Fluss an seiner schmalsten Stelle.
Weit im Norden leuchten die Ketten der Blue Mountains am wolkenlosen Himmel. Sie scheinen greifbar nahe zu sein, aber das ist in der klaren Luft eine Täuschung: Bis zu den Vorbergen sind es noch drei Tagesritte.
Man könnte Jim Chester auf den ersten Blick für einen Spanier halten. Er ist mittelgroß, schlank und geschmeidig. In dem dunkelhäutigen Gesicht blitzen weiße Zähne, wenn er lacht. Seit einigen Tagen trägt er auf der Oberlippe ein schmales Bärtchen, was ihn einem Mexikaner spanischer Abstammung noch ähnlicher macht.
Das Pferd ist ein herrlicher rehbrauner Wallach mit langer Mähne und einem schwarzen Schweif, der fast bis zum Boden reicht. Vorsichtig setzt das Tier ein Bein vor das andere. An dieser seichten Stelle geht ihm das Wasser bis an den Bauch. Auf der anderen Uferseite angekommen, bleibt der Wallach stehen. Der Reiter gleitet aus dem Sattel und nimmt dem Tier das Gebiss aus dem Maul. "So, Hektor, sauf erst mal, mein Junge!", sagt er.


Band 50
Erscheint am 28.01.2020
Hart auf Hart
Geschrieben von G. F. Unger

Seit drei Tagen reitet Billy Jenkins über die Laramie-Prärie. Er reitet langsam und bedächtig, denn er hat eine schwierige Aufgabe zu lösen. Den Fluss, der aus den Schwarzen Bergen kommt, hat er bereits hinter sich, und nun tauchen die glitzernden Schienen der Union Pacific Railway auf.
"Ho – jetzt müsste man mit dieser Bahn nach dem Großen Salz-See fahren können!", murmelt Billy Jenkins, als er seinen Rappen über die Schienen führt. "Und dann weiter nach Frisco... hahaa... das wär' schon was! Mal wieder Seeluft atmen! Stattdessen zuckelt man in dieser Wildnis herum!" Er dreht sich zu seinem Pferd um und sagt: "He – was schnaubst du, Alter? Wird's dir schon zu viel, mein Junge? Na ja – du kommst in die Jahre. Bald werd' ich dich zu Hause lassen müssen, Rex!"
Auf der anderen Seite des Schienenstranges schwingt sich der Mann wieder in den Sattel und reitet weiter. Er hält auf einen engen Pass zu, der mitten in die wilde Kette der Medicine-Bow-Mountains führt.


Band 51
Erscheint am 11.02.2020
Durch dick und dünn
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist Nacht. Die Wüste liegt im bleichen Mondlicht und gleicht einem erstarrten Meer. Kakteen, Salbei und vereinzelte Felsen werfen graue Schatten. Die Stille wird nur hin und wieder durch den unheimlichen Schrei eines Nachtvogels unterbrochen. Irgendwo in der Ferne heulen Coyoten den Mond an.
Im Mondlicht blinken die Schienen der Eisenbahn. Leise beginnen sie zu vibrieren, und das Geräusch eines sich nähernden Zuges lebt auf. Immer stärker wird das Rattern und Fauchen.
Es ist ein langer Güterzug, der durch die Wüste eilt. Sein Ziel mag irgendein Verladebahnhof sein, in dessen Korrals brüllende Herden auf die Verladung warten, um schon nach wenigen Tagen zu Konservenfleisch verarbeitet zu werden.
Am Ende des Zuges hängt ein altersschwacher Personenwagen.
Drei Männer liegen auf den Bänken und schlafen.



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