Heftvorschau "G.F. Unger Classc-Edition"           

Band 54
Erschienen am 24.03.2020
China Dick
Geschrieben von G. F. Unger

"Bin neugierig, was der alte Hammer von uns will", sagt Dick Hanson, als er mit seinen beiden Freunden an den ersten Häusern von Bluetown vorbeireitet. "Muss ja sehr wichtig sein, wenn er seinen schnellsten Reiter mit 'nem Brandbrief zu uns auf die Ranch schickt! Stand wirklich nichts weiter in dem Brief, Billy?"
"Nur, dass wir sofort nach Bluetown in den 'Stillen Frieden' kommen sollten", erwidert Billy Jenkins, der Boss der Herz-Ranch. "Bin selbst sehr neugierig!"
"Wir werden's ja gleich wissen!", meint Jim Chester gleichmütig.
Die Freunde erwidern die Zurufe und Grüße der Ortsbewohner. Selbst ein Fremder würde sofort erkennen, dass diese drei Reiter in Bluetown sehr angesehen sind. Sie sehen sehr gut aus, die drei auf ihren prächtigen Pferden.
Jim Chester zieht seinen piekfeinen perlgrauen Stetson, als sie an einem hübschen Mädchen vorbeireiten, das ihnen zulächelt. Doch obgleich Jim den Hut ritterlich und mit Schwung wie ein mexikanischer Grande durch die Luft wirbelt, beachtet ihn die holde Schöne überhaupt nicht. Sie strahlt Dick an und ruft: "Hallo Dick!"


Band 55
Erscheint am 07.04.2020
Ein Mann wird gehetzt
Geschrieben von G. F. Unger

Es ist Nacht. Jim Chester liegt im Bett und schläft. Das Bett steht in einem kleinen Zimmer des Hotels "Good Luck". Es ist das einzige Hotel von Crazytown, einem kleinen Ort in Montana, irgendwo in den Vorbergen der Crazy-Mountains.
Plötzlich krachen Schüsse auf dem Korridor.
So fest Jim auch geschlafen haben mag – die Schüsse wecken ihn sofort. Er fährt hoch, und da er seine Arme unter dem Kopfkissen hatte, bringt er automatisch einen schweren Revolver zum Vorschein.
"Prost Neujahr!", brummelt Jim. "Meines Wissens ist's aber erst Juni. Schätze, die da draußen machen keine Späße!"
Während Jim so vor sich hinbrummt, schleicht er schon auf bloßen Füßen zur Tür und packt die Klinke mit der freien Linken.
Auf dem Korridor wird immer noch geschossen. Schauerlich hallen die Detonationen im Treppenhaus. Jim riecht jetzt sogar den Pulverrauch, der durch die Türritzen dringt.
"Unverschämtheit!", murmelt Jim. "Anständige Leute mit derartigem Getöse aus'm Schlaf zu wecken!"
Jim zögert noch, doch dann hört er dicht vor seiner Tür ein gepresstes und sehr schmerzvolles Stöhnen. Er begreift sofort, dass ein verwundeter Mann vor seinem Zimmer liegt oder daran vorbeikriechen wollte.


Band 56
Erscheint am 21.04.2020
Weidepiraten
Geschrieben von G. F. Unger

Als sie über den Hügel kommen und von seinem Kamm aus den Südhang beobachten können, sehen sie ein Antilopenrudel vor dem Wäldchen äsen. "Heute bin ich an der Reihe", sagt Dick Hanson und schnüffelt mit geweiteten Nasenlöchern gegen den Wind. Langsam zieht er die Winchesterbüchse aus dem Sattelschuh. Er wählt einige Sekunden, bis er einen feisten Bock ausgesucht hat. Die Entfernung beträgt fast zweihundert Meter. Dann reißt Dick die Waffe hoch, schielt einen Atemzug lang am Lauf entlang – und als er ausgeatmet hat und alles in ihm ruhig ist, drückt er ab.
Der Schuss kracht dünn und scharf. Das ganze Rudel springt in komischen Sätzen davon, flüchtet um das Wäldchen. Der getroffene Bock überschlägt sich nach einem tollen Luftsprung.
Dick knurrt zufrieden, schiebt eine neue Patrone in das Magazin, steckt die Waffe weg und holt sich Blättchen und Tabak aus der Hemdtasche.



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